Pirmasens Von Woche zu Woche:

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Wer sich die B-10-Großbaustelle bei Hinterweidenthal und den dortigen Einschnitt in die Natur ansieht, der muss zu der Feststellung gelangen: Gravierender kann ein weiterer vierspuriger Ausbau andernorts auch nicht mehr ausfallen. Wer also, wie das Unesco-Komitee, bei Hinterweidenthal die Schneise in der Landschaft hingenommen hat, der kann den Ausbau der B 10 schlecht an anderer Stelle stoppen wollen mit dem Argument, eine Zerschneidung des Pfälzerwalds müsse verhindert werden. Überhaupt mutet die Berufung der Ausbaugegner auf den Schutz des Pfälzerwaldes wie ein letzter verzweifelter Versuch an, den vierspurigen Ausbau doch noch zu verhindern. Mit Einschnitten in das Waldgebiet, die der Bau von Windkraftanlagen verursacht hätte, wären die Grünen einverstanden gewesen. Mit Einschnitten, die ein Ausbau des Schienennetzes durch die Südwestpfalz verursachen würden, wären die Grünen ebenfalls einverstanden. Nur Einschnitte, die durch den B-10-Ausbau entstehen, werden verteufel. Bei der B 10 wird die Verhinderung des Ausbaus zur Ideologie. Weil in (fast) jedem von uns ein potenzieller Falschparker steckt, gilt unser Mitgefühl gewöhnlich denen, die vom Ordnungsamt ein Knöllchen bekommen. In dieser Woche haben wir über den Ärger zweier Autofahrer berichtet, die zwar ordentlich ihren Parkschein gezogen hatten, ihr Gefährt aber entgegen der Fahrtrichtung geparkt hatten – und dafür löhnen mussten, weil die Mitarbeiter des Ordnungsamts keine Gnade kannten. Die Damen und Herren in Uniform werden deshalb gern als moderne Wegelagerer beschimpft. Deshalb soll an dieser Stelle einmal eine Lanze für sie gebrochen werden. Sie machen einen undankbaren Job, weil sie’s niemandem recht machen können. Tauchen sie auf, ärgern sich die Leute, wenn sie ein Knöllchen hinterm Scheibenwischer vorfinden; tauchen sie nicht auf, ärgern sich die Leute ebenfalls, wenn sie beispielsweise in eine der vielen „Tretminen“ auf Bürgersteigen, Plätzen und in den Parks treten. Dann wird oft weniger über die verantwortlichen Hundebesitzer geschimpft als über die Leute des Ordnungsamts, die wieder einmal nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, um die Kackerei der Hunde zu unterbinden. Für ihren Job müssten die Damen und Herren des Ordnungsamts eigentlich Schmerzensgeld bekommen. Endlich Frühling! Wärmt die Sonne so wie gestern, wird einem schmerzlich bewusst, was beim Rheinberger fehlt: Gastronomie. Das dortige Restaurant steht seit Monaten leer. Die Sonnenterrasse mit Blick auf den Strecktalpark hätte es verdient, bewirtet zu werden.

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