FUSSBALL-KOLUMNE
Tore, Träume, Temperamente: Wenn Schwartz Rot sieht und der Schnee schmilzt
... dass ein Landesligist einen Feldspieler ins Tor stellt.
Als Schwartz Rot sah, ging beim SV Hermersberg ein Metzger zwischen die Pfosten. Im Derby am Sonntag beim TSC Zweibrücken hatte Fußball-Landesligist SV Hermersberg keinen Ersatztorhüter dabei. Die bisherige Nummer zwei des SVH, Marc Zimmermann, war in der Winterpause zum Bezirksligisten SG Knopp/Wiesbach gewechselt. Und der Keeper der am Wochenende spielfreien zweiten Mannschaft, Lucas Bambach, gehörte nicht zum Aufgebot.
Und so passierte in der 12. Spielminute das Malheur: Der schnelle TSC-Angreifer Nico Krebs wurde steil geschickt, und Hermersbergs Ex-Regionalligakeeper Reiner Schwartz eilte aus seinem Tor. Er kam den entscheidenden Moment zu spät und traf bei seinem Verteidigungsversuch Krebs am Bein. „Es gab überhaupt keine Diskussionen. Das war Rot, weil Schwartz als letzter Mann die Notbremse – nix Brutales - gezogen hatte“, berichtete TSC-Sprecher Stefan Heidenreich.
Für Schwartz rückte dann Linksverteidiger Christoph Metzger in den Kasten. „Er hat das richtig gut gemacht. Ich hatte nicht erwartet, dass er so gut ist“, war SVH-Kapitän Pascal Masch von der 78-minütigen Leistung Metzgers positiv überrascht – auch wenn er letztlich fünf Tore kassierte. Bis in die 68. Minute konnte Hermersberg trotz Unterzahl die Partie ausgeglichen gestalten. Dann fiel das 3:1, „und die Köpfe gingen runter“, erzählte Masch die Kurzgeschichte der siebten Saisonniederlage.
„Nun haben wir jedoch ein Riesenproblem“, weiß Masch, denn Schwartz wird für mindestens ein weiteres Spiel gesperrt. Masch: „Wir werden uns unterhalten, wie wir das Problem lösen – mit dem Torwart der Reserve, der dann in der B-Klasse fehlen würde, oder mit dem A-Jugendtorwart.“
... dass der Ausfall eines Verbandsligaspiels sehr seltsam war.
Die Bilder, die der SC Idar-Oberstein am frühen Freitagmittag an den Leiter der Verbandsliga, Lothar Renz, geschickt hatte, zeigten ein schneebedecktes Kunstrasenspielfeld „Im Haag“. Idar-Oberstein wollte damit dokumentieren, dass ein Fußballspiel am Tag darauf, also am Samstag um 14 Uhr, gegen den FK Pirmasens II nicht möglich sei. Renz setzte ob der Bilderlage die Partie ab, obwohl der Wetterbericht zweistellige Plusgrade prognostizierte.
In Pirmasens war man von der Spielabsage nicht gerade begeistert, „denn nun müssen wir wohl an einem Mittwoch nach Idar-Oberstein fahren“, sagte der Spielleiter des FKP II, Thomas Jeckel. In der Südwestpfalz staunte man dann nicht schlecht, als nun die zweite Mannschaft des SCI am selben Tag (um 18 Uhr) dennoch auf demselben Kunstrasenplatz ihre Landesligapartie gegen den VfR Baumholder austrug. „Das war ein Stück weit dreist und unverständlich“, bezog am Sonntagabend der Trainer des FKP II, Martin Gries, klar Stellung. Jeckel bezeichnete die Austragung der Landesligapartie (Endstand 1:4) als „sehr komisch“.
Bereits die sehr frühe Absage des Verbandsligamatches sei ungewöhnlich gewesen. „Einerseits wird eine um 14 Uhr angesetzte Partie abgesagt und um 18 Uhr wird gespielt“, wunderte sich Gries. Er sei „gespannt, was aus diesem Thema noch wird“.
Nun, der Vorsitzende des Verbandsspielausschusses, Jürgen Veth, wollte zu dem „schon ein bisschen komischen Fall“ das Gespräch mit Liga-Leiter Renz suchen, denn er könne „das nicht ganz verstehen“.