Pirmasens Umfrage: Sollen die Sommerferien gekürzt werden?

Sechs Wochen dauern die Sommerferien. Bundesweit hält eine Diskussion, ob sie kürzer ausfallen sollen, an.
Sechs Wochen dauern die Sommerferien. Bundesweit hält eine Diskussion, ob sie kürzer ausfallen sollen, an.

Über die Dauer der Sommerferien an Schulen wird bundesweit diskutiert: Sind sechs Wochen Pause zu viel? Wir haben Passanten in der Pirmasenser Fußgängerzone gefragt.

Sabine Peter findet eine mögliche Kürzung der Sommerferien nicht in Ordnung. „Für berufstätige Eltern ist das zwar schwierig, aber die Kinder brauchen einfach mal eine längere Pause vom Unterricht. Auch sie müssen abschalten und den Kopf freibekommen“, findet Peter. Sie selbst habe das Glück, dass die Großeltern ihrer Kinder in Sachen Ferienbetreuung einspringen können, wenn Not am Mann ist. „Ich weiß, das ist nicht überall der Fall, aber trotzdem würde ich es bei den sechs Wochen Sommerferien belassen“, so Peter.

Sabine Peter
Sabine Peter

Sarah-Katharina Ernst hat zwar keine eigenen Kinder, hat aber viele Bekannte mit Nachwuchs. Manche sind auch alleinerziehend, wie sie unserer Zeitung berichtet. „Das kann dann allein bei sechs Wochen Sommerferien schwierig mit der Betreuung werden, da es heutzutage auch immer weniger den klassischen Familienverband wie früher gibt, wo Oma und Opa helfen können“, hat Ernst festgestellt. Die Sommerferien würde sie deshalb auf vier Wochen kürzen. „Diese vier Wochen sollten für die Kinder dann schon drin sein, damit sie abschalten können“, so Ernst weiter.

Sarah-Katharina Ernst
Sarah-Katharina Ernst

Die Tochter von Ute Kiefer ist Lehrerin und hat genauso lange Ferien wie ihre Kinder, auch wenn sie in der zweiten Ferienhälfte ihren Unterricht für das kommende Schuljahr vorbereiten muss. Trotzdem übernimmt Kiefer ihre Enkel an manchen Tagen, um mit ihnen Ausflüge zu machen und ihrer Tochter den Rücken frei zu halten. Mit den Enkeln geht es dann raus in die Natur, auf Spielplätze oder in den Wald, wie Kiefer berichtet. „Dieses Glück hat nicht jeder. Bei uns ist das schon Luxus, muss ich sagen. Dennoch gönne ich den Schülerinnen und Schülern die langen Sommerferien von Herzen und würde deshalb keine Kürzungen vornehmen“, sagt sie.

Ute Kiefer
Ute Kiefer

Birgit Wagner sieht dies anders. „Ich sage schon seit 30 Jahren, dass die Länge der Ferien übers Jahr verteilt viel zu viel ist. Ich war lange alleinerziehende Mutter und weiß, wovon ich spreche. Kein Arbeitnehmer hat so lange Urlaub, dass er seine Kinder problemlos über die ganze Zeit betreuen kann“, sagt sie. Fernab der Problematik für berufstätige Eltern hält Wagner lange Pausen von der Schule nicht gut für den Lernprozess der Kinder. „Die Sommerferien sind gerade vorbei und die Kinder sind wieder mental in der Schule angekommen, da kommen schon die Herbstferien. Da kann sich das Wissen meiner Meinung nach gar nicht festigen“, findet sie.

Birgit Wagner
Birgit Wagner

Bianca Künstler findet lange Schulferien völlig in Ordnung. Sie freue sich für ihre Kinder, wie sie erzählt. „Mein Sohn lebt bei mir in Pirmasens, meine beiden älteren Töchter besuchen ein Internat in Baden-Württemberg. Meistens haben sie unterschiedliche Ferienzeiten und begegnen sich sehr selten. Das klappt höchstens in den langen Sommerferien für eine gewisse Zeit. Kürzen würde ich nichts, ich würde höchstens den Zeitpunkt der Ferien in allen Bundesländer vereinheitlichen“, meint Künstler.

Bianca Künstler
Bianca Künstler

Michael Butscher sagt: „Die Debatte finde ich unnötig. Der Blick nach Frankreich zeigt, dass Sommerferien noch viel länger sein können als bei uns. Was machen berufstätige Eltern dort? Ich selbst springe als Großvater auch gerne ein, wenn es um die Betreuung meiner Enkel geht“.

Michael Butscher
Michael Butscher
Mehr zum Thema
x