Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Umfrage: Geteilte Meinungen zu längeren Arbeitszeiten

Längere Arbeitszeiten und die Streichung von Feiertagen sind im Gespräch.
Längere Arbeitszeiten und die Streichung von Feiertagen sind im Gespräch.

Mehr und länger arbeiten für den Wohlstand? Die Streichung von Feiertagen ist im Gespräch. In der Fußgängerzone wollten wir hierzu die Meinung von Passanten wissen.

„Vor allem bei jüngeren Menschen gibt es die Tendenz, weniger zu arbeiten und mehr Freizeit zu haben. Teilzeitarbeit finde ich im Hinblick auf die deutsche Wirtschaft nicht so gut, eine Vier-Tage-Woche in Vollzeit hingegen schon“, sagt Bernd Metzmann. Für seine Begriffe sollte der Trend dazu hingehen, dass mehr Menschen wieder Vollzeit arbeiten gehen. „Dafür muss die Arbeit aber mit der Familie in Einklang gebracht werden und ein Ansporn geschaffen werden, damit wieder mehr Leistung erbracht wird“, findet er.

Bernd Metzmann
Bernd Metzmann

Seit er mit seiner Ausbildung fertig ist, arbeitet Jens Wagner ausschließlich bei Leihfirmen, wie er der RHEINPFALZ erzählt. Längere Arbeitszeiten kommen für den jungen Pirmasenser nicht infrage. „Meine beiden Kinder sind noch sehr klein, da ist Schichtarbeit fatal. Das macht nur Sinn, wenn man keine Kinder hat. Ähnlich sieht es für mich mit der Arbeit an Wochenenden aus. Ich möchte meine Kinder aufwachsen sehen und an ihrem Leben teilhaben“, so Wagner.

Jens Wagner
Jens Wagner

Gerhard Ziegler ist grundsätzlich dafür, dass in Deutschland wieder mehr gearbeitet wird – ob durch längere Arbeitszeiten werktags oder durch die Streichung eines Feiertags. „Ich denke vor allem für junge Menschen ist es wichtig, dass die Arbeitszeiten flexibel gestaltet werden können. Dass so oft von einer Work-Life-Balance gesprochen wird, wo die Leute ständig darüber jammern, dass sie kaum Freizeit haben, finde ich persönlich nicht gut. Auch die Jungen werden irgendwann merken, dass sie im Leben Leistung erbringen müssen“, sagt Ziegler.

Gerhard Ziegler
Gerhard Ziegler

Dass Arbeit und Geldverdienen sein müssen, um sich einen gewissen Lebensstil leisten zu können, unterstreicht Ute Kiefer. Sie selbst – mittlerweile in Rente – war früher eine berufstätige Mutter von zwei kleinen Kindern, der das Familienleben sehr wichtig war. Wenn Kinder im Spiel sind, sieht sie deshalb längere Arbeitszeiten durchaus kritisch. „Obwohl die Zeiten damals noch etwas anders waren, habe ich halbtags gearbeitet, und das hat gut funktioniert. Meine Kinder waren mir immer wichtiger als meine Karriere. Mein Mann und ich sind auch früher in Rente, um Zeit füreinander zu haben und unser Leben noch ein bisschen zu genießen“, erzählt Kiefer.

Ute Kiefer
Ute Kiefer

Das Ehepaar Evelyn und Michael Haase glaubt kaum, dass längere Arbeitszeiten ausreichen, um die deutsche Wirtschaft wieder anzukurbeln. „Den Arbeitnehmern bringt das überhaupt nichts, weil sie meistens sowieso schon acht Stunden arbeiten und das eigentlich genug sein sollte“, meint Michael Haase. Seine Frau Evelyn Haase ergänzt: „Wir müssen in Deutschland erstmal zusehen, dass wir wieder mehr Fachkräfte haben. Dann gilt Qualität statt Quantität.“

Michael und Evelyn Haase
Michael und Evelyn Haase

Armin Wolff hat mehr als 40 Jahre lang gearbeitet, zuletzt als Lastwagenfahrer. Seine Arbeit habe ihm drei Bandscheibenvorfälle beschert, wie er berichtet. „Die, die körperlich schwer arbeiten, können gar nicht länger arbeiten. Das macht der Körper einfach irgendwann nicht mehr mit. Ein Fliesenleger kriegt Probleme mit den Knien und ein Lkw-Fahrer eben mit dem Rücken. Wir sollten lieber zusehen, dass wir nicht so viel Geld ins Ausland fließen lassen. Deutschland kann derzeit jeden Euro gebrauchen“, sagt Wolff.

Armin Wolff
Armin Wolff
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