Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel TTC Nünschweiler: Wenn das Elektro-Auto streikt

Nach Autopanne im Doppel erfolgreich: Henry Wiche (rechts) und Rimvydas Martinka.
Nach Autopanne im Doppel erfolgreich: Henry Wiche (rechts) und Rimvydas Martinka.

Unter kuriosen Begleitumständen hat der TTC Nünschweiler in der Tischtennis-Oberliga mit 6:4 beim VfR Simmern gewonnen.

„Es war extrem abenteuerlich. Wir wollten uns in Alzey auf dem Mitfahrerparkplatz treffen. Ich war schon dort, aber kurz bevor wir uns treffen sollten, rief mich Henry Wiche an, dass sie eine Autopanne haben. Sie standen fünf Kilometer von mir entfernt, und es ging nichts mehr“, schildert Nünschweilers Mannschaftsführer Timo Schultz die Reise in den Hunsrück. Das Elektro-Auto von Mitspieler Marcel Dohmen (mit Wiche und dem litauischen Spitzenspieler Rimvydas Martinka) war kurz vor dem vereinbarten Treffpunkt stehengeblieben. „Sie haben dann erst mal den ADAC gerufen. Es hieß, es kann bis zu 90 Minuten dauern, bis Hilfe kommt. Dann habe den Gegnern mitgeteilt, dass wir später kommen, ich aber nicht genau sagen kann wann. Irgendwann kam dann die Nachricht, dass es 25 Minuten dauert, bis der Abschleppdienst kommt“, berichtet Schultz. „Dann war nicht klar, wo ich die anderen abholen kann. Letztendlich habe ich sie gefunden. Wir sind mit über einer Stunde Verspätung losgefahren, kamen um 18.15 Uhr an. Der Gegner hat uns dann noch in aller Ruhe einspielen lassen.“ Kurz vor 19 Uhr, mit fast einer Stunde Verspätung, begann die Oberligapartie.

„Vielleicht der Jetlag“

„Ich weiß nicht, wie wir das geschafft haben“, kommentierte Schultz das Happy End, den 6:4-Auswärtssieg. Martinka siegte nicht nur im Doppel mit Wiche, sondern auch in beiden Einzeln. „Bei mir ging es nicht gut, ich habe gezittert im Spiel. Vielleicht war es der Jetlag“, sagt Schultz, der erst einen Tag zuvor aus Vietnam zurückgekehrt war. Dennoch holte der TTC-Kapitän den entscheidenden sechsten Team-Punkt gegen Simmerns Justin Seckler.

Tags darauf verlor Nünschweiler sein Heimspiel gegen Tabellenführer RSV Klein-Winternheim mit 3:7. Martinka und Wiche setzten sich nach fast 40 Minuten mit 11:5, 13:11, 13:11 gegen den einstigen Schüler-Team-Europameister Björn Baum und Jan Kämmerer (früher TTA Vinningen) durch. „Von einer hohen Niederlage bis zu einem knappen Sieg ist alles möglich“, befand nach den Doppeln TTC-Betreuer Peter Becker, der Martinka eine deutliche Steigerung gegenüber der Vorsaison attestierte. Mit seiner aggressiven Rückhand setzte sich der Litauer in fünf Sätzen gegen Kämmerer durch. Wiche verlor gegen den mittlerweile 43-jährigen Ex-Zweitligaspieler Baum trotz vieler Satzbälle den ersten Durchgang mit 15:17 und unterlag letztlich in vier Sätzen. Danach punktete nur noch Dohmen für Nünschweiler (gegen Yves Besier in fünf Sätzen).

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