Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Was der Circus Barelli den Pirmasensern bieten will

Das neue Zelt des Circus Gebrüder Barelli (hier beim Aufbau) bietet rund 1400 Besuchern Platz und hat einen Durchmesser von 40 M
Das neue Zelt des Circus Gebrüder Barelli (hier beim Aufbau) bietet rund 1400 Besuchern Platz und hat einen Durchmesser von 40 Metern.

2023 gastierte der Circus Gebrüder Barelli schon einmal in Pirmasens. Nun kehrt die Familie zurück – mit neuem Zelt und dem Versprechen eines noch spektakuläreren Programms.

Vor zwei Jahren haben die Geschwister Ramona, Timmy und Franz Barelli mit ihrem Zirkus für eine Sondervorstellung auf dem Messplatz Station gemacht. Hintergrund war die langjährige Freundschaft der Familie mit dem Niedersimter Zirkusmacher Jakel Bossert. Nun sind die Barellis zurück und wollen das Publikum von 22. bis 30. März mit ihren Darbietungen begeistern. Premiere ist am Samstag.

Derzeit bevölkern mehr als 70 Transport- und Zirkuswagen den Pirmasenser Messplatz. Rund um den Platz sind einige Straßen gesperrt, um den für einen großen Zirkus notwendigen Raum zu schaffen. Von nostalgischen, über 100 Jahre alten Wagen über ein Zirkusmuseum mit antikem Equipment bis hin zu Speisen- und Getränkewagen steht am Montagnachmittag schon alles bereit, als Ramona und Franz Barelli zum Pressegespräch bitten. Noch ausgebreitet auf dem Boden des Geländes liegt zu diesem Zeitpunkt das große, neue Zirkuszelt mit knapp 40 Metern Durchmesser. Es bietet etwa 1400 Gästen Platz und soll binnen weniger Stunden aufgebaut sein.

Neunte Generation steht schon in der Manege

„Die Kuppel des Zelts sowie alle unsere Wagen aus Holz hat mein Bruder Timmy selbst entworfen und gebaut. Die Kuppel sieht aus wie die der Dresdner Frauenkirche, wenn man genau hinsieht“, verrät Ramona Barelli, die für die Dressur der Pferde verantwortlich ist. Barelli ist ein klassischer, traditioneller Zirkus in Familienhand. „Wir haben schon so einige Höhen und Tiefen erlebt, waren schon ganz oben, aber auch ganz unten. Die neue Saison, die wir in Frankfurt begonnen haben, ist für uns nach einigen Krisen ein Neuanfang“, sagt Franz Barelli. Auch seine zwei Söhne, neun und 13 Jahre alt, stehen schon als Clown und Jongleur in der Manege und führen die Familientradition in der neunten Generation fort.

Für die heutigen Inhaber ist das keine Selbstverständlichkeit. Ihre Eltern Henry und Rolina Spindler, die jeweils aus bekannten Zirkusfamilien stammen, gründeten im Jahr 1985 den Circus Barelli. „Wir drei Kinder sind in der bunten und schillernden Zirkuswelt mit Artisten und Tieren aufgewachsen. Dann wurde unsere Mutter schwer krank, sodass wir unseren Zirkus 2011 schließen mussten. Sie verstarb im Jahr 2014 im Alter von 61 Jahren – viel zu früh“, erzählt Ramona Barelli sichtlich bewegt. Die drei inzwischen erwachsenen Kinder versuchten sich zwischenzeitlich bei anderen Zirkussen, fanden dort aber keine Erfüllung und wagten 2019 in eigener Regie einen Neustart. „Ein eigener Zirkus, so wie wir ihn von Kindesbeinen an kannten, ist unsere große Leidenschaft. Wir stecken unser gesamtes Herzblut hinein“, sagt die Zirkusmacherin weiter. Doch bereits 2020 folgte mit der Corona-Pandemie die nächste Krise, „wir waren wie so viele andere auf staatliche Hilfen angewiesen“.

Drei Jahre Vorbereitung für Neuanfang

Ihr Bruder Franz unterstreicht, dass aufgeben für die Familie keine Option gewesen sei: „Der Neuanfang hat drei Jahre Vorbereitung und viel Kraft erfordert. Wir sind jetzt größer und haben ein nicht alltägliches Programm auf die Beine gestellt, das man in dieser Form anderswo nicht findet. Wir haben Artisten aus aller Welt, sind modern und doch traditionell.“ Ziel sei, dass wie früher eine ganze Stadt auf den Beinen ist, wenn der Zirkus kommt – „auch wenn die Zeiten schwieriger geworden sind“.

Wiederholt unterstreichen die Barellis die Qualität ihrer internationalen Künstler, allen voran der Artisten. Zwei von ihnen kommen aus Kolumbien, die bei der „Sieben-Mann-Pyramide“ in luftiger Höhe ihr Leben riskieren. Ebenfalls eine waghalsige Nummer ist das „US-Todesrad“, das von zwei Amerikanern präsentiert wird. Zusätzlich gibt es einen Clown aus Frankreich. Insgesamt halten rund 50 Personen den Zirkus am Laufen, zu dem unter anderem Pferde, Ponys und Kamele gehören. Auf Wildtiere verzichten die Barellis bereits seit einigen Jahren.

„Eine Pause vom schwierigen Alltag bieten“

Mit einem rund zweieinhalbstündigen Programm will die Familie das Pirmasenser Publikum verzaubern. Ramona Barelli: „In einer Welt voller Probleme und Krisen möchten wir den Leuten eine Pause vom schwierigen Alltag bieten. Dass die Leute das unbedingt brauchen, zeigt der Zuspruch, den wir hier erfahren. Der Vorverkauf läuft super, und die Leute freuen sich, dass wir hier sind.“

Info

Der Circus Barelli gastiert vom 22. bis 30. März auf dem Pirmasenser Messplatz. Die Vorstellungen finden täglich um 16 und 20 Uhr statt; Ausnahmen: Am Sonntag, 23. März, wird um 14 und 18 Uhr gespielt, am Dienstag, 25. März, nur um 17 Uhr. Am 30. März finden die Vorstellungen um 11 und 15 Uhr statt.

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