Pirmasens
Wie eine Beraterfirma im Auftrag des Landes hilft, Wege in die neue Arbeitswelt zu finden
Die Arbeitswelt ist aktuell geprägt von tiefgreifenden Veränderungen: Digitalisierung und künstliche Intelligenz, Klimaschutz- und Energiesparumstellungen, Deindustrialisierung und De-Globalisierung – und nicht zuletzt der demografische Wandel mit dem Abschied der Babyboomer-Generation prägen den Arbeitsalltag, gerade auch in der Südwestpfalz. Für jeden Arbeitnehmer gilt es Antworten zu finden auf die Frage, wie er sich mitten in diesem Transformationsprozess wiederfindet. Nicht wenige haben Angst vor dem Wandel, den Herausforderungen oder gar vor einem Arbeitsplatzverlust. Für sie gibt es Hilfestellung von der rheinland-pfälzischen Landesregierung, deren Arbeits- und Transformationsministerium über Förderprogramme die sogenannte Transformationsbegleitung finanziert. Dahinter verbirgt sich ein Beratungsprogramm für Arbeitnehmer, die sich verändern wollen – was vom Arbeitgeberwechsel über eine Umschulung in ein neues Berufsbild bis zur Weiterbildung reicht.
Unter den fünf Modellregionen, in denen Transformationsbegleiter seit knapp zwei Jahren unterwegs sind, befindet sich auch die Westpfalz. Sefrin & Partner gehört zu den Vorreitern, die in der Modellregion diese Aufgabe übernommen haben – seit Jahresbeginn 2023 wurden 120 Arbeitnehmer aus der Region beraten, ziehen Stefan Sefrin und Thomas-Erno Weidner ein Zwischenfazit. Im laufenden Jahr von April bis November wurde ein zweites Modellprojekt daraufgesetzt: Zu der individuellen Beratung der Transformationsbegleiter kam „Transform Westpfalz“ hinzu, das Workshops und Vorträge für Gruppen beinhaltet. Der Grundgedanke: Arbeitnehmer und Unternehmer sollen sich austauschen über die Veränderungen in den Unternehmen, um voneinander zu lernen, wie sie mit dem Veränderungsprozess umgehen können. Auch in diesem Modellprojekt haben sich 120 Teilnehmer mit der Transformation in der Arbeitswelt beschäftigt – 146 Plätze haben zur Verfügung gestanden.
Gibt es meinen Arbeitsplatz bald noch?
Zurück zur individuellen Transformationsbegleitung: Wer zur Beratung kommt, macht sich Gedanken darüber, ob es seinen Arbeitsplatz bald überhaupt noch gibt – und wenn es ihn noch geben sollte, wie er dann aussieht? Aber auch Unternehmer fragen sich, wie es weitergehen soll, wenn viele ihrer Mitarbeiter in Ruhestand gehen – und kaum noch Fachkräfte zu kriegen sind? Aus diesem Grund melden sich nicht nur Arbeitnehmer privat an, es gibt auch Arbeitgeber, die sich gemeinsam mit ihren Beschäftigten um die Zukunft der Arbeitsplätze kümmern und die Transformationsbegleitung quasi als betriebliches Weiterbildungselement sehen.
Stand in der Anfangsphase stark die Angst der Arbeitnehmer vor dem Jobverlust im Vordergrund, habe sich die Stimmung inzwischen gewandelt, hat Sefrin festgestellt: „Mittlerweile steht im Fokus: Was kann ich unternehmen, um aus der Angstsituation zu kommen?“ Mit dieser Intention melden sich Beschäftigte verstärkt bei Sefrin & Partner, um sich beraten zu lassen – was übrigens kostenlos ist, weil die Transformationsberatung vom Europäischen Sozialfond und der Landesregierung finanziert wird. Für den erfahrenen Berater ist diese veränderte Haltung auch nachvollziehbar, denn trotz der allgemeinen Wirtschaftslage biete der Arbeitsmarkt immer noch viele Möglichkeiten: „Und das ist auch in der Südwestpfalz nichts anders.“ Sefrin ist überzeugt: „Wer Kompetenzen mitbringt, bekommt seine Chancen und Möglichkeiten.“
„Transform Westpfalz“ endet nach sieben Monaten
Transformationsbegleiter und „Transform Westpfalz“ verfolgen beide das gleiche Ziel, aber auf getrennten Wegen. Für „Transform Westpfalz“ endet dieser Weg in den nächsten Tagen, nach sieben Monaten „Round-Up“-Infoveranstaltungen, die einen Überblick über die Transformation der Arbeit boten, nach „Mini-Gipfeln“ mit vertiefenden Vorträgen, Impulsen und Erfahrungsaustausch und „Open-Space“ als regionsspezifisches Format, das sich speziell mit der „Transformation in der Westpfalz“ beschäftigte. Schließlich wurden in „Work-Shops“ die gewonnenen Erkenntnisse heruntergebrochen auf die eigene Situation, damit die Projektteilnehmer die Veränderungen aktiv gestalten konnten. Die „Work-Shops“ haben den Teilnehmern das Rüstzeug für ihre weitere berufliche Entwicklung gegeben.
Zum Abschluss von „Transform Westpfalz“ findet am Donnerstag, 21. November, von 12 bis 18 Uhr der „Transformation Day 2024“ in den Räumen des benachbarten International Shoe Competence Center in der Marie-Curie-Straße 20 statt. Unter anderem gibt es eine Gesprächsrunde über die „5 D’s in der Transformation der Arbeit“ und einen Vortrag von Professor Martin Wölker von der Hochschule Kaiserslautern über „KI & Transformation“, aber auch ein Workshop „Gen Z“, Vorträge über die „Schuhbranche im Wandel“ und „Arbeitgebermarke im Mittelstand“ oder eine Gesprächsrunde „Nachfolge in turbulenten Zeiten“ sind geplant. Informationen gibt es auf der Homepage www.sefrin-partner.de
80 neue Plätze für Transformationsberatung
Der Weg, den die Transformationsbegleiter beschreiten, geht dagegen weiter – mit doppelter Kapazität: Im kommenden Jahr stehen 80 Beratungsplätze bereit, denn das Landesministerium für Arbeit und Transformation will den Prozess intensivieren.
Info
Anmeldungen und Informationen gibt es telefonisch oder per Mail transform-westpfalz@sefrin-partner.de 06331 725 040