Pirmasens Völkerverständigung am Herd
Falafel, Piroggen, arabisches „Foul“, Pfannkuchen und Omelette: Für die Schüler der Klasse 6a der Landgraf-Ludwig-Realschule auf der Husterhöhe und die Arbeitsgemeinschaft „Einmal um die Welt“ gab es am Dienstag ein leckeres, selbstgemachtes Frühstück. Gemeinsam mit Angelina Besrodni und Lehrerin Susanne Burkhart-Tawfik durften die Schüler die Gerichte in der Schulküche zubereiten.
Seit Beginn des Schuljahres ist Angelina Besrodni als pädagogische Fachkraft im Anerkennungsjahr am Standort Husterhöhe tätig. Sie kommt ursprünglich aus Kasachstan. Für ihre Abschlussarbeit als Erzieherin hat sie „interkulturelles Lernen“ gewählt. „Die Schule hat einen hohen Migrantenanteil, es treffen viele unterschiedliche Kulturen aufeinander“, weiß sie. Daraus könnten Konflikte entstehen. „Je mehr wir aber über den anderen wissen, desto leichter sind diese Konflikte zu vermeiden“, meint sie. Integration bedeute, offen zu sein und von anderen Seiten etwas Neues zu lernen. Seit Anfang des Schuljahres bietet sie deshalb für die Schüler der Landgraf-Ludwig-Realschule die Arbeitsgemeinschaft „Rund um die Welt“ an. Dabei werden die Herkunftsländer der Jugendlichen genauer unter die Lupe genommen, Sitten und Gebräuche besprochen. Ein Teil des Projektes ist die Esskultur. „Wir waren in russischen, arabischen und deutschen Supermärkten und haben uns das Angebot angesehen“, erzählt Besrodni. Im Restaurant „Sofram“ gab es für die Kinder sogar ein kostenloses Mittagessen. Janine hat die AG gewählt, weil sie einfach mehr über die Länder wissen wollte, aus denen ihre Mitschüler kommen. „Ich hab schon wirklich viel über die unterschiedlichen Gebräuche und Kulturen gelernt“, sagt sie. Am Dienstag haben Kinder aus Syrien, Moldawien, Rumänien, Tschetschenien, Polen, Italien und Deutschland gemeinsam gekocht. Geholfen haben sie zuhause alle schon, die Handgriffe sind für die meisten kein Neuland. „Ich kann schon einiges selbst machen: Nudeln, Pizzabrötchen oder andere kleine Gerichte“, erzählt Alysha. Zusammen mit Frederica und Valeri brät sie Falafel an. „Die habe ich noch nie gegessen, ich bin gespannt“, meint Frederica. Bei Valeri gibt es eher russische Piroggen. Die sind schon ausgebacken und stehen bereits auf dem gedeckten Tisch. Am anderen Arbeitsplatz schlägt Jamen unter den Augen seiner Erzieherin gekonnt die Eier auf. Die Feinabstimmung beim Würzen, gerade bei den arabischen Gerichten, übernimmt die Lehrerin Susanne Burkhart-Tawfik. Sie weißt, wie das Bohnengericht am Ende schmecken muss. Ihr Mann ist Ägypter. Zuhause koche sie meist arabisch. „Ab und an mit pfälzischer Note“, fügt sie lachend an. „Unsere Schüler sind neugierig und offen für Neues. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit Integration gelingt“, erklärt Konrektorin Gudrun Matheis. Das Projekt sei dafür ein wichtiger Baustein.