Pirmasens TV Thaleischweiler feiert Derbysieg

THALEISCHWEILER. „Derbysieger, Derbysieger“ skandierten im Reigen die Spieler des TV Thaleischweiler nach dem 24:18 (9:12)-Heimsieg über den Liga-Rivalen TS Rodalben. Bereits zwei Minuten vor Spielende standen die Spieler des TVT vor der Mannschaftsbank und ihre Fans auf der Tribüne und beklatschten die Leistung ihrer Mannschaft.
In dem packenden Spiel sahen die rund 450 Zuschauer zwei ganz unterschiedliche Halbzeiten. Zunächst dominierten die Gäste aus Rodalben, während in der zweiten Hälfte die Hausherren aufdrehten und die Turnerschaft an die Wand spielten.
„Natürlich bin ich nervös“, gestand TVT-Trainer Björn Stoll vor dem Spiel. „Das wäre nicht normal, wenn ich das nicht wäre.“ Seine Nervosität sollte sich noch steigern, denn nach der 3:1-Führung seiner Mannschaft übernahm die Turnerschaft das Kommando. Die Pärchen waren schnell gefunden. Andreas Eger sah gegen Jörn Poß keinen Stich und Kevin Hauck musste sich mit Sven Buchheit auseinandersetzen. Im TVT-Angriff stand Patrick Sefrin am TSR-Kreis zwischen den beiden Baumgart-Brüdern Johann und Moritz auf verlorenem Posten.
Doch schon beim 3:3 offenbarten sich in der offensiven TVT-Abwehr große Lücken, die besonders Jonas und Moritz Baumgart, aber auch Kevin Hauck zu einer 5:3-Führung nutzten. Noch einen Nadelstich versetzten wollte TSR-Coach Werner Ulbrich dem TVT mit der Manndeckung durch Hendrik Weishaar gegen Maximilian Sema, ließ dies aber wieder sein, denn der TVT-Wirbelwind war auch durch eine Manndeckung nicht an die Leine zu legen. Auffallend war, dass die Gastgeber selbst größte Möglichkeiten nicht nutzen konnten.
Trotz dieser Ladehemmung ließen sich die Skorpione nicht abschütteln und verkürzten immer wieder. Und als Dominik Schweizer, gefährlichster Angreifer des TVT, zum 9:10-Anschluss einwerfen konnte, legte Ulbrich die grüne Karte zum Time-Out auf den Zeitnehmertisch. Das konnte ihm nicht gefallen, seine Mannschaft macht das Spiel und schludert in der Abwehr. Genau so aber auch die Gastgeber. Beide Teams blieben ganze sechs Minuten ohne Torerfolg – bis Kevin Hauck mit einem Heber und Jörn Poß mit einem Tempogegenstoß den Bann brachen und die TSR zum 12:9-Halbzeitstand in Front brachten.
Die zweite Hälfte sollte es in sich haben. Alles begann fast wie zum Ende der ersten Halbzeit. Angelo Seelinger, er kam für Norman Denzer ins TSR-Tor, hält einen Siebenmeter von Andreas Eger. Maximilian Sema verkürzt auf 10:12. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Patrick Sefrin zum 11:12-Anschluss. Den Ausgleich besorgte Maximilian Sema (36.). Der TVT war plötzlich da, die Körpersprache eine ganz andere wie in der ersten Halbzeit und jetzt gelangen auch die Dinge, die vor dem Wechsel nicht möglich waren. Und wieder ist es Scherer, der eine Granate von Jörn Poß entschärft. Und dann ist es Dominik Schweizer, der zur 13:12-Führung einwirft. Die TSR ist konsterniert und dezimiert sich selbst durch Zweiminutenstrafen.
Aber noch hält die TSR dagegen und schafft beim 14:14 und 15:15 wieder den Ausgleich. Doch nach dem 16:15 durch Patrick Sefrin, war es mit der Herrlichkeit der Turnerschaft vorbei. Wieder Sefrin zum 17:15, Andreas Eger zum 18:15. Die TSR wackelt und die Hausherren sind im Rausch. Alexander Escher trifft zum 19:15 und es sind nur noch 12 Minuten zu spielen. Alexander Sema im TVT-Tor wächst über sich hinaus. „Der Alex war in der zweiten Halbzeit der Schlüssel zum Sieg“, sagte später TVT-Trainer Björn Stoll. Wurf um Wurf der TSR wurde von ihm gemeistert. Der Turnerschaft läuft die Zeit davon. 21:16 durch Jörn Poß und Christoph Lelle zum 22:16 in der 53. Minute. Das Spiel ist längst entschieden.
Jens und Dominik Schweizer nach dem Spiel: „Unsere Fans gaben ihr Bestes, wir haben unseren Stiefel in der zweiten Hälfte runtergespielt und unsere Chancen genutzt. Alex Sema im Tor war heute Abend der Schlüssel zum Erfolg“. „Ich habe den Jungs in der Kabine nur gesagt, dass sie ihre technischen Fehler abstellen und in der Abwehr aggressiver zu Werke gehen sollen“, sagt der glückliche Björn Stoll nach dem Spiel. „Die Turnerschaft hat in der zweiten Hälfte in den ersten 25 Minuten nur vier Tore erzielt. Es war einfach eine geile Abwehrleitung.“
„Die erste Hälfte hatten wir den TVT im Griff“, so TSR-Co-Trainer Hubert Hubele, „doch nach dem 18:15 war der Ofen aus. Entscheidend war auch, dass wir nach dem 20:15 fünf Angriffe versiebt haben. Sema ist ein guter Tormann. Er hat die entscheidenden Bälle gehalten. Es ist aber keine Werbung für unseren Sport, wenn sich die Fangruppen auf beiden Seiten mit Schmährufen bekriegen. Dafür habe ich kein Verständnis“.