Pirmasens Warteliste für Hundebabys
Nächste Woche werden die ersten Welpen aus dem illegalen Tiertransport vom Juni an ihre neuen Besitzer abgegeben. 39 Hunde sind zu vermitteln und der Andrang sei riesig, berichtet Evi Hopmeier vom Tierschutzverein. Eine Warteliste wird geführt und Interessenten müssen sich bewerben. 43 Tiere waren sichergestellt worden. Drei davon sind noch krank. Ein Hund hat es nicht geschafft.
Am 12. Juni war der Polizei der illegale Hundetransport bei einer Drogenkontrolle auf der A 8 bei Walshausen aufgefallen. Die 43 Welpen waren sehr beengt in Katzentransportboxen ohne Wasser und allesamt krank in einem Kombi transportiert worden. Alle kamen ins Pirmasenser Tierheim, wo seitdem mindestens eine Mitarbeiterin permanent mit den Welpen beschäftigt war. Die Tiere waren alle voller Flöhe, Würmer, ohne Impfung und traumatisiert vom Transport, von dem immer noch nicht bekannt ist, wo er startete und wo er hinführen sollte. Vier Chichuachuas mussten in die Tierklinik. Einer davon ist laut Kreisverwaltung inzwischen gestorben. Todesursache sei ein Hyperglykämie-Fettlebersyndrom mit Magen-Darminfektion gewesen, teilte das Veterinäramt mit. Das ist eine Stoffwechselstörung mit hochgradiger Leberverfettung, wofür Welpen von Zwergrassen anfällig sind, wenn sie Stresssituationen ausgesetzt sind. Die Stresssituation bei dem verstorbenen Welpen wurde ausgelöst durch das zu frühe Trennen von der Mutter und die Autofahrt, informierte Ulla Eder, Sprecherin des Veterinäramtes und der Kreisverwaltung. Den drei anderen Tieren gehe es inzwischen besser, erzählt Hopmeier. „Es ist aber noch nicht top.“ Alle anderen Tiere wurden am Mittwoch zum ersten Mal geimpft. Vor einer Vermittlung warte das Tierheim immer, ob mit der Impfung alles glatt ging, weshalb erst nächste Woche die ersten Welpen abgegeben werden könnten. Zur Vermittlung freigegeben wurden die Tiere bereits in der vergangenen Woche vom Veterinäramt. Hopmeier hat keine Zweifel, dass sich für jeden der Yorkshire-Terrier, Bichon, Minispitz und französischen Bulldoggen ein neues Zuhause finden lassen wird. Der Andrang an Interessenten sei sehr groß. Das Tierheim habe eine Liste der Interessenten erstellt, die zuvor einen Fragebogen ausfüllen müssten. „Wir gucken dann, was passt“, schildert Hopmeier die Vorgehensweise bei der Massenvermittlung. Das Tierheim wolle schließlich nicht um jeden Preis vermitteln und wenige Monate später ein noch traumatisierteres Tier wieder zurückbekommen. Billig werden die Tiere nicht sein. 500 Euro Vermittlungsgebühr müsse das Tierheim nehmen, meint Hopmeier und verweist auf den Aufwand, den der Verein mit der Pflege der Tiere und für die Impfung habe. Teures Spezialfutter sei nötig gewesen. Außerdem müsse für Rassehunde immer mehr gezahlt werden. „Wir bereichern uns nicht an den Tieren“, betonte Hopmeier. Die Kosten für den Tierarzt wird der Verein nicht bezahlen müssen. Die bislang angefallenen Kosten der tiermedizinischen Versorgung trägt zunächst der Landkreis, erklärte die Sprecherin der Kreisverwaltung. „Wir werden jedoch versuchen, die Kosten wieder beizutreiben“, kündigt Eder an. Der Fahrer des Tiertransports werde nun belangt - zumindest werde dies versucht. Südwest Spenden und Kontakt —Wer sich für ein Tier interessiert, kann sich unter info@tierheim-pirmasens.com melden. —Spendenkonto Tierschutzverein: DE 8654 2400 3202 9210 8800