Pirmasens Von Song zu Song näher an Freddie Mercury
Mit „Mad Zeppelin“ stand vor einer Woche eine sehr gute Tributeband auf der Bühne des beliebten „Open Air Burg Lemberg“. Das Konzert der Queen Kings am Freitagabend übertraf das noch. Die Band ist qualitativ noch eine Stufe höher anzusiedeln. Sie gehört zu den besten Tributebands in Europa.
Auch bezüglich der Zuschauerzahlen auf der Burgruine hat die Band einen stetigen Zuwachs zu verzeichnen. Kamen im Jahr 2012 schon beachtliche 400 Zuschauer, so waren es 2014 schon 500 Rockmusikfans. Diesmal nahmen gar 550 Leute den extrem steilen Anstieg zum Ort des Geschehens auf sich, so dass das Festival vom Fassungsvermögen her fast an seine Grenzen gestoßen ist. Die Queen Kings starteten mit einer knackigen Version von „One Vision“, direkt gefolgt vom flotten „Tie Your Mother Down“ und der Megaballade „Somebody To Love“. War Sänger Mirko Bäumer noch vor zwei Jahren stimmlich direkt von 0 auf 100 gestartet, so benötigte er diesmal die ersten Songs als Aufwärmphase. Aber danach war es ein grandioser Vortrag des begnadeten Entertainers. Waren die Zuschauer zu Beginn noch sehr verhalten und abwartend, steigerte sich die Stimmung der Menge quasi von Song zu Song. Die sympathischen Ansagen und Mitsingspielchen von Bäumer halfen, für Feierlaune zu sorgen. „Killer Queen“ und „Bicycle Race“ wurden als Medley in einem Stück gespielt. Bei „Under Pressure“ hatte die Backgroundsängerin Susann De Bollier ihren großen Auftritt, als sie den im Original von David Bowie gesungenen Teil übernahm. „Another One Bites The Dust“ geriet zur Vorstellung des exzellenten Bassisten Rolf Sander, dem hier auch ein viel zu langes Solo zugestanden wurde. Solche Eskapaden sollten die Queen Kings als Tributeband jedoch unterlassen, denn die meisten Fans wollen lieber noch einen weiteren Hit von Queen hören. Mit dem akustischen Countrymusik-lastigen „39“ vom Album „A Night at The Opera“ (1975) wurde dann ein relativ selten gespieltes Lied präsentiert. Das hat sich die Formation auf die Fahnen geschrieben: Den Fans auch weniger bekannte Songs ihrer Lieblinge und zudem solche von Mercurys Soloalben zu präsentieren. Beim fantastischen „I Want It All“ übernahmen die Zuschauer unter Bäumers Regie lautstark den kompletten Refrain. Die hochgestreckten Arme der Fans ergaben ein beeindruckendes Bild, bevor dem Gitarristen Drazen Zalac ebenfalls ein (kürzeres) Solo, untermalt von einer pulsierenden Lightshow, zugestanden wurde. Zalac bewies über die komplette Konzertdauer seine Klasse, der Gitarrensound kam dem des großen Brian May verblüffend nahe. Nach einer etwa 15-minütigen Pause eröffnete „A Kind Of Magic“ Teil zwei des Konzertabends, dessen absolute Höhepunkte „I Want To Break Free“, „Don`t Stop Me Now“ und eine grandiose Version von „Bohemian Rhapsody“ waren. So mancher Besucher rieb sich verwundert die Augen. Mehrmals hörte man die Aussage: „Der singt ja genau wie Freddie Mercury.“ Bäumer ist ein Ausnahmetalent, er hat eine sehr sympathische Ausstrahlung und die Gabe, die Zuschauer vom Fleck weg auf seine Seite zu ziehen und in die Show einzubinden. Somit wird jedes Konzert der Queen Kings zu einem großen Fest für Queen-Anhänger. Der Zugabeteil, eingeleitet von einer guten Interpretation von „The Show Must Go On“, gefolgt von den beiden Welthits „We Will Rock You“ und „We Are The Champions“ beendete einen grandiosen Auftritt. Die Band wurde ihrem exzellenten Ruf mehr als gerecht. Das schwer begeisterte Publikum dankte es mit lange anhaltendem Applaus und war schier aus dem Häuschen. Auch aufgrund eines Top-Sounds war das Konzert am Freitagabend sicherlich der absolute Höhepunkt des diesjährigen „Open Air Burg Lemberg“.