Pirmasens
Warum die Bürgerinitiative für den Ausbau der B 10 auf eine neue Strategie setzt
Gleichzeitig versäumte er es nicht, die Fortschritte zu loben. Immerhin, so betonte er, werde bei Landau gebaut und auch das Teilstück bei Hinterweidenthal könne voraussichtlich im nächsten Jahr abgeschlossen werden. „Ich wünschte, an anderen Stellen würde ebenso fleißig gebaut“, merkte der BI-Vorsitzende an. Für viele Vorgehensweisen beim Ausbau der B10 hätten er und seine Mitstreiter kein Verständnis. Dass es drei Jahre dauert und rund elf Millionen Euro koste, um das gerade einmal 400 Meter lange Teilstück bei Fehrbach technisch aufzurüsten, sei für sie nicht nachvollziehbar.
Er avisierte, dass für das einzig verbliebene zweispurige Teilstück zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein, die sogenannte Felsnase, eine Planfeststellung für das kommende Jahr realistisch sei. „Damit könnte der Baubeginn etwa 2023 erfolgen. Landrätin Susanne Ganster erachtete die Verzögerung beim Ausbau ab Hinterweidenthal als nicht nachvollziehbar. „Es liegen drei mögliche und entscheidungsreife Varianten vor“, sagte sie. Die Strecke sei ein Unfallschwerpunkt. „Es geht hier um Menschenleben“, betonte sie die Dringlichkeit.
Weiss erklärte, dass beim Ausbau zwischen Hauenstein und Wilgartswiesen ein dringend benötigter Rastplatz geplant sei. „Allerdings verläuft genau dort eine Pipeline und der Grundstücksbesitzer hat sich dazu nicht geäußert.“ Dem Landesbetrieb für Mobilität seien in einem solchen Fall die Hände gebunden. Eine Entscheidung werde so immer weiter verzögert.
Sehr positiv bewertete Weiss die Tatsache, dass es aus den vorderpfälzischen Gemeinden inzwischen kaum Widerstand gegen den B-10-Ausbau gebe. Das bestätigte auch OB Markus Zwick. Die Bürgerinitiative habe mit ihrer langjährigen und sachlichen Arbeit daran einen großen Anteil. „Nach einem gemeinsamen Termin mit meinem Landauer Amtskollegen Hirsch weiß ich, dass er sich unserer Haltung zum Ausbau angeschlossen hat“, unterstrich er.
Aus diesem Grund schlug Weiss vor, den Schwerpunkt der Arbeit der Bürgerinitiative zukünftig neu auszurichten. „Wir als Bürgerinitiative sollten versuchen, den Ausbau an den Stellen schneller vorantreiben, an denen er technisch unproblematisch realisiert werden kann“, sagt er. Dazu gehöre etwa das Teilstück zwischen Hauenstein und Wilgartswiesen.
Die B 10 sei von großer Bedeutung, besonders für die Unternehmen der Region. Bei einem Termin mit Wirtschaftsminister Wissing beim Pirmasenser Unternehmen psb hätten deren Zahlen deutlich gezeigt, dass es für das Unternehmen kaum möglich sei, Mitarbeiter aus der Vorderpfalz zu rekrutieren, berichtete OB Zwick. „Ganz anders sieht das in Richtung Saarland aus, wo die Verkehrsanbindung stimmt“, sagt er.
Der Bürgerinitiative gehören insgesamt 7029 Mitgliedern an. „Es freut mich, dass der Einladung heute viele junge Leute gefolgt sind“, betonte Weiss. „Unsere Bemühungen werden den nachfolgenden Generationen sicherlich zugute kommen.“