Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Warum eine Pirmasenser Straße nach einem Mitglied einer Bürgerwehr benannt ist

Die Richard-Dippold-Straße liegt im Winzler Viertel.
Die Richard-Dippold-Straße liegt im Winzler Viertel.

Er war Steuerberater, Mitglied einer Bürgerwehr und der FKP ehrte ihn mit goldenen Ehrenring: Richard Dippold wurde später Beigeordneter in Pirmasens. Mittlerweile trägt eine Straße seinen Namen.

Die Straße im Winzler Viertel zwischen der Maler-Bürkel- und Winzlerstraße wurde nach dem am 4. Juni 1891 in Pirmasens geborenen Richard Dippold benannt. Der Steuerberater war erstmals 1923 politisch in Erscheinung getreten, als sich in Pirmasens eine Bürgerwehr bildete, welche den Kampf gegen die Separatisten aufnehmen sollte.

Die Separatisten hatten vor knapp 100 Jahren im Rheinland und dem heutigen Rheinland-Pfalz, auch in Pirmasens, den Versuch einer Staatsgründung unternommen. Sie wollten eine „Rheinische Republik“ mit Koblenz als Hauptstadt gründen. Dagegen wehrte sich mitunter auch Dippold als Mitglied einer Bürgerwehr.

Die Separatisten indes erhielten im Nachkriegsdeutschland zunächst Unterstützung aus Frankreich und Belgien. Und so kam es, dass Dippold im November 1923 bei einer Versammlung der Bürgerwehr verhaftet und – wenn auch nur für wenige Tage – von den Franzosen eingesperrt worden war. Dippolds Überzeugung im Kampf gegen den Separatismus konnte dadurch allerdings nicht gebrochen werden. Beim Aufstand der Pirmasenser Bevölkerung gegen die Separatistenherrschaft am 12. Februar 1924 war Dippold mittendrin. Die Separatistenbewegung scheiterte noch 1924.

Dippold war als linker Läufer 15 Jahre lang (1908 bis 1923) für den FK Pirmasens am Ball gewesen und für mehr als 500 Spiele mit dem goldenen Ehrenring des FKP ausgezeichnet worden. Der Steuerberater war in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts Mitglied der Bayerischen Volkspartei (BVP). Er bekannte sich bereits sehr früh zu seiner christlichen Überzeugung. Nach der Machtergreifung der NSDAP 1933 hatte sich die BVP allerdings aufgelöst. Gleichwohl blieb Dippold seiner Gesinnung treu und war 1945 Mitbegründer der CDU. Vom 14. September 1946 bis zum 15. März 1961 war Dippold Mitglied des Pirmasenser Stadtrates. Von 1953 bis zu seinem Tod am 13. Februar 1963 war er Beigeordneter der Stadt und zuständig für die Referate Sportamt, Stadtbad, Stadtgärtnerei, Schlachthof, Feuerwehr, Wohnungswesen und Sozialamt.

1959 wurde Dippold mit der Freiherr vom Stein-Plakette ausgezeichnet. Das ihm 1963 verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande konnte er nicht mehr persönlich in Empfang nehmen. Den Sportehrenbrief verlieh ihm die Stadt Pirmasens 1964 posthum.

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