Kolumne Tore, Träume, Temperamente
Wenn die gute Tat nach hinten losgeht
Sieben Pfadfinder fehlen als Fußballer
Neumarkt in der Oberpfalz oder Rodalben in der Westpfalz? Diese Frage stellte sich sieben jungen Männern aus Hauenstein, die einerseits Pfadfinder sind und vom 18. bis 27. August ein Zeltlager besuchten und andererseits Fußball in der A-Klasse beim TV/SC Hauenstein spielen. Das Match vom zweiten Spieltag am 20. August gegen den SC Stambach hatten die „Hääschdner“ auf Dienstag, 29. August, verlegen können. Und eigentlich sollten die kickenden Pfadfinder am Sonntag rechtzeitig aus Neumarkt zurück sein, um in der A-Klasse beim FC Rodalben kicken zu können. Doch im Verlauf der Woche war klar: Es reicht nicht. Nicht bei einer Anstoßzeit um 15 Uhr und auch nicht, wenn erst um 19 Uhr, wie von den Rodalbern angeboten, angestoßen worden wäre. Ein Ersatztermin an einem Werktag konnte auch nicht gefunden, so dass Hauenstein das Spiel absagen musste.
„Mich nervt das total“, war Hauensteins Spielertrainer Thorsten Riggers arg sauer. Noch nie habe das Team unter seiner Regie bislang ein Match absagen müssen. Nun ist es passiert. Die Punkte sind bereits den Rodalbern gutgeschrieben.
Sieben auf einen Streich
Sieben (Fliegen) auf einen Streich erledigte einst das tapfere Schneiderlein im Märchen der Gebrüder Grimm. Das Schneiderlein ließ sich damals einen Harnisch anfertigen, auf dem dann stand: „Sieben auf einen Streich“. Von einem solchen Harnisch ist Jascha Conzelmann weltenweit entfernt, obwohl er auch Sieben auf einen Streich erledigte.
Der 31-Jährige schneidert nicht, sondern spielt Fußball bei der SG Weselberg/Linden und bugsierte am Samstag in der B-Klasse West beim 16:0-Sieg gegen den Pirmasenser SV das Runde siebenmal ins Eckige. „Da muss man doch nichts schreiben“, sagte der ehemalige Oberliga-Spieler des FK Pirmasens sofort beim Anruf der RHEINPFALZ-Redaktion. Eher sollte man den PSV-Spielern Respekt zollen, dass diese sich trotz der Gegentorflut „sehr fair verhalten“ hätten. Conzelmann: „Jeder andere hätte die Tore auch geschossen, denn wir waren haushoch überlegen.“ Der über die linke Angriffsseite stürmende Conzelmann markierte seine Treffer drei bis neun, führt nun auch die Torjägerliste der B-West an – und bleibt äußerst bescheiden.
Nur noch zwölf Mannschaften
Da waren es nur noch zwölf. Weil der FC Höheischweiler seine zweite Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurückgezogen hat, sind es in der C-Klasse Pirmasens/Zweibrücken Ost nur noch zwölf Teams. „Es hat sich in der Vorbereitung gezeigt: Die Leute kommen nicht bei“, nimmt Höheischweilers Spielleiter Mario Ditzel Stellung. Und es bringe nichts, „Woche für Woche kurz vor den Spielen eine Mannschaft zusammen zu telefonieren“. Bereits während der vergangenen Saison hatte Höheischweiler seine zweite Mannschaft abgemeldet, weil nicht mehr genügend Spieler vorhanden waren, dann einen neuen Versuch gestartet. Ditzel: „Jetzt gilt unsere Konzentration voll der ersten Mannschaft.“