Pirmasens „Unsere Motivation lautet: Meister werden“

Verzichtet der SCW im Falle der Meisterschaft auf den Aufstieg? Darüber sei noch zu beraten, sagt Trainer Attila Baum.
Verzichtet der SCW im Falle der Meisterschaft auf den Aufstieg? Darüber sei noch zu beraten, sagt Trainer Attila Baum.

«Weselberg.» Der SC Weselberg schickt sich an, direkt nach dem Aufstieg in die Bezirksliga den Durchmarsch in die Landesliga zu vollziehen. Vor der anstehenden Aufgabe, die den Tabellenführer am Sonntag (Anstoß 15 Uhr) zum Mitaufsteiger FV Rockenhausen führt, sprach Peter Seibel mit SCW-Trainer Attila Baum (31).

Herr Baum, Ihr Team hat das Osterwochenende mit einem 4:1-Derbysieg in Landstuhl erfolgreich gestaltet. Hätten Sie damit gerechnet, dass der härteste Konkurrent Oberarnbach über Ostern gleich zweimal patzt?

Gedacht nicht. Aber ehrlich gesagt habe ich darauf ein wenig spekuliert. Mich hat es überrascht, dass die am Samstag und Montag gespielt haben. Das ist natürlich stramm. Das hätte ich meiner Mannschaft nicht angetan. Es war ja genügend Zeit, die Spiele irgendwie anders zu legen. Noch sind neun Partien zu spielen. Weselberg liegt fünf Punkte vor Oberarnbach, sieben vor dem VfR Kaiserslautern. Trotzdem war das wohl noch keine Vorentscheidung im Titelkampf. Nein, absolut nicht. Wenn der VfR jetzt gegen Oberarnbach gewinnt, muss er danach gegen kein Team aus der Spitzengruppe mehr antreten. Wir spielen noch gegen Oberarnbach und müssen, wie die auch, noch gegen Steinbach antreten. Sie haben erwähnt, dass die Bezirksliga eigentlich die ideale Liga für Weselberg ist. Was machen Sie denn nun, wenn Sie aufsteigen? Oder verzichtet der Verein sogar? Am Wochenende kommen wir zu einer Sitzung zusammen, in der alles intern besprochen und anschließend verkündet wird. Wir haben in den letzten beiden Jahren zusammen vier Titel geholt. Die Motivation jedes Einzelnen ist es, Meister zu werden, auch wenn wir uns dazu entschließen sollten, nicht aufsteigen zu wollen. Sie haben Ihre Karriere wegen eines Knieschadens 2015 beendet. Zuletzt haben Sie zwei Mal gespielt. War das personellen Engpässen geschuldet? Oder wird es das jetzt öfter geben? Nein, das war nur der personellen Situation geschuldet. Das war ein Notfall, weil mehrere „Sechser“ ausgefallen sind. Es macht auch keinen Sinn nach fast vier Jahren ohne Fußball. Wobei das Knie die wenigsten Probleme bereitet. Dafür schmerzt noch heute meine gesamte Muskulatur. Neben Ihrem Trainerjob sind Sie ja noch sportlicher Leiter beim FK Pirmasens und führen – so ganz nebenbei noch, wie es scheint – einen Betrieb. Steigt Weselberg auf, kostet Sie das noch mehr Zeit. Das kann eigentlich nur ein Fußballverrückter machen. Bleibt da Zeit für irgendwas anderes? Es geht schon. Man muss seine Termine eben gut organisieren. Die Freizeit fällt etwas kürzer aus. Aber wenn man den Drang hat, Fußball zu leben, ist das kein Problem. Da ich selbst nach der Verletzung nicht mehr spielen kann, ist das Ganze auch ein wenig Kompensation. Ihr Angreifer Kevin Büchler hat in der Meistersaison 52 Treffer erzielt und damals schon ein Angebot des FK Pirmasens ausgeschlagen. Jetzt steuert er wieder auf die 40-Tore-Marke zu und ist bestimmt weiterhin für den FKP interessant. Geraten Sie da eigentlich in einen Interessenkonflikt? Nein, gar nicht – zumal ich ein sehr gutes Verhältnis zu Kevin habe. Für ihn wäre das nur interessant, wenn er eine Chance in der ersten Mannschaft erhielte und der Trainer ihn auf seiner Position einsetzt. Kevin ist auf gar keinen Fall Stürmer. Er ist für mich der typische Zonenspieler. Wenn man so einen hat, muss man ihn dementsprechend einsetzen, weil er auch nur so perfekt funktioniert. Man sieht das an Bayerns Thomas Müller: Der wurde unter Trainer Ancelotti völlig anders eingesetzt und hat nicht funktioniert. Info Die Dauer der Sperre für den im Spitzenspiel gegen Oberarnbach vom Platz gestellten Abwehrspieler Erik Gries will das Sportgericht nächste Woche festgelegen. Weiter spielen Bereits am Samstag muss der TV/SC Hauenstein II beim TuS Bedesbach-Patersbach antreten (Anstoß 16.30 Uhr). Am selben Tag, eine halbe Stunde später, empfängt der SV Hinterweidenthal die SG Kirchheimbolanden/Orbis. Am Sonntag erwartet der FC Dahn die SG Rieschweiler II (15 Uhr). Der SV Hermersberg kämpft beim TuS Steinbach um Punkte (Sonntag, 15.15)

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