Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Umfrage: Was halten Pirmasenser von der Corona-App?

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Wenige Tage nach ihrem Erscheinen haben sich über zehn Millionen Bürger die deutsche Corona-Warn-App auf ihr Handy geladen. Das Angebot der Bundesregierung soll helfen, Infektionsketten zu durchbrechen und Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen. Doch mit dem Betrieb dieser sogenannten „Tracing-App“ tauchen Fragen auf, viele sehen die Nutzung kritisch. Nicht so die Pirmasenser.

Lange war sie angekündigt, seit letzten Dienstag ist die Corona-Warn-App der Bundesregierung auf dem Markt. Im Vorfeld war vor allem über Datenschutz-Fragen diskutiert worden – „unnötig“, wie der Pirmasenser Wolfgang Preißer findet. Er ärgert sich über Menschen, die der App keine Daten von sich preisgeben möchten, andernorts aber gut und gerne damit herausrücken. „Die Nutzung ist freiwillig und selbst IT-Experten haben keine Bedenken. Bei Facebook und Google wird jeder durchleuchtet und das macht den wenigsten etwas aus. Das finde ich komisch“, sagt Preißer. Derzeit nutzt er ein Firmenhandy, mit dem er die App nicht herunterladen konnte. Das wird sich jedoch in dieser Woche ändern und dann ist er gerne bereit, den „Play Store“ seines Android-Systems zu bemühen, um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen. „Ich hätte mir die App schon früher gewünscht, schade, dass das so lange gedauert hat. In meinem Bekanntenkreis gibt es zwei Lager – jene, die eine solche App sinnvoll finden, und die, die auf sie verzichten werden. Ich selbst werde sie mit Sicherheit nutzen“, so Preißer weiter.

Aufgrund unzureichender technischer Möglichkeiten wird Gustav Ruf die Corona-App nicht nutzen. „Ich habe ein uraltes Handy für den Notfall. Mehr brauche ich nicht. Da ich schon älter bin, werde ich mir auch kein Smartphone zulegen, auf dem ich die App installieren könnte“, sagt der 75-Jährige. Anders sehe es wahrscheinlich mit seinem Sohn aus. „Da ich das System mit diesen Apps nicht gut begreife, werde ich ihn fragen, ob er die Idee unserer Regierung sinnvoll findet. Ich denke, er hat sie sich schon zugelegt. Ich selbst halte mich lieber an Maskenpflicht und Abstandsregeln“, so Ruf.

Ebenfalls keine Bedenken wegen des Datenschutzes hat Susanne Ehrhard. Privat nutze sie sowieso verschiedene Apps auf ihrem I-Phone, um ihren Alltag zu erleichtern, da steht sie auch der Corona-Warn-App aufgeschlossen gegenüber. „Allerdings habe ich ein altes I-Phone, auf dem ich die App nicht installieren kann. Da sollte die Politik reagieren. Es wäre schade, wenn man den Großteil der Bundesbürger abhängt, nur weil sie ältere Geräte haben“, findet sie.

Anders sieht es mit ihrer 18-jährigen Tochter Laura-Marie Ehrhard aus – die Gymnasiastin wird sich noch in dieser Woche die App auf ihr neueres I-Phone-Modell laden. „Im Freundeskreis sprechen wir oft über das Virus und seine Folgen. Ich denke, gerade wir jungen Menschen, die sowieso Smartphones nutzen, sind an der App interessiert. Bedenken habe ich dabei keine, die App kann nur nützlich sein“, so die junge Frau.

Für Alexander Hill hingegen kam die App viel zu spät. Angesichts der geringen Fallzahlen in der Region sieht er keine Notwendigkeit, sich die App auf sein Handy zu laden. „Aktuell habe ich dazu keine Veranlassung, aber ich werde mit Sicherheit anders denken, wenn uns eine zweite Corona-Welle erwarten sollte“, sagt Hill. Kritisch sieht er weiterhin, dass die App nur auf neueren Geräten läuft und viele sie nicht nutzen können, selbst wenn sie wollen. „Aber da wird sich die Politik sicher etwas ausdenken“, meint er.

Das junge Ehepaar Rabea und Andreas Baur hat sich die Corona-Warn-App bereits auf ihre beiden Handys geladen. Letzte Einstellungen müssen noch vorgenommen werden, bevor sie verwendet werden kann. „Weil wir ein Baby erwarten, bin ich derzeit oft beim Arzt und möchte mich im Wartezimmer nicht mit dem Virus anstecken. Allein deshalb finde ich die App schon sinnvoll“, sagt Rabea Baur. Ihr Ehemann pflichtet ihr bei: „Ich finde das Ganze sehr interessant. Das alles geht schnell und verbraucht weniger Energie als gedacht. Vor allem aber vermittelt uns die App ein Gefühl von Sicherheit“.

Wolfgang Preißer
Wolfgang Preißer
Gustav Ruf
Gustav Ruf
Susanne Ehrhard
Susanne Ehrhard
 Laura-Marie Ehrhard
Laura-Marie Ehrhard
Alexander Hill
Alexander Hill
Andreas und Rabea Baur
Andreas und Rabea Baur
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