Pirmasens
Tore, Träume, Temperamente: Zwei Sixpacks, eine Elfer-Verletzung, Faires und Unfaires
Was unserem Mitarbeiter Helmut Igel bei den Fußballspielen am Wochenende auffiel.
... dass zwei Spieler sechs Tore erzielten.
Maro Lehmann vom TuS Winzeln und Florian Skobniuk vom SV Rot-Weiß Pirmasens freuten sich am Sonntag über einen Sechser – nicht im Lotto, sondern auf dem Fußballplatz. Lehmann traf in der B-Klasse Ost sechsmal beim 20:0 (!) der Winzler gegen den FC Dahn, Skobniuk schnürte in der C-Klasse Ost beim 14:0 gegen Ludwigswinkel einen Sechserpack.„Ich hatte auch mal richtig Lust gehabt, einen Gegner abzuschießen“, erzählte der gut gelaunte Lehmann, der nun bereits auf 14 Saisontreffer kommt. Gleichwohl sei es gegen schwache Dahner leicht gewesen, das Runde im Eckigen zu versenken. Und weil der 25-jährige Schreinermeister die „Jubiläumstore“ zum 10:0 und 20:0 erzielte, durfte er zwei Kisten Bier in die Umkleide stellen.
„Unsere Spieler mussten sich bei der Kälte ausreichend bewegen“, nannte die TuS-Vorsitzende Julia Fischer einen nicht ganz ernst gemeinten, aber doch plausiblen Grund, warum die Winzler nach klarer Führung nicht nachließen. Dennoch hätten die Dahner locker einen Ehrentreffer erzielen können, denn ihnen wurde ein Elfmeter zugesprochen. Kevin Roschy führte den Strafstoß aus. Doch wenn ein Team mit null Punkten und 1:167 Toren in der Tabelle ganz hinten steht, dann passiert auch noch so was: Roschy rutschte beim Schuss weg, die Chance war vergeben. Der Dahner verletzte sich dabei sogar.
„Ich bin stinksauer. Das war gegen zugegeben sehr gute Winzler eine katastrophale Leistung meiner Mannschaft. Die haben mit uns den Affen gemacht“, ärgerte sich Dahns Spielertrainer Jens Frischmann. Und nächste Woche steht die Partie bei Tabellenführer Hilst an ...
Sechs Tore in 90 Minuten sind für Florian Skobniuk vom SV Rot-Weiß persönlicher Rekord. „Es war aber auch relativ unproblematisch, die Dinger reinzumachen, weil die alle super herausgespielt waren“, berichtete der 25-jährige Mittelstürmer. Er hoffe, dass mit dem Sixpack der Knoten nun endgültig geplatzt ist, nachdem zu Rundenbeginn bei ihm die Sache mit dem Toreschießen ganz schlecht funktioniert habe. Erst zuletzt kam er in Schwung. Rot-Weiß-Trainer Alexander Frank rechnete zu Saisonbeginn mit 35 Saisontreffern des bei der Lebenshilfe beschäftigten Skobniuk. „Jetzt habe ich 14 und kann es noch schaffen“, befindet der Kapitän der Rot-Weißen. Am wichtigsten seien allerdings nicht seine sechs Tore, sondern der „Supermannschaftsgeist“ am Sommerwald.
... dass Daniel Wafzig ein fairer Sportsmann ist.
Zum 3:1-Erfolg seines FC Rodalben beim SV Hinterweidenthal II schoss Daniel Wafzig nicht nur alle Tore für seine Mannschaft, sondern punktete auch noch in Sachen Fairness. Und das kam so: Der 31-jährige Zimmermeister drang beim Stand von 2:1 in den Hinterweidenthaler Strafraum ein und wurde zu Fall gebracht. Schiedsrichter Marco Kochert entschied trotz der Proteste des SVH auf Strafstoß. Marcel Savor hatte sich den Ball auf dem Elfmeterpunkt bereits zurechtgelegt, als der Referee zu Wafzig ging und ihn fragte: „Wie war das?“ „Ich habe ihm dann gesagt, dass mein Gegenspieler auch den Ball gespielt hat und das eigentlich kein Foul war. Für mich kam da gar nichts anderes in Frage, als die Wahrheit zu sagen. Ich hatte sogar gehofft, dass er mich fragt“, erzählte Wafzig die Geschichte. Kochert nahm seine Elfmeterentscheidung daraufhin zurück. Noch während und auch nach dem Spiel erhielt Wafzig viel Zuspruch für seine Fairplay-Aktion. Hinterweidenthal stellte dann auch noch eine Kiste Bier in die Rodalber Kabine, womit sich die drei Wafzig-Treffer noch besser genießen ließen.
... dass es eine sehr unfaire Aktion gab.
Ebenfalls in Hinterweidenthal ereignete sich am Sonntag eine Anti-Fairplay-Aktion. Es stand nach etwa einer Stunde Spielzeit 3:0 im Bezirksligamatch der ersten SVH-Mannschaft gegen den FV Weilerbach, als eine Flanke vors Hinterweidenthaler Tor segelte. SVH-Keeper Jonas Jung pflückte diese vom Himmel, zwei Weilerbacher Angreifer prallten gegeneinander und blieben am Boden liegen. Daraufhin beförderte der Gastgeber den Ball ins Seitenaus, damit die beiden Gäste-Akteure behandelt werden konnten. Nach kurzer Unterbrechung wurde die Begegnung mit einem Einwurf für Weilerbach fortgesetzt. Wie SVH-Kapitän Kim-Dan Schenk berichtet, habe ihm FVW-Spieler Jonas Brozeit „den Ball gegen den Rücken geworfen“ und dann den zu ihm zurückprallenden Ball direkt aufs verwaiste Hinterweidenthaler Tor geschossen – SVH-Keeper Jung hatte sich wie alle anderen Akteure auf dem Feld darauf eingestellt, dass der Ball seinem Team überlassen wird und sich an der Strafraumgrenze postiert. Brozeits Schuss verfehlte das Tor knapp.
Der Hinterweidenthaler Spieler Nico Klemm beleidigte daraufhin Brozeit: „Du bist eine Lachplatte.“ Der Schiedsrichter hörte dies und zeigte Klemm die Rote Karte. Aber auch in Unterzahl gewann Hinterweidenthal mit 3:0. Weilerbachs Trainer Johannes Strasser habe sich noch während der Partie für Brozeits Handeln entschuldigt, berichtete SVH-Coach Denis Jung.