Umfrage RHEINPFALZ Plus Artikel Was sagen Sie zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz?

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Computer und Roboter lernen immer schneller und werden immer intelligenter, die Rolle und das Potenzial der Künstlichen Intelligenz (KI) nimmt in Gesellschaft und Wirtschaft immer mehr zu. Ob dies einen Fluch, einen Segen oder beides zugleich für sie bedeutet, haben wir Passanten in der Fußgängerzone gefragt.

Alexander Schwarz hat bereits im privaten Bereich mit KI gearbeitet. „Ich habe die Software ChatGPT genutzt – ein Chatbot, der künstliche Intelligenz einsetzt, um mit Nutzern über textbasierte Nachrichten und Bilder zu kommunizieren. Ich texte nicht gerne und da war das für mich eine Erleichterung“, erzählt Schwarz. Kritisch sieht er solche Beispiele für den Einsatz von KI trotzdem, denn sicherlich könnte dies in naher Zukunft Arbeitsplätze vernichten, wie er meint.

„Wenn man KI mit Vorsicht genießt und das selbständige Denken nicht ganz aufgibt, kann man daraus durchaus einen Nutzen ziehen und bestimmte Probleme in der Arbeitswelt lösen“, findet Bernhard Ludwig. Angst, dass Künstliche Intelligenz wie in dystopischen Romanen oder Filmen irgendwann den Menschen unterjocht, hat Ludwig nicht, wie er versichert.

Schlechte Erfahrungen mit KI im Beruf hat hingegen Arno Schäfer gemacht. „Die Software hat einen Fehler gemacht, den wir Menschen ausbügeln mussten. Künstliche Intelligenz ist eben doch nicht fehlerfrei, wie wir alle meinen“, sagt er. Im privaten Bereich, wenn es etwa um Sprachassistenten geht, findet Schäfer den Einsatz Künstlicher Intelligenz jedoch nützlich, wie er gesteht. „Aber wenn die Neujahrsrede von Olaf Scholz mittels KI gefälscht wird, wie es kürzlich passiert ist, finde ich das einfach nur doof“, so Schäfer weiter.

Das Ehepaar Gustav und Elke Fleischmann hat einige Bedenken, was den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt angeht. „KI wird nicht krank und macht keinen Urlaub. Da wird in Zukunft so mancher Angestellter im Büro wahrscheinlich durch einen Roboter oder Computer ersetzt werden“, befürchtet Elke Fleischmann. Ihr Mann Gustav will sich dem technischen Fortschritt dennoch nicht verschließen. „Ich bin zwar schon über 70 Jahre alt, beschäftige mich aber dennoch gerne mit den neuesten Errungenschaften in der Welt. Es besteht nur die Gefahr, dass man irgendwann das selbständige Denken aufgibt, weil alles immer bequemer wird“, sagt er.

Tanja Klees hat gemischte Gefühle, wenn sie an das Thema Künstliche Intelligenz denkt, wie sie sagt. „Ich arbeite in einer Schule, da ist es mittlerweile gar nicht mehr ersichtlich, ob ein Aufsatz mit einem Textgenerator geschrieben wurde oder nicht. Ich befürchte, dass zukünftig das eigene Denkvermögen mit einem höheren Einsatz von KI noch mehr auf der Strecke bleibt“, so Klees. Hinzu komme, dass in deutschen Schulen derzeit noch viel zu wenig über die Vor- und Nachteile von Künstlicher Intelligenz diskutiert werde. Diese Aufgabe müsse letztlich das Elternhaus übernehmen.

Der Pirmasenser Pfarrer Wolfdietrich Rasp findet menschlichen Forschungsdrang prinzipiell gut, dennoch gibt es dahingehend für ihn Grenzen, wie er sagt. „Wegen des Forschergeistes der Menschen sitzen wir nicht mehr mit Feuersteinen in Höhlen, die Frage lautet im Hinblick auf KI aber, ob man alles tun muss, was man kann. Wir werden damit irgendwann an einen Punkt kommen, an dem es politische Grenzen braucht“, so Rasp. Wichtig sei für ihn, dass der Mensch trotz des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz seine Würde und Aufgabe in der Welt behalte.

Bernhard Ludwig
Bernhard Ludwig
Arno Schäfer
Arno Schäfer
Elke und Gustav Fleischmann
Elke und Gustav Fleischmann
Tanja Klees
Tanja Klees
Wolfdietrich Rasp
Wolfdietrich Rasp
Alexander Schwarz
Alexander Schwarz

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