Pirmasens Warum ein Teil der Fußgängerzone wieder für Autos geöffnet werden soll
17,3 Millionen Euro schwer wird der neue Fünfjahresplan für den Straßenausbau über die Wiederkehrenden Beiträge, den der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung beschließen soll. Im Hauptausschuss am Montag wurden 38 Straßen präsentiert, die über das neue Programm saniert werden sollen. Die Palette reicht vom ersten Mittelweg am Sommerwald für gerade mal 16.000 Euro bis zu Millionenprojekten wie der Strobelallee, deren erster Teil von der Luisenstraße bis zum Gefäller Weg allein schon zwei Millionen Euro verschlingen wird. Das 600 Meter lange Straßenstück biete viele Herausforderungen, begründete Jörg Bauer vom Tiefbauamt die hohen Kosten. Unter anderem müsse beim Ausbau auf den geschützten Baumbestand Rücksicht genommen werden und teilweise verfüge die Straße nicht mal über einen Kanal. Die weiteren Spitzenreiter bei den Ausbaukosten sind die Rheinbergerstraße mit 1,4 Millionen Euro, die Wagenstraße mit 1,24 Millionen Euro sowie die Ottostraße, deren Ausbau eine runde Million Euro kosten soll.
In fast dem gesamten Stadtgebiet werden für das neue Ausbauprogramm die Wiederkehrenden Beiträge erhöht. Nur in Winzeln, Windsberg und Fehrbach sinken die Beiträge. Die stärkste Steigerung haben die Niedersimter, wo der Beitrag von bisher 17 Cent pro Quadratmeter auf 29 Cent steigt, wegen der sehr kostspieligen Sanierung von Steigungsstrecken. In der Kernstadt muss der Beitrag von bisher zehn auf dann 17 Cent angehoben werden, was Bürgermeister Michael Maas mit den Kostensteigerungen in der Baubranche begründet.
Für Diskussionen wird und soll der Umbau der Fußgängerzone sorgen. OB Zwick will die Anwohner und Bürger beim Prozess der Umgestaltung der Einkaufsmeile beteiligen. In zwei Bauabschnitten soll die Hauptstraße saniert werden. Der erste Abschnitt von der Sandstraße bis zur Pfarrgasse soll den Anfang machen und hier wünscht sich Zwick die Aufhebung der Fußgängerzone am Tag. Nach Ende der Öffnungszeiten der Geschäfte könnte mit versenkbaren Pollern der Autoverkehr wieder ausgesperrt werden. Der Leerstand in dem Bereich habe zugenommen und Zwick könnte sich über die Öffnung für den Autoverkehr eine Belebung des Bereichs vorstellen. 900.000 Euro sind für die Umgestaltung im ersten Bauabschnitt eingeplant. Der zweite Abschnitt von der Lutherkirche bis zur Schlossstraße würde mit 600.000 Euro billiger. Hier sei unbedingt ein anderes Pflaster nötig, meinte Zwick. Der jetzige Belag sei geradezu gefährlich. Wie die neue Einkaufsmeile dann aussehen soll, will die Stadtspitze in einem offenen Prozess ermitteln, bei dem neben Anwohnern auch andere Bürger einbezogen werden könnten. Neben der Öffnung für den Autoverkehr in einem Teilbereich hatte Zwick bereits die Idee für eine Öffnung auf der gesamten Strecke für den Radverkehr ins Spiel gebracht. Mit einem Mittelstreifen für Radfahrer könne dies gefahrlos für die Fußgänger geschehen, so die Meinung des Stadtchefs.