Pirmasens Um 17.18 Uhr ist es Zeit für die Meistershirts

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RÖMERBERG. Blau-weißes Feuerwerk, Sektfontänen und Bierduschen. Um 17.18 Uhr gab es am Samstag im Stadion des TuS Mechtersheim bei echtem Krönungswetter für Spieler, Trainer, Offizielle und Fans kein Halten mehr. Der FK Pirmasens feierte nach dem 2:1 (0:1)-Erfolg am vorletzten Spieltag ausgelassen die Meisterschaft in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Damit steigt „die Klub“ nach 1999 und 2006 zum dritten Mal in ihrer jüngeren Geschichte in die Regionalliga Südwest auf.

Dabei schrieb dieser atemberaubende Sport Fußball am Samstag wieder eine besondere Geschichte. Mit Andreas Haas und Patrick Hildebrandt schossen die wohl überragenden Spieler der Saison den FKP zum Meistersieg, Aber: Beide stehen dem FKP in der kommenden Spielrunde nicht mehr zur Verfügung. Hildebrandt verwandelte in der 55. Minute den von Eduard Fahrad an Haas verursachten Foulelfmeter zum 1:1. „Ich wollte ihn genau so schießen“, erklärte Hildebrandt nach dem Abpfiff. Kein Halten gab es in der 70. Minute, als Haas den 2:1-Siegtreffer erzielte. Der wiedererstarkte Kapitän Sebastian Reinert spielte den FKP-Goalgetter an der Strafraumgrenze an. Haas ließ den Ball kurz abtropfen und beförderte das Runde per Seitfallzieher ins Eckige – sein 19. Saisontreffer. „Wir haben uns für eine super Runde belohnt“, sagte Haas strahlend. Vergessen war, dass Mechtersheim die sich nach nervösem Auftakt steigernden Pirmasenser in der 23. Minute mitten ins Herz getroffen hatte: David Becker hatte im Mittelfeld den Ball verschludert, die rechte Abwehrseite war nicht im Bilde und Eric Biedenbach überlupfte FKP-Torwart Frank Steigelmann zur überraschenden 1:0-Führung der Gastgeber. „Genial, wie wir dann zurückgekommen sind“, sagte der Dauerbrenner im FKP-Gehäuse. Der 34-jährige Torwart ist der Rekordaufsteiger. Am Samstag konnte „Steige“ schon zum dritten Mal ein extra angefertigtes Meistershirt überziehen. Überhaupt standen im FKP-Team zahlreiche Akteure mit Titelerfahrung. „Heute ist alles abgefallen, was sich über die Saison hinweg aufgestaut hatte“, erklärte ein pitschnasser, Bier geduschter Meistertrainer Peter Tretter, der noch vor zwei Jahren die FKP-A-Junioren zum Titel geführt hatte. Auch Jens Schaufler erlebte – zweimal als Spieler und jetzt als Co-Trainer – seinen dritten Titeltriumph. „Wenn mir vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich zwei Jahre später mit den Aktiven als Stammspieler wieder Meister werde, hätte ich es nicht geglaubt“, fasste der Shooting-Star der Saison, Innenverteidiger Alexander Heinze, sein Gefühlsleben zusammen. „Mit uns hat doch keiner mehr gerechnet, deshalb ist es umso schöner, Meister zu werden“, sprudelte es aus Niklas Kupper heraus, der nach dem Titelgewinn mit dem SVN Zweibrücken im Vorjahr heuer seinen zweiten Aufstieg feiern durfte. Mathäus Gornik, der für Sascha Hamman in die Startelf kam, und Patrick Freyer feierten nach den Titeln mit dem 1. FCK II die zweite Meisterschaft ihrer Karriere. Gornik: „Das ist überragend und schöner als damals. Die Mannschaft hat super zusammengepasst. Keiner hat gestänkert, wenn er mal nicht gespielt hat.“ Freyer fügte an: „Das ist geil. Ich hab fest daran geglaubt, dass wir heute die drei Punkte holen. Ich freue mich für Andreas Haas, dass er das entscheidende Tor gemacht hat.“ Für Reinert ist es indes der erste Titel. „Ich hatte noch nie das Vergnügen aufzusteigen. Mit dem FCK habe ich immer gegen den Abstieg gespielt“, sagte der in den letzten Wochen immer mit schmerzstillenden Mitteln auflaufende Kapitän. Reinert: „Wir haben uns durchgebissen, nachdem die Aufholjagd viel Kraft gekostet hatte.“ „Das ist von Außen absolut brutal“, mochte der verletzt zuschauende, als Bierduschen-Beauftragter aber überzeugende Attila Baum nach dem Rückstand gar nicht mehr hinschauen. Ihn vertrat gestern nochmals richtig gut der wieder zur SG Rieschweiler zurückkehrende Florian Opitz, der mit einem lachenden und weinenden Auge den Titelgewinn kommentierte. „Das ist der Hammer. Ich habe hier viele neue Freunde gewonnen.“ „Ich bin froh, dass wir’s endlich geschafft haben“, fehlten Alexander Ernst noch die richtigen Worte. Ob der zuverlässige Linksverteidiger auch zukünftig das FKP-Trikot tragen wird, steht noch nicht fest. „Ich muss warten, wie es beruflich bei mir weitergeht“, sagte er. Es ist eine der Fragen, die die sportliche Leitung in den nächsten Wochen zu klären hat. „Aber jetzt wird erst mal gefeiert“, sagte der wie seine Präsidiums-Kollegen Manfred Hoffmann und Andreas Ring nicht von einer Bierdusche verschont gebliebene Karsten Volberg. Stellvertretend hob Ring die Verdienste von Andreas Kamphues heraus. „Er hat großen Anteil an diesem Erfolg. Er hat eine Mannschaft gefunden, die absolut zusammengepasst hat.“ Der Gelobte fasste den Titelgewinn so zusammen. „Wir sind trotz aller Unkenrufe ruhiggeblieben und waren die konstanteste Mannschaft“, zog Kamphues Bilanz. „Natürlich hat Haas großen Anteil am Titel, auch dass Hilde aufhört, ist ein großer Verlust. Aber letztlich ist die Meisterschaft ein Verdienst des Kollektivs.“

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