Pirmasens Weniger ist mehr

91-90994789.jpg

Vier Bands der härtesten Heavy Metal-Genres spielten am Samstagabend unter dem Motto „Swinger Feast“ in der Pirmasenser Rockkneipe Schwemme. Allein die Anziehungskraft des Konzerts war nicht sonderlich groß, kamen doch nur etwa 50 Fans.

Pünktlich um 20.30 Uhr legte der Anheizer „Diabolic Heritage“ aus Saarbrücken los. Das Quintett spielt eine Mischung aus Death-/Thrash-Metal und Crust, ohne jedoch wirklich mitreißen zu können. Instrumental wurden Songs wie „Gunslinger“, „Just A Fact“ oder „Psycho “ ordentlich jedoch recht monoton vorgetragen. Sänger Sascha kam mit seinem Auftritt über Proberaumniveau nicht hinaus – seine Ansagen beschränkten sich auf „der nächste Song heißt…“ und sein Aktionsradius passte auf einen Bierdeckel. Es fand kaum eine Kommunikation mit dem Publikum statt. Der einzige Farbtupfer des Auftritts war die ständige lächelnde Bassistin, da Frauen in extrem harten Metalbands nur sehr selten spielen. Das Death-/Thrash-Metal-Quartett „Damage Source“ aus Köln machte es schon besser. Sänger Eric Plorator ging in seiner Rolle regelrecht auf. Er grölte was die Stimmbänder hergaben und bei seinen Posen hatte er den ganz Großen des Genres offenbar genau zugeschaut. Zudem legten alle Musiker im Vergleich zur ersten Band glatt zwei Schippen drauf und packten die Fans schon ab dem Einstiegssong „Servants“ am Kragen. Stilistisch wurde ab und an in „Slayer“-Gefilden gewildert, denn so manche Gitarren-Leads klangen verdächtig nach den Thrash-Metal-Giganten aus den USA. So stellte sich mit „Damage Source“ eine exakte, brachiale und sehr spielfreudige Band in Pirmasens vor. Die vier Musiker von „Crimson Death“ aus Waiblingen konnten dieses Niveau halten und phasenweise sogar noch übertreffen. Die Formation servierte den Besuchern geradlinigen Death-Metal mit einem immens hohen Energielevel und spieltechnisch in absoluter Spitzenklasse. Hier passte jeder Ton. Das Zusammenspiel der beiden Gitarristen Patrick Schneider und Kevin Winter war genau, Drummer Sebastian Unic ließ Blastbeats in Massen von der Leine und groovte vorbildlich zusammen mit Bassist Max Dölling. Hier stand eine hochprofessionelle Band auf der Bühne, die bereits vier Alben veröffentlicht hat. Das aktuelle Werk „Social Born Killers“ heimste in den Fachmagazinen sehr gute Kritiken ein. Höhepunkte des Auftritts waren sicherlich „Breaking Out To Kill“, das alles niederwalzende „Once They Tasted Blood“ und der Rausschmeißer „Chainsaw Forever“. Das sehr gut eingespielte Death-Metal-Quintett „Redgrin“ aus Kaiserslautern rechtfertigte danach seine Headliner-Position mit einem zähflüssigen, extrem drückenden sowie ultraharten Sound. Das Gitarrendoppel überzeugte dabei durch wohl durchdachte Leads und Riffs und die Rhythmusabteilung mit Schlagzeug und Bassgitarre bollerte ohne Ende. Wie von „Redgrin“ gewohnt, bestach der Frontmann mit seinen abgrundtiefen Growls, war äußerst agil und hatte das Publikum jederzeit fest im Griff. Die Konzert-Höhepunkte waren „One With Me“ und die brachiale Nummer „Sperrfeuer“. Alles in allem war dies ein kurzweiliger und gut organisierter Konzertabend mit vorbildlich kurzen Umbaupausen. Drei Bands mit jeweils einer einstündigen Show würden jedoch für einen solchen Konzertabend vollkommen ausreichen. Alles darüber hinaus übersteigt die Aufnahmefähigkeit der meisten Besucher. Vorschau Das nächste Konzert in der Schwemme ist am Samstag, 12. November, das Benefizkonzert für das Pirmasenser Tierheim mit den Bands „Nasty Five“, „Trickster’s Day“ und „Primacy“. Einlass ist ab 19.30, Beginn gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt kostet sieben Euro an der Abendkasse.

x