SPORTSCHIESSEN
Unterirdisch und nur für eine Person: Perfekte Corona-Sportstätte in Waldfischbach
Der Vorsitzende der Scheibenschützen Waldfischbach hat sich vor Jahren auf seinem Grundstück einen eigenen Schießstand gebaut, den er und die anderen 14 Vereinsmitglieder zu Trainingszwecken nutzen. Der Schießstand ist eine unterirdische, 50 Meter lange Röhre. Hensel: „Da kann nur ein einziger Schütze schießen.“
Ex-Weltmeister
„Das war gar nicht so aufwendig oder schwierig“, erinnert sich der ehemalige Unternehmer an das Bauprojekt in Waldfischbach-Burgalben. Der 70-Jährige verweist darauf, dass die Anlage im Vier-Jahres-Rhythmus von der Kreisverwaltung begutachtet und abgenommen werde. Zwar hat der Perkussionsgewehr-Weltmeister von 1985 sowie Mannschaftseuropameister und zweimalige Vize-Europameister von 1988 mit „antiken“ Langwaffen – um nur vier seiner Titel zu nennen – sein Schießpensum deutlich zurückgefahren, „aber es macht mir immer noch Spaß“, versichert der Rentner. Seinen Kunststoff herstellenden Betrieb hat er an seine Söhne weiter gegeben und steht nach eigenen Worten „nur noch als halbe Aushilfskraft zur Verfügung“.
Super isoliert
Es sei für ihn ein immer noch optimaler Ausgleich, wenn er die Zehn ins Visier seiner Waffen nehmen könne. Schoss Hensel einst viele Waffen, so hat er sich aktuell auf die Disziplin Perkussionspistole beschränkt. Das ist eine „alte“ Waffe, für die er noch selbst die Geschosse herstellt. Der Zugang zum Schießstand selbst befindet sich „im Keller“, wie Hensel es beschreibt. Die Schießanlage sei super isoliert und so dimensioniert, dass es problematisch sei, sich mit mehreren Personen dort aufzuhalten. Also wie geschaffen für sportliche Aktivitäten in Zeiten der Coronakrise: Ein Monoschießstand, bei dem niemand links oder rechts mit einer weiteren Waffe steht.
Die Röhre auf dem Weg zum Ziel misst einen Meter im Durchmesser. Er könne auch mit einer Luftdruckpistole auf die Zehn-Meter-Distanz schießen, was er meist auch tue.