FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Yannick Grieß, Musterbeispiel für einen Feierabend-Regionalligaspieler in Pirmasens

Kopfballstark und daher bei eigenen Standards immer vorne: FKP-Verteidiger Yannick Grieß (in Blau).
Kopfballstark und daher bei eigenen Standards immer vorne: FKP-Verteidiger Yannick Grieß (in Blau).

Yannick Grieß kann man als Musterbeispiel für Feierabendfußball à la FK Pirmasens sehen. Der 25-jährige Groß- und Außenhandelskaufmann aus Windsberg steht voll im Beruf und ist trotzdem ein ambitionierter Sportler, der das Freundschaftlich-Familiäre auf der Husterhöhe schätzt. Am Samstag misst er sich mit den Profis des FSV Frankfurt.

Yannick Grieß arbeitet beim Schuhunternehmen Gerli in Merzalben. „Vor einem knappen Jahr habe ich dort die Musterabteilung übernommen“, erzählt der Innenverteidiger, der von klein auf beim FKP Fußball spielt. Der Job bringe es beispielsweise mit sich, dass er – wie vergangene Woche – am Donnerstag und Freitag in Clermont-Ferrand in Zentralfrankreich war. Grieß: „Ich bin dort morgens um 10.30 Uhr losgefahren und habe es dann gerade so – mit dem Koffer im Auto – zum Abschlusstraining um 17.30 Uhr gepackt.“ Und am Mittwoch dieser Woche, als um 18 Uhr die Partie gegen den VfB Stuttgart II anstand, musste er bis 16 Uhr in Merzalben arbeiten, und um 16.15 Uhr war schon Treffpunkt der Mannschaft.

„Mir macht das nichts aus“

Alles aber kein Problem für Grieß. „Sicherlich gibt es bessere Voraussetzungen für ein Regionalligaspiel. Aber ich kenne das gar nicht anders, mir macht das nichts aus.“ Selbst wenn ihm heute ein anderer Regionalligist ein Angebot als Profi machen würde, würde er es ablehnen, wie er sagt. „Das hätte ich vielleicht mit 19 oder 20 gemacht. Aber jetzt bin ich 25, habe meinen Beruf und kann beim FKP auf recht hohem Niveau und mit echten Freunden zusammen Fußball spielen. Es ist für mich perfekt.“

Fehleranalyse

In den ersten sechs Saisonspielen gehörte Yannick Grieß stets zur Pirmasenser Startelf, beim 2:3 gegen Stuttgart schaute er mal zu, am Samstag (Anstoß: 14 Uhr, PSD Bank Arena am Bornheimer Hang) in der Partie beim FSV Frankfurt wird er wieder von Beginn an dabei sein. Das hat Trainer Patrick Fischer schon mal verraten. Dass es nach dem Traumstart mit zehn Punkten aus den ersten vier Spielen zuletzt drei Niederlagen mit insgesamt acht Gegentoren setzte, erklärt Grieß so: „Die Qualität der Gegner war höher als in den ersten vier Spielen. Sie haben unsere Fehler kälter bestraft. Außerdem haben wir es vorher über 90 Minuten konsequenter und im Kollektiv besser verteidigt. In den letzten drei Spielen waren wir nicht mehr über die gesamten 90 Minuten so wachsam und haben diese kleinen Fehler gemacht.“

Starker Frankfurter Kader

Der FSV Frankfurt hat aus sieben Spielen nur sieben Punkte geholt, dabei vor allem offensiv noch nicht so recht zu überzeugt – und das trotz Verstärkungen wie Ex-FKP-Außenangreifer Jannik Sommer (früher SV Waldhof Mannheim, zuletzt FC Homburg). „Frankfurt hat einen sehr guten Kader. Da würden sich andere in der Regionalliga die Finger danach lecken, was die auf der Bank sitzen haben“, sagt FKP-Coach Fischer und fügt hinzu: „Ich bin aber überzeugt, dass die noch kommen werden. Aber bitte erst nächste Woche.“

Und Verteidiger Grieß verspricht, den Frankfurtern „das Leben schwerzumachen“.

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