Fußball
Weselberger Vielspieler, Hilster Torhüter auf Abwegen, FCK-Comeback eines Pirmasensers
Drei Spiele in vier Tagen: Kessler tut jetzt „alles weh“
Als wahrer Dauerbrenner entpuppte sich vergangene Woche Markus Kessler. Der Fußballer aus Weselberg bestritt innerhalb von vier Tagen gleich drei Begegnungen und stand dabei immer über die volle Spielzeit auf dem Feld.
Den Anfang machte die Heimpartie der SG Weselberg/Linden am Mittwoch in der A-Klasse gegen den SV Martinshöhe, die mit 1:0 endete. Weiter ging es für den 33-Jährigen am Freitagabend im Halbfinale des Ü32-Pokals, in dem der SC Weselberg mit 0:3 bei der SG Petersberg/Fehrbach verlor und somit den Einzug ins Endspiel gegen die SG Leimen/Merzalben verpasste. Den Abschluss machte am Samstag die Partie in der A-Klasse mit der SG Weselberg/Linden beim TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken (2:2).
„Bei den Aktiven fehlen aktuell viele Spieler, und bei der AH hatten wir uns schon was ausgerechnet.“ So begründete Kessler seine vielen Einsätze. Am Sonntag musste er allerdings einräumen: „Jetzt tut mir aber alles weh.“
Feldspieler als Torhüter: Gute Not-Dauerlösung
Dass Kai Schacker ein prima Fußballer ist, weiß man in der Region nicht erst, seit er mit dem SC Hauenstein unter Trainer Jürgen Kohler als Oberliga-Vizemeister an die Tür zur Regionalliga klopfte und den Verbandspokal holte. Dass der heute 28-Jährige auch als Torwart über Qualitäten verfügt, ist noch nicht so lange bekannt. Seit dieser Saison ist der Pirmasenser in der A-Klasse Südpfalz Spielertrainer des ASV Lug/Schwanheim. Da bei dem Team aus der Verbandsgemeinde Hauenstein mit Ben Braun, Damian Kadiev und Trajko Vasilev alle drei Keeper verletzt ausfallen, stellte sich Schacker nach der Winterpause selbst zwischen die Pfosten. Und das mit Erfolg.
Schacker, der in der Vorrunde als Feldspieler zehn Treffer erzielte und dessen Team als Aufsteiger einen starken vierten Platz belegt, blieb in drei Partien ohne Gegentor und musste in den bisherigen fünf Partien als Keeper nur viermal hinter sich greifen. Am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen die SG Freckenfeld/Winden musste aber auch Schacker wegen einer Achillessehnenverletzung passen. Sein Vertreter Manuel Winck, ebenfalls eigentlich Feldspieler, musste beim 2:2 zweimal hinter sich greifen.
Kurios: Schackers Bruder Justin hütet das Tor der zweiten Mannschaft des ASV Lug/Schwanheim (C-Klasse), die ebenfalls unter der Torwartmisere leidet.
Torhüter als Torjäger: Hilster Überraschungen
Etwas überraschend gewann die zweite Mannschaft des Hilster SV am Samstag in der Fußball-C-Klasse Ost das Derby beim SV Trulben II mit 2:0. Noch überraschender war die Aufstellung der Gäste.
Mit SVH-Spielertrainer Patrick Schmitt, dem langjährigen Torwart der ersten Hilster Mannschaft, und Maximilian Cölsch, dem jetzigen Schlussmann von Hilsts A-Klasse-Mannschaft, standen gleich zwei gelernte Torhüter in der Startelf, keiner jedoch zwischen den Pfosten. Das Tor hütete der sonstige Feldspieler Michael Ziegler. „Er hätte verletzungsbedingt im Feld nicht lange spielen können, hat dafür aber ein bissl Talent für die Kiste“', erzählte Patrick Schmitt, der seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellte. Mit dem Tor zum 2:0 in der 86. Minute machte er den Deckel auf diese Partie.
Am Sonntag stand Schmitt, der im Sommer zum SV Obersimten wechseln wird, dazu überraschend im Tor der ersten Hilster Mannschaft in der A-Klasse-Partie beim FK Clausen. Maximilian Cölsch, vergangene Runde noch in der Verbandsliga Keeper des FK Pirmasens II, durfte wegen der Ausfälle von sieben Stammkräften erneut sein Können im Feld unter Beweis stellen.
Lange Leidenszeit: Erstes Tor nach zwei Verletzungsjahren
Es war nicht der entscheidende Treffer für den 1. FC Kaiserslautern II am Freitagabend in der Oberliga-Partie gegen den FC Karbach. Vielmehr war es in der 87. Minute „nur“ der Schlusspunkt beim 6:0-Sieg unter Flutlicht auf Platz 4 auf dem Betzenberg. Dennoch war es ein Tor, über das sich beim FCK II alle freuten. Denn erzielt wurde es von Lucas Leibrock, der damit nach seiner zweijährigen Verletzungs-Leidenszeit zum ersten Mal wieder traf. Danach bildete sich eine Jubeltraube um den Pirmasenser – es war offensichtlich, wie sehr alle Teamkollegen ihm den Erfolg gönnten. Sein Trainer bildete da keine Ausnahme: „Mich freut’s unheimlich für Lucas, dass er nach zwei Jahren jetzt wieder ein Tor gemacht hat“, sagte Alexander Bugera.
Leibrock selbst bezeichnete es als „unfassbares Gefühl, nach so langer Zeit wieder ein Tor zu schießen. Gerade danach, wie sich die Jungs für mich und mit mir gefreut haben – das war unglaublich schön“. Zwei Jahre musste der 19-Jährige, der einst bei der SG Grenzland mit dem Kicken begonnen hatte, nach einem Kreuzbandriss und Komplikationen pausieren. Erst nach der Winterpause konnte er wieder ins Training einsteigen, bekam zuletzt in den Oberligaspielen auch immer wieder Einsätze, wenn er eingewechselt wurde. So auch gegen Karbach, als er nach 77 Minuten für Shawn Blum aufs Feld kam. Kurz darauf führte seine Flanke zum 5:0 durch Drini Miftari.
„Ich würde sagen, ich bin noch nicht bei 100 Prozent“, sagt er selbst über seinen körperlichen Zustand. „Aber ich komme jetzt immer mehr rein durch die Trainingseinheiten. Und jetzt bekomme ich auch immer meine Minuten auf dem Platz. Deswegen denke ich, es wird jetzt wieder – immer Schritt für Schritt.“
Dafür habe es sich letztlich auch gelohnt, die lange Leidenszeit durchzustehen: „Das war echt eine sehr, sehr schwere Zeit. Für mich und meine Familie“, sagt der Sohn von Rouven Leibrock, dem Spielertrainer des SV Hochstellerhof. „Aber ich hab’ mein Ziel nie aus dem Augen verloren, ich weiß genau, wo ich hin will. Dafür habe ich jeden Tag geschwitzt und geackert. Es hat sich gelohnt.“