Pirmasens
Was das PFI auf der Husterhöhe alles prüft
Wem ist schon bekannt, dass Bundeswehrstiefel 72 Stunden Wasser abweisen müssen, während es bei gewöhnlichen Straßenschuhen immerhin noch vier Stunden sind? Beim Rundgang durch die Labore des PFI erklärte PFI-Leiterin Schulte dem Gast aus der Landeshauptstadt nicht nur, die Aufgaben des Instituts, sondern zeigte ihr anhand solcher Beispiele, was die Angestellten gerade prüfen.
Bis zu 800 unterschiedlichen Materialprüfungen bietet das PFI auf der Husterhöhe an. Ein weites Aufgabenspektrum. So werden in den Laboren nicht nur Schuhe überprüft, sondern auch andere Textilien. In einem Bereich prüft ein Mitarbeiter beim Besuch der Ministerin gerade Fußbälle. Dabei wird geschaut, ob sich das Leder mit Wasser vollsaugt. Das wäre im Spielbetrieb nicht gerade hilfreich. Ein Problem wäre es auch, wenn sich der Ball durch den Tritt von einer Kugel zu einem Ei verformt. Damit das alles nicht passiert, prüfen PFI-Mitarbeiter das Sportprodukt eingehend.
100 Mitarbeiter beschäftigt das PFI, davon 40 Wissenschaftler. Dependancen gibt es in China, wo PFI-Mitarbeiter unter anderem Schuh- und Textilfirmen inspizieren und gegebenenfalls so zertifizieren, wie das ihre deutschen Vertragspartner vorschreiben, beziehungsweise Verbraucher es erwarten.
Aber auch wenn Ware aus dem Ausland verschimmelt in Deutschland ankommt, steht das PFI mit Rat zur Seite. Dann steht die Frage im Raum, ob sich der Schimmel beseitigen lässt und die Schuhe beispielsweise unbedenklich in den Handel kommen können oder ob die Lieferung in der Tonne landet.
Ein Besuch in der Schuhstadt an einem Institut, das sich nicht zuletzt der Forschung rund um den Schuh verschrieben hat – da dreht sich naturgemäß ziemlich viel um das Thema Schuhe. Wie viele Schuhe hat eigentlich eine Wirtschaftsministerin? So richtig wollte Daniela Schmitt das nicht verraten. Sie sagte nur „viele“ und verwies darauf, dass sie „geländegängig“ sein müsse. Zu ihren Zuständigkeiten zählen schließlich nicht nur Unternehmen, sondern auch der Weinbau. Je nach Anlass muss das Schuhwerk stimmen. Beim Besuch in Pirmasens trug die Ministerin klassische Pumps von Peter Kaiser – was sonst?