Pirmasens TVP packt Neubau der Turnhalle an

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Die Stadt bietet dem TV Pirmasens Unterstützung beim Neubau einer Sporthalle an. Gestern Abend stellte Oberbürgermeister Bernhard Matheis den Mitgliedern das Konzept vor. Das Projekt kostet rund 2,5 Millionen Euro, der TVP muss eine Million aufbringen. Die Mitglieder stimmten zu.

„Wir bauen nur, wenn die Finanzierung steht“, der Verein könne sich keine Schulden leisten, hatte Dagmar Hoch, Vorstandsmitglied für Finanzen, vor der Abstimmung den Mitgliedern in der TVP-Halle versprochen. Das war der Durchbruch, die Mitglieder vertrauten ihrer Vorsitzenden und stimmten mit überwältigender Mehrheit (110 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen) für das Neubauprojekt. Und es gab schon die ersten Spenden für die neue Sporthalle: 500 Euro von der Reha-Sportgruppe und 1000 Euro von der Cheerleader-Gruppe „Hurricanes“. Zuvor hatte Oberbürgermeister Bernhard Matheis in der außerordentlichen Mitgliederversammlung den Vorschlag der Stadtverwaltung für einen Neubau präsentiert. Demnach soll der Turnverein Pirmasens Bauherr der geplanten Zweifeldhalle sein, die auf dem bisherigen Sportplatz entstehen könnte. Der Entwurf für den 45 Meter langen und 22 Meter breiten Flachbau samt Nebengebäuden stammt vom Pirmasenser Ingenieurbüro Lang-Merz. Die veranschlagten Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro. Die Stadt Pirmasens würde – nach den Regeln der Vereinsförderung – das Projekt mit 500.000 Euro bezuschussen. Das Land hat nach Angaben der Stadtverwaltung in Vorgesprächen seine Bereitschaft signalisiert, sich im Rahmen seiner Förderrichtlinien und vorbehaltlich einer entsprechenden Überprüfung mit 40 Prozent an dem Neubau zu beteiligen. Voraussetzung dafür seien entsprechende Zuschussanträge, die der Verein im Vorfeld bei Land und Stadt einreichen muss. Der Eigenanteil des TVP beläuft sich auf circa eine Million Euro. Um dem 1863 gegründeten Traditionsverein die Finanzierung des Eigenanteils überhaupt erst zu ermöglichen, hat die Stadt dem Vorstand angeboten, dem TVP einen Teil des Grundstücks abzukaufen, das für den Neubau notwendig ist. Der von Dezernent Michael Schieler entwickelte Finanzplan sieht außerdem vor, dass der Verein fehlende Mittel unter anderem über Anträge bei Stiftungen einwirbt und durch die Akquise von Spenden aufbringt. Matheis rechnete gestern Abend vor: Über den Grundstücksverkauf könnte der TVP 250.000 bis 300.000 Euro einnehmen. Über Spenden und Aktionen könnte der Verein weitere 200.000 Euro kassieren. Blieben 500.000 Euro – bei besagtem Eigenanteil des TVP von einer Million –, die noch zu finanzieren seien, beispielsweise über Anfragen bei Stiftungen. „So unrealistisch ist das nicht“, sagte Matheis. Auch er empfahl dem TVP, sich wegen des Neubaus nicht in Schulden zu stürzen. Elementarer Bestandteil des Konzeptes ist ein Erbbaurechtsvertrag. Nach dem Verkauf des vereinseigenen Teilgeländes an die Stadt soll die Fläche an der Turnstraße per Erbbaurechtsvertrag für die Dauer von 80 Jahren gesichert werden, um auf dem dann städtischen Grundstück eine eigene neue Sporthalle für den TVP errichten zu können. Über den Erbbauzins müsse noch verhandelt werden, sagte Matheis gestern. In diese Gespräche werde die Verwaltung die Forderung einbringen, die neue Zweifeldhalle unentgeltlich für den Schulsport (vormittags) nutzen zu können. Zum Hintergrund: In Pirmasens besteht ein erheblicher Bedarf an geeigneten Sporthallen, um den Sportunterricht zu ermöglichen. Die alte TVP-Halle soll vorerst weiter genutzt werden, sagte Dagmar Hoch. Sie erinnerte aber an die Energiekosten von jährlich 32.000 bis 40.000 Euro. Der TVP-Vorstand bemühe sich um weitere Nutzungsmöglichkeiten für das alte Gebäudes, zum Beispiel als Lager. Dafür bestehe durchaus Bedarf in der Stadt. Mögliche Abrisskosten bezifferte Lang-Merz auf über 400.000 Euro . (pr)

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