Pirmasens Vandalismus nimmt zu

Mehr Straftaten: Die Zahl der Delikte im Bezirk der Polizeidirektion Pirmasens ist im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent gestiegen, von 8704 auf 9666. Zugenommen hat vor allem die Straßenkriminalität, aber auch Wohnungseinbrüche, Betrugsfälle und Sachbeschädigungen weisen ein Plus auf. Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die der stellvertretende Direktionsleiter Stefan Bauer gestern vorgestellt hat.
wollte nichts schönreden: Die Zunahme bei den Straftaten liege über dem Schnitt des Präsidiums Westpfalz. Allerdings sei die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, im Dienstbezirk der Polizeidirektion Pirmasens, zu der der Landkreis Südwestpfalz sowie die Städte Pirmasens und Zweibrücken gehören, immer noch niedriger als in anderen Ecken der Westpfalz, vor allem die Fallzahlen in Kaiserslautern seien wesentlich höher. Auffällig: In Pirmasens passiert mehr als im Landkreis oder der Nachbarstadt. So kletterte in Pirmasens die Anzahl der Delikte um 353 auf 3977, in Zweibrücken um 114 auf 2442, im Landkreis um 170 auf 3300. Beispielsweise wurden in Pirmasens im Vorjahr 465 Körperverletzungen angezeigt, in Zweibrücken nur 247 und im Landkreis 329. Gerhard Andreas, stellvertretender Leiter der Kriminalinspektion, wollte das aber nicht überbewerten. „In Pirmasens sind die Schulen, die Veranstaltungen, wo viele Leute zusammenkommen, passiert mehr.“ Deutlich über dem Landesschnitt liege die Kriminalinspektion bei der Aufklärungsquote von 68,8 Prozent, so Andreas. Zugenommen haben in der Region die Betrugsfälle. Vermögens- und Fälschungsdelikte stiegen kräftig an, von 1196 auf 1739. Laut Andreas macht der Polizei vor allem der zunehmende Internetbetrug zu schaffen. Da seien im Vorjahr 678 Fälle registriert worden, in 40 bis 50 Fällen seien über ein Internetportal Smartphones bestellt, aber nicht geliefert worden. Internetbetrügereien sind in der Region auf dem Vormarsch, wobei die Polizei davon ausgeht, dass die Dunkelziffer ungleich höher liegt, weil beispielsweise Betrugsversuche mit Abmahnschreiben oftmals gar nicht angezeigt werden. Diebstahlsdelikte machen mit über 33 Prozent den Löwenanteil bei den Straftaten aus. So kletterte die Zahl der einfachen Diebstähle im Jahr 2014 um 9,5 Prozent auf 2024 Delikte, wobei Pirmasens auch hier mit 943 Fällen Spitzenreiter in der Direktion ist. Bauer verwies hier vor allem auf eine deutliche Steigerung bei den Ladendiebstählen in Pirmasens von 262 auf 341, in Zweibrücken nahmen sie von 201 auf 139 ab. Auch eine Serie von 30 Rollerdiebstählen habe sich in Pirmasens niedergeschlagen. Im gesamten Direktionsbezirk haben Bauer zufolge wieder vermehrt Dieseldiebe - „die zapfen auf Parkplätzen Laster an, während die Fahrer schlafen“ - und Metalldiebe – „das geht von einfachen Kabeln bis hin zu Metallschalen auf Friedhöfen“ – ihr Unwesen getrieben. Bei Autoaufbrüchen gab es ebenfalls einen Anstieg um 19,2 Prozent, wobei die meisten Fälle in der Herzogstadt gemeldet wurden. Auch bei den schweren Diebstählen nimmt Zweibrücken mit 433 Fällen eine Spitzenstellung ein, vor Pirmasens (369) und dem Landkreis (422). Was da Probleme mache seien die „überörtlichen Täter“, auch aus Frankreich, so Kommissariatsleiter Andreas. Zugenommen haben im Jahr 2014 die Wohnungseinbrüche, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Entwendet wurden vor allem Schmuck und Bargeld. Von 217 (Vorjahr 179) Wohnungseinbrüchen ereigneten sich 97 tagsüber und 106 im Landkreis. Ein großes Thema waren für die Polizei 1191 Sachbeschädigungen. Vor allem in Pirmasens hat der Vandalismus zugenommen, erklärte Bauer. Zu Buche geschlagen seien in der Stadt Graffitisprühereien mit allein rund 50 Delikten, aber auch Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen wurden vermehrt angezeigt, insgesamt 261 mal (Vorjahr 158). In Zweibrücken wurden 71 Vandalismusfälle gezählt, drei mehr als im Jahr 2013. Das sei aber kein regionales Phänomen, so die Polizei. Generell nehme der Respekt vor Sachwerten ab. Zugenommen hat die Rauschgiftkriminalität, mit plus 131 Delikten. Da bleibt Zweibrücken mit 307 Fällen im Vergleich zu Pirmasens mit 168 vorne, was laut Andreas auf die Justizvollzugsanstalt zurückzuführen ist. (cla)