Pirmasens
Umbau der Fußgängerzone: Das sagen Geschäftsleute und Immobilienbesitzer
Rundum zufrieden zeigt sich nur Uli Zimmermann vom gleichnamigen Möbelhaus. Dabei war Zimmermann in früheren Jahren immer ein Verfechter der Autofreiheit und strikt gegen die Öffnung für den Autoverkehr, wie sie die jetzigen Pläne vorsehen. „Die Lösung mit den Pollern ist ein gute Sache“, sieht Zimmermann nun als guten Kompromiss. Wie berichtet, plant die Stadtverwaltung am Eingang in der Sandstraße den Zugang mit absenkbaren Pollern zu beschränken. Während der Ladenöffnungszeiten dürfen Autos rein. Ab 18 oder 19 Uhr fährt der Poller hoch und nur noch Anwohner können einfahren. „Das ist mir lieber, als wie derzeit. Die rasen oft richtiggehend durch“, so Zimmermanns Beobachtungen. Die Umgestaltung mit Spielelementen, viel mehr Grün und sogar begrünten Fassaden findet der Möbelhändler sehr ansprechend. Ganz besonders angetan zeigt er sich von der Idee, den Gebäudekomplex gegenüber, in dem früher unter anderem der Present-Shop zu finden war, abzureißen. „Das wäre eine gute Lösung“, freut sich Zimmermann über die dann entstehende Freifläche mit weiteren Spielelementen.
„Die Dampflok ist super“, fällt Dieter Babilon vom gleichnamigen Spielwarengeschäft am Eingang der Fußgängerzone als erstes zu der Umgestaltung ein. Das Garten- und Friedhofsamt hat just in der Nähe seines Ladens eine Dampflok als Spielelement eingeplant, was den auf Modelleisenbahnen spezialisierten Händler natürlich besonders freut. Die jetzt im Stadtrat präsentierte Planung habe Vor- und Nachteile, so Babilons Meinung. Die Poller könnten für Probleme sorgen, weil die Technik unter Umständen anfällig ist. Babilon kennt andere Städte, die solche absenkbaren Poller einsetzen, was für viel Ärger sorge, wenn die Teile regelmäßig kaputt sind und sich gar nicht mehr öffneten. Auch Babilon findet die abendliche Schließung für den Autoverkehr eine gute Idee. Und vor allem freut er sich auf die Kurzzeitparkplätze, die in kleiner Zahl ausgewiesen werden sollen. Die Umgestaltung mit vielen kleinen Spielelementen bewertet er grundsätzlich als gute Idee, die auch in der weiteren Fußgängerzone fortgesetzt werden sollte.
„Ich war dafür, dass es Fußgängerzone bleibt“, betont hingegen Thomas Weiner, der in der Hauptstraße mehrere Immobilien besitzt. Der Meinung sei er immer noch. Mit Autoverkehr entwickelten sich Immobilien auf keinen Fall besser, so seine Erfahrung mit anderen Häusern, vor denen Autos fahren dürfen. In dem Teil der Hauptstraße, der schon immer befahren werden durfte, werden bereits die ersten Schaufenster zugemauert und zu Wohnraum umgestaltet. „Das ist dann keine Einkaufsmeile mehr.“ In anderen Städten gingen die Verantwortlichen genau den umgekehrten Weg und würden aus immer mehr Straßen reine Fußgängerbereiche machen. Der CDU-Landtagsabgeordnete, der lange Jahre für seine Partei im Stadtrat saß, moniert, dass der Teil der Fußgängerzone zwischen Lutherkirche und Sandstraße schon lange aufgegeben worden sei. „Da gibt es einen geheimen Beschluss, den Teil aufzugeben. Das sieht man am Pflaster, das in dem Bereich regelrecht ausgeschlachtet wird, um den anderen Teil der Fußgängerzone weiter hübsch zu halten“, so Weiners Beobachtung.
Der Immobilienbesitzer fürchtet am meisten die Umbauphase. Schon jetzt könne er eine Zurückhaltung potenzieller Mieter für einen seiner Läden beobachten. „Die tun sich die Baumaschinen vor dem Laden nicht an.“ Weiner befürchtet sogar, dass einer seiner noch vorhandenen Mieter dann den Laden kündigen könnte und sich anschließend kein Nachmieter finden wird. „Das hat man doch in der Bahnhofstraße gesehen. Das kostet Mieter, die nie wiederkommen“, verweist er auf die Leerung der Geschäfte während der Sanierung der Bahnhofstraße. Weiner fordert von der Stadtspitze, den Bauunternehmen knallharte Fristen mit hohen Konventionalstrafen zu setzen, damit die Bauarbeiten auch garantiert zügig erledigt werden.
Zu dem Gestaltungskonzept des Garten- und Friedhofsamtes meinte Weiner, dass es ja ganz nett aussehe, aber kaum mehr Einzelhandel in die Straße bringen werde. Der Politiker verweist auf einen Vorschlag von ihm, der einst für die Steigerung der Attraktivität der ganzen Fußgängerzone sorgen sollte. Weiner wollte mit einer Überdachung durch Segel zwischen den Häusern einen Sonnen- und Regenschutz in die Einkaufsmeile bringen. „Das hätte man in dem Teil der Fußgängerzone mal ausprobieren können. Ich hätte da auch was dazugegeben. Aber leider wollte man das nicht“, bedauert Weiner.