Pirmasens Vor 125 Jahren geboren: Kolonialhistorikerin Hedwig Kömmerling
Mathilde Auguste Hedwig Fitzler wurde am 11. Juni 1896 in Frankfurt am Main geboren und war eine Nichte des Physikers Max Planck. Sie studierte an den Universitäten München, Berlin, Köln und Bonn, promovierte in Geschichte und in romanischen und indischen Sprachen mit summa cum laude.
Dazwischen – in den Jahren 1921 bis 1925 – reiste die Kolonialhistorikerin zu Studienzwecken ins Ausland, vorwiegend hielt sie sich dabei in Brasilien auf.
Fitzler verfasste unter anderem Artikel zur deutschen und portugiesischen Kolonialgeschichte sowie zu Frauenthemen, die in diversen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden.
1937 heiratete sie den Pirmasenser Fabrikanten Karl Kömmerling, der 1897 mit einer Handelsgesellschaft den Grundstein für die spätere Chemische Fabrik an der Zweibrücker Straße gelegt hatte.
Der Zweite Weltkrieg hemmte die wissenschaftliche Tätigkeit der Forscherin. Von 1943 bis 1945 unterrichtete Hedwig Kömmerling an der Oberschule für Jungen in Pirmasens die Fächer Geschichte, Latein, Englisch, Deutsch und Geographie.
Neben ihrer Arbeit als Kolonialhistorikerin wurde sie früh mit Fragen zur Rolle der Frau in der Gesellschaft konfrontiert. Kömmerling war stark in der Frauenbewegung engagiert und zählte zu den Gründerinnen des Ortsrings Pirmasens des Deutschen Frauenrings.
Sie organisierte die groß angelegte Hilfe für Hunderte von Flüchtlingsfamilien aus dem deutschen Osten und die Paketverschickungen in die ehemalige DDR, nach Rumänien und Polen.
Hierfür und für viele andere Verdienste wurde Professor Dr. Dr. Hedwig Kömmerling die Goldene Stadtehrenplakette der Stadt Pirmasens sowie 1961 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen. Im April 1971 erhielt sie zudem die Aufforderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, an der Ceylon-Forschung mitzuarbeiten. Im Alter von 97 Jahren verstarb die engagierte Forscherin schließlich am 26. Dezember 1993 in Pirmasens.