FUSSBALL
Tore, Träume, Temperamente: Wirrwarr um ein Kerwespiel und eine Gefühlsachterbahn
... dass ein Kerwespiel, das keines war, platzte.
Es ist schon unter die Rubrik Kuriositäten einzuordnen, was sich da in jüngerer Vergangenheit zwischen dem SV Lemberg und dem FC Fischbach abgespielt hat. Anfang August bei der Rundenbesprechung der Fußball-A-Klasse, in der auch die Termine sortiert wurden, hat der SVL-Vertreter den Abgesandten aus Fischbach darauf hingewiesen, dass am 18. Oktober in Lemberg Kerwe gefeiert würde, dass Lemberg daher gerne an diesem Tag ein Heimspiel hätte und deshalb Fischbach das Heimrecht an Lemberg abtreten solle. Festgezurrt wurde das Abkommen allerdings nicht.
Im Vorfeld der Partie kam nun ein erneuter Vorstoß der Lemberger. „Sie hätten Kerwe und deswegen gerne ein Heimspiel“, erinnert sich der FCF-Vorsitzende Sebastian Steigner an die Anfrage der Lemberger. Federführend sei wohl Fabian Rösinger, ein Mitglied der Vorstandschaft beim FC Fischbach und Zweitmannschaftstrainer in Lemberg gewesen. Fischbach ging gerne auf den Wunsch der Lemberger ein und trat das Heimrecht ab.
Dann erschien vergangenen Donnerstag in der RHEINPFALZ ein Artikel, in dem stand, dass es Fischbach bei seinem Angstgegner und das noch zur Kerwe doch sehr schwer haben würde. Jetzt erst wurde offensichtlich, dass Lemberg am vergangenen Wochenende keine Kerwe zu feiern hatte. Die Kerwe ist erst am kommenden Wochenende. Flugs entschuldigte sich Lemberg bei Fischbach für das Versehen und avisierte, eine Kiste Bier nach Schlusspfiff bereitzustellen.
Dann kam das Coronavirus und katapultierte die Partie gänzlich aus dem Spielplan. Also fand am Sonntag nicht nur kein Kerwespiel, sondern überhaupt kein Spiel statt. Bleibt offen, ob in der kommenden Saison dem SV Lemberg irgendjemand rechtzeitig mitteilt, wann sie eigentlich Kerwe feiern sollten.
...dass in Fehrbach eine Achterbahn steht.
Innerhalb von nur 120 Sekunden spielte der Fußball Achterbahn mit den Gefühlen von Zuschauern und Spielern beim Landesligaspiel FC Fehrbach gegen SG VB Zweibrücken/SV Ixheim. 90 Minuten waren gespielt, und die Zweibrücker führten durch einen Treffer von Dominic Schwarz mit 1:0. In der ersten Minute der Nachspielzeit markierte Michael Wiktorski den 1:1-Ausgleich. Jubel, Erleichterung, Glücksgefühle, Zufriedenheit: All das stellte sich bei den Fehrbachern ein.
Doch diese Euphorie führte dazu, dass die Gastgeber die Disziplin vergaßen und der bei Zweibrücken eingewechselte Nuurdiin Kaliif in der dritten Minute der Nachspielzeit das 1:2 markieren konnte. Es war der erste Landesligatreffer für den 18-jährigen Eritreer. Jetzt wechselten die Gefühle die Trikots. Die Grünen jubelten, die Schwarz-Weißen waren konsterniert, konnten den neuerlichen Rückstand und die neuerliche Niederlage nicht fassen.
„Nachdem ich zwei Minuten zuvor fix und fertig gewesen war, brachen nun alle Dämme“, blickt SG-Spielleiter Michael Müller auf die Schlussphase des Krimis zurück. Fassungslos hingegen Fehrbachs Spielleiter Christoffer Lorett. „Am Schluss stehen wir erneut ohne Zählbares da in einem Spiel gegen eine Mannschaft mit limitierter Leistung. Es zehrt“, musste Lorett alle Kraft zusammennehmen, um sein Statement abzugeben, schließlich stand er selbst mit auf dem Platz. Dennoch bleibe er zuversichtlich, „dass der Bock umgestoßen werden kann“.