Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Was RHEINPFALZ-Leser von CDU-Kandidat Florian Bilic wissen wollten

Am Telefon für die RHEINPFALZ-Leser: CDU-Kandidat Florian Bilic.
Am Telefon für die RHEINPFALZ-Leser: CDU-Kandidat Florian Bilic.

Florian Bilic stellte sich am Dienstag den telefonischen und schriftlichen Fragen der RHEINPFALZ-Leser. Zentrale Themen waren Altersvorsorge, der B10-Ausbau und der Umgang mit Langzeitarbeitslosen.

Der erste Anrufer fragte den jungen Bundestagskandidaten der CDU, wann und wie der Ausbau der B 10 endlich vorangebracht wird. Bilic versicherte, dass dieses Thema „ganz oben auf der Agenda“ stehe. „Wir müssen herausfinden, wo es konkret hapert. Das darf nicht nur ein Wahlkampfthema sein, sondern man muss operativ daran arbeiten“, betonte er. Ein Anrufer aus Waldfischbach-Burgalben interessierte sich ebenfalls für die Entwicklung der B 10 und äußerte seinen Frust: „Unsere Politiker sind alle Verlierer! Ich bin mir unsicher, ob ich überhaupt wählen gehen soll.“ Bilic reagierte darauf unaufgeregt: „Wenn 30 Jahre lang nur darüber gesprochen und nicht gehandelt wird, sind Zweifel und Politikverdrossenheit natürlich nachvollziehbar. Doch man darf den Kopf nicht in den Sand stecken.“ Als junger Kandidat habe er die Ambition etwas zu ändern. Die B 10 sei eine „wichtige Lebensader für die Region“. Bilic ergänzte: „Ich möchte dieses Problem ganz konkret angehen, doch es braucht auch Zeit, um das Gesamtbild zu verstehen. Es hilft nicht, wenn man dieses Thema nur oberflächlich angeht.“

Eine RHEINPFALZ-Leserin hatte Fragen zur Altersvorsorge. Sie klagte, dass Vorsorgeverträge gekündigt werden würden und für Erspartes auf der Bank Strafzinsen anfallen. Der CDU-Mann stimmte ihr zu, dass es sich bei der Altersvorsorge um ein grundlegendes Problem handle, das reformwürdig sei. „Gesetzliche, private und berufliche Altersvorsorge müssen auf den Prüfstand“, so Bilic. Er sei von allen Vorschlägen der großen Parteien derzeit nicht überzeugt. Eine perfekte Lösung gebe es nicht, doch davon wolle er sich nicht abschrecken lassen: „Es ist klar, dass es besser werden muss. Altersvorsorge gehört zu den ersten Themen, die ich als Bundestagsabgeordneter politisch bearbeiten will.“ Zu Strafzinsen vertritt der 27-Jährige eine klare Meinung: „Ersparnisse müssen sicher sein.“ Er riet der Leserin, sich individuell und professionell beraten zu lassen, beispielsweise durch die Verbraucherzentrale.

Ein Vorschlag von Christian Baldauf war für einige Leser ebenfalls von Bedeutung. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im rheinland-pfälzischen Landtag forderte, Langzeitarbeitslosen Arbeit zuzuteilen, beispielsweise in den Bereichen Flächen- und Altenpflege. Bilic würde das begrüßen: „Jeder, der von der Gesellschaft profitiert, sollte dieser auch etwas zurückgeben. Man darf natürlich nicht verallgemeinern, doch niemand sollte sich nur auf gezahlten Leistungen ausruhen.“ Bilic merkte an, dass es sich dabei nicht um Sanktionen für Langzeitarbeitslose handele, viel mehr solle diesen dadurch ein geregelter Alltag ermöglicht werden. Besonders für Pirmasens sei das sinnvoll, wie er erklärte: „Wir reden hier ja nicht davon, die Leute zu 40 Stunden Arbeit pro Woche zu zwingen. Fünf Stunden pro Tag, um den Leistungsempfang mit einer Gegenleistung für die Gesellschaft auszugleichen, reichen aus. Gerade Pirmasens könnte ich mir dabei sehr gut als Modellkommune vorstellen.“

Florian Bilic musste sich zudem mit der Frage auseinandersetzen, ob die Südwestpfalz eine „abgeschriebene Region“ sei. Ein Anrufer beklagte, dass junge Menschen in die großen Ballungsräume flüchten würden. Dem entgegnete Bilic: „Wir haben ein tolles Umfeld und viele kommen nach dem Studium gezielt hierher zurück. Junge Menschen brauchen gute Zukunftschancen in unserer Region. Dafür möchte ich in Berlin werben und die Region bestmöglich platzieren.“

Die schriftliche Anfrage eines Lesers behandelte die Frage, ob Bilic sich dafür einsetzen wolle, dass Deutschland dem Atomwaffenverbotsvertrag beitritt. Die CDU lehne das bisher ab. Bilic: „Dazu kann ich klar sagen, dass ich gegen Atomwaffen bin. Trotzdem ist es nicht möglich, das final zu beurteilen. Wenn dieses Thema im Bundestag zur Abstimmung steht, werde ich mich im Vorfeld gezielt damit beschäftigen und eine Entscheidung treffen.“

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