Pirmasens
Wochenkolumne: Wenn Kita-Plätze schon vor der Geburt gesichert werden müssen
Haushalt: Frischzellenkur für Schulen
Der Haushalt der Stadt für 2025 ist noch nicht beschlossen, dennoch werfen die geplanten Investitionen bereits ihre Schatten voraus. Insgesamt 22,8 Millionen Euro will das eigentlich von Haus aus klamme Pirmasens in neue Projekte stecken. Der Löwenanteil – fast 10 Millionen Euro – entfällt auf den Bereich Jugend und Bildung. Diese enorme Summe nimmt die Stadt aber nicht aus Spaß in die Hand oder weil es gut bei der Öffentlichkeit ankommt. Es sind wichtige Investitionen in die Zukunft.
Anfang der 2010er Jahre wurde an einer wahren Schulrochade in der Schuhstadt geschmiedet. Das Hugo-Ball-Gymnasium war mehr oder weniger schon zum Abriss freigegeben. Mein Abi-Jahrgang sollte 2015 der letzte sein, der seinen Abschluss in der Lemberger Straße feiern darf. Dass sich diese Pläne zerschlagen haben und im kommenden Jahr weitere rund 900.000 Euro in die Sanierung des Schulgeländes mitten im Grünen fließen sollen, ist ein wichtiges Zeichen für die Vielfältigkeit der Pirmasenser Schulen. Auch ins Kant-Gymnasium und die Landgraf-Ludwig-Realschule plus fließen sechs- bis siebenstellige Beträge, um benötigte Frischzellenkuren zu ermöglichen.
Parallel werden die Planungen für die Neubauten der Nagelschmiedsberg- und der Pirminiusschule vorangetrieben. Letztere ist dabei Teil des neuen Schulzentrums Nord, das gleich noch eine Sanierung der Husterhöhschule miteinbezieht. Wir sehen: Die Stadt wirft ihr vergleichsweise weniges Geld nicht sinnlos zum Fenster hinaus – auch wenn manche Dauermeckerer in den Kommentarspalten sozialer Netzwerke das gerne glauben möchten. Nur durch solche Investitionen können die Kinder unserer Stadt vernünftig lernen und reifen.
Kita: Anmeldung vor Geburt
Da Kinder bekanntlich nicht im Grundschulalter auf die Welt kommen, muss auch die obligatorische Station vor der Einschulung mitgedacht werden: Kindergärten. Eine Million Euro sind in dem dicken Pirmasenser Zahlenwerk im kommenden Jahr dafür vorgesehen. Die Hälfte davon fließt in die neuen Kitas in Containerbauweise an der Horebschule und der BBS. Zusätzlich wird in die Neubauplanung des Johanneskindergartens und der Villa Kunterbunt in Winzeln investiert – eine ganz neue Kita an noch undefinierter Stelle in der Stadt soll folgen.
Hier geht die Stadt ein nicht zu unterschätzendes Problem an: In Pirmasens fehlt es schon länger an ausreichend Plätzen in den Kitas und Kindergärten. Es ist zur Normalität geworden, dass sich werdende Eltern schon um einen Platz bemühen müssen, lange bevor der Nachwuchs überhaupt das Licht der Welt erblickt hat. Es ist zu hoffen, dass die Investitionen dabei helfen, diesen absurden Zustand zumindest einzudämmen. Gelingt das nicht, verliert die Stadt an Attraktivität – besonders bei jungen Familien.
Ärztehäuser: Neubauten im Doppelpack
Vergangene Woche betonte OB Markus Zwick, wie wichtig es sei, dass sich Pirmasens als medizinischer Standort behauptet – gefolgt von der Ankündigung, dass das Medicenter am Messegelände erweitert wird. Als wäre das allein nicht schon ein Gewinn für die Schuhstadt, ist mittlerweile bekannt, dass ein weiteres Ärztehaus bereits in den Startlöchern steht.
In der Winzler Straße möchte Apotheker Patric Maier gemeinsam mit Architekt Christoph Arnold einen viergeschossigen Neubau errichten und dort weitere Ärzte ansiedeln. Gehen die Pläne auf, wird nicht nur das Winzler Viertel aufgewertet, mit dann drei Ärztehäusern sendet Pirmasens ein dickes Ausrufezeichen in die ganze Region.