Pirmasens Wie die Stadtwerke die Preisbremsen umsetzen wollen

Kunden der Stadtwerke bekommen bald wieder einen Brief.
Kunden der Stadtwerke bekommen bald wieder einen Brief.

Die Stadtwerke hatten ihre Kunden bereits im Februar über die Umsetzung der Preisbremse im Monat März informiert. Grund dafür war, dass der März-Abschlag unter Berücksichtigung der staatlichen Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme wegen Verzögerungen beim Softwarehersteller nicht wie geplant automatisiert umgesetzt werden konnte.

Um die Kunden trotzdem bereits im März finanziell zu entlasten, haben die Stadtwerke den März-Abschlag für Energie halbiert. Diese Entlastung ist bereits bei den Kunden angekommen, heißt es von den Stadtwerken.

Die Informationen zur Halbierung des März-Abschlags für Energie hätten die überwiegende Mehrheit der Kunden zu einem Zeitpunkt vor dem Lastschrifteinzug erreicht. Trotz der Einhaltung gesetzlicher Fristen sei es aber zu Überschneidungen zwischen dem Zugang des Briefes und den bereits getätigten Barzahlungen beziehungsweise Überweisungen jener Kundengruppe, die nicht am Lastschriftverfahren teilnimmt, gekommen. Die Stadtwerke gehen von 100 betroffenen Kunden aus. In besagten Fällen hatten die Betroffenen ihre Abschläge zu einem Zeitpunkt überwiesen, zu dem der Infobrief noch nicht eingetroffen war. Überzahlte Beträge würden den Kundenkonten gutgeschrieben und spätestens bei der nächsten Jahresrechnung berücksichtigt.

Software wird gerade getestet

Künftig soll die staatliche Entlastung softwaregestützt berechnet werden. Das dafür notwendige neue Softwaremodul sei inzwischen installiert und werde aktuell getestet. Die Stadtwerke gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass es im Laufe des Monats einsatzbereit sein wird. „Unser IT-Dienstleister übermittelt uns aktuell nahezu täglich Updates zur Fehlerbehebung, die wir für die ordentliche Berechnung der Preisbremsen benötigen. Das Aufspielen und Testen der Updates verursacht nicht nur einen hohen zeitlichen Aufwand, sondern führt auch während der Updatephasen zum teilweisen Stillstand unserer Abrechnungssoftware“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Christoph Dörr. Da die vom Gesetzgeber vorgesehenen Umsetzungsfristen „äußerst knapp bemessen“ seien, sei die Umsetzung dieses „Mammutprojektes“ für die Mitarbeiter extrem belastend.

„Die Softwaredienstleister geben zurzeit aufgrund der Komplexität gesetzlicher Vorgaben weder eine zuverlässige Aussage bezüglich der Funktionalität der Produkte zur Berechnung der Preisbremsen noch eine Garantie für einen verbindlichen Umsetzungszeitpunkt ab“, erklärt Dörr. Aktuell ist der Stadtwerke-Chef optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass die Software im März funktionell arbeiten wird. Ab diesem Zeitpunkt kann die softwaregestützte Berechnung der Entlastungsbeträge und deren Berücksichtigung beim April-Abschlag erfolgen.“

April-Abschlag deutlich niedriger

Der April-Abschlag errechne sich dann folgendermaßen: Die Halbierung des März-Abschlags werde im April nachgeholt, um die Preisbremse korrekt abbilden zu können. Vom 1,5-fachen Wert des ursprünglich mit der Jahresrechnung festgelegten Monatsabschlags wird der Entlastungsbetrag für die Monate Januar bis April 2023 und somit vier Mal in Abzug gebracht. Dadurch wird der April-Abschlag spürbar vermindert. Die Abschläge ab Mai werden um jeweils einen monatlichen Entlastungsbetrag reduziert und bleiben vorbehaltlich der gesetzlichen Änderungen bis zum Jahresende unverändert.

Demnächst erhalten Stadtwerke-Kunden erneut Post. Damit informiert der Versorger über den fälligen April-Abschlag unter Berücksichtigung der Preisbremse. Darüber hinaus enthält dieser Brief eine Übersicht zu den Abschlägen für die Monate Mai bis Dezember 2023 inklusive der monatlichen Entlastungsbeträge. Sofern Kunden freiwillig ihre Abschläge erhöhen möchten, ist dies mit Wirkung ab Juni 2023 wieder möglich. Die Stadtwerke bitten, sich hierzu ab Mai 2023 per E-Mail an service@stadtwerke-pirmasens.de unter Angabe des Wunschabschlags und der Lieferstellennummer zu melden.

Info

Die Stadtwerke Pirmasens sind für Fragen zur Preisbremsen-Berechnung erreichbar unter 06331 876270, E-Mail: vertrieb@stadtwerke-pirmasens.de und per Fax an 06331 876-277. Wer darüber hinaus Beratungsbedarf hat, kann über die Homepage www.swps.de einen Termin zum persönlichen Gespräch vereinbaren.

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