Pirmasens
Was die Müllverbrennungsanlage macht, wenn ein Feuer ausbricht
Am 5. März hatte es nachts in der MVA gebrannt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Eine kilometerlange Schlauchleitung wurde in die Zweibrücker Straße gelegt. Bei einem Vorort-Termin in der MVA erläuterte nun der Technische Leiter des Müllofens, Michael Höling, dass alles einwandfrei funktioniert habe bei der Abwehr des Feuers. Von einem Großbrand will Höling nicht sprechen. Es habe sich nur um einen „Entstehungsbrand“ gehandelt. Der Müll habe sich wohl selbst entzündet. Was sich da entzündet haben könnte, sei nicht mehr feststellbar, da bei Bränden im Müllbunker immer der Brandherd vernichtet werde. Ein Bestandteil der Brandbekämpfung sei das Verbrennen des fraglichen Mülls im Ofen. Per Kran werde unter Aufsicht der Feuerwehr das kokelnde Müllgemisch direkt in den Ofen gegeben, wo jeder Nachweis zur Feuerquelle gleich mitverbrannt wird. Höling vermutet einen mit Leinöl getränkten Lappen oder einen Lithium-Akku als Feuerquelle. Die Akkus bereiteten Müllentsorgern zunehmend Probleme.
Akkus als Problem für die Branche
„Damit kämpft die ganze Branche“, klagt Höling und verweist auf die Stabilität der Akkus im normalen Betrieb. Im Mülleimer könne es jedoch zu einem Kurzschluss kommen oder wenn der Kran in den Müllhaufen reingreift, wird der Akku beschädigt und fängt Feuer. „Das gehört gar nicht erst in die Tonne“, appelliert der MVA-Leiter an die Bürger, die unter Umständen selbst die Leidtragenden sein könnten. „Das kann schon im Mülleimer hochgehen und das ganze Haus abfackeln“, schildert Höling die Konsequenzen falscher Müllentsorgung.
Der Brand vom 5. März sei sofort vom Kranpersonal bemerkt und bekämpft worden. Dazu gibt es eine Sprühflutanlage, die in einer Minute zwei Zentimeter Wasser auf die betroffenen Anlagenteile sprüht. Außerdem waren Löschkanonen im Einsatz, von denen vier im Bunker vorhanden seien. Die Pirmasenser Feuerwehr sei ebenfalls schnell vor Ort gewesen, musste sich laut Höling aber die meiste Zeit auf die Beobachtung der Glutnester beschränken. Die Feuerwehr sei es letztlich auch gewesen, die eine Öffnung des „Rauch- und Wärmeabzugs“ veranlasst habe. Normalerweise werde die Luft im Müllbunker nur über den Verbrennungsrost abgesaugt, womit im Brandfall im Bunker auch die giftigen Rauchgase erst über den Rost und dann durch die Rauchgasreinigung laufen. Am 5. März habe die Feuerwehr jedoch zur Brandbekämpfung die Abzüge öffnen lassen, um den Bunker schnell zu entrauchen und Wärme abzuleiten.
Kilometerlange Wasserleitung
Ein Problem mit der Löschwasserversorgung habe es nicht gegeben, auch wenn die Feuerwehr eine 1,5 Kilometer lange Schlauchleitung bis zum Media-Markt legen musste. „Das wird immer vorsorglich gemacht und reicht dann auch“, meint Höling. Die MVA selbst habe 1500 Kubikmeter Löschwasser im Keller in zwei Tanks bevorratet, um drei Stunden alleine damit löschen zu können. Da Löschwasser bei einem Feuer außerhalb des Bunkers immer in das Löschwasserauffangbecken geleitet werde, könnte aus diesem rein theoretisch auch noch Löschwasser recycelt werden. Beim Bunkerbrand jedoch bleibe fast alles im Bunker. Der riesige Betonbehälter wurde am 5. März auch klatschnass. Der feuchte Müll sei anschließend unter Zufeuerung von Heizöl in der MVA nach und nach verbrannt worden und dadurch der Müllbunker auch wieder trockengelegt.
Die Feuerung selbst habe keinen Schaden erlitten. Unterhalb des Bunkers sei eine Pumpe beschädigt worden, die ersetzt werden musste. Und wegen Wassereintritts in einen der zwei Müllöfen habe dieser für eineinhalb Tage stillgelegt werden müssen. Die zweite Linie musste für die Reparatur der Pumpe runterfahren.
Höling ist sich sicher, dass die Anlage sehr sicher in Sachen Brandschutz sei. Gerade Müllbunkerbrände würden über thermografische Detektoren sehr schnell entdeckt und damit auch effektiv bekämpft werden können. „Die finden ein Brandnest, auch wenn alles verraucht wäre.“ Beim Pressebesuch zeigten die Detektoren nur graue Felder an. Die Temperatur bewegte sich zwischen fünf und 30 Grad Celsius im Müll. Alles in Ordnung also.