FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Tore, Träume, Temperamente: Wenn ein Schiri ein Loblied auf eine Mannschaft singt

Helmut Igel
Helmut Igel

RHEINPFALZ-Mitarbeiter Helmut Igel fiel auf, ...

... dass ein Team einen Schiri begeistert hat.

Wenn ein Schiedsrichter einen Sonderbericht verfasst, dann tut er dies in der Regel, wenn Fußballer des Feldes verwiesen oder gar Spiele abgebrochen wurden. Anders verhielt es sich beim C-Klasse-Derby TSV Wilgartswiesen gegen ASV Lug/Schwanheim II. Hierzu fertigte Referee Emil Straßner aus Annweiler einen Sonderbericht. Der ehemalige Lehrer schreibt darin, dass sich die ASV-Kicker bei ihrem 9:1-Sieg „fantastisch verhalten“ hätten. Sie seien „unglaublich fair auch mir gegenüber“ gewesen.

Dem mit einer Notelf ohne Ersatzspieler angetretenen Gastgeber – „laut Verein konnten fünf wichtige Spieler wegen fehlender zweiter Impfung nicht mitwirken“ – sei trotz der Überlegenheit stets mit Respekt begegnet worden. Straßner empfand es als „außergewöhnlich“, dass der ASV nicht auf einen Torrekord aus war, sondern nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von zwei TSV-Spielern selbst jeweils einen eigenen Spieler vom Feld nahm. Straßner: „Mehr als 30 Minuten spielte man mit neun gegen neun. Ich durfte ein Spiel pfeifen, was mir hilft, mich selbst zu überzeugen, dass ich gerne Schiri bin.“

... dass es noch einige Jugendspiele gab.

Thomas Bauer, der Jugendleiter des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken, zog angesichts der Corona-Lage die Reißleine und setzte alle Partien ab, die 2021 im Jugendbereich auf Kreisebene noch angestanden hatten. Es war allerdings eine vergleichsweise unproblematische Entscheidung, denn von den B-Junioren bis runter zu den Bambini waren alle Begegnungen vor der Winterpause bereits gespielt. So musste Bauer nur noch drei A-Junioren-Matches streichen. Da die 2G-Regel nicht für Kicker unter 18 Jahren gilt, hätten die Begegnungen durchaus noch absolviert werden können, doch betont Bauer: „Im Moment sind Jugendliche durch das Coronavirus noch mehr gefährdet als Erwachsene.“ Und die Landesverordnung sei „zu schwammig“ formuliert.

Gleichwohl wurde in den Junioren-Regionalligen noch gespielt (darunter U19 und U15 des FK Pirmasens), wohl wissend, dass das Virus keine Unterschiede macht, welche Spielstärke die Teams haben. Dass die Verbandsliga-A-Junioren des SC Hauenstein am Freitag noch am Ball gewesen waren, liegt daran, dass ihr Anpfiff noch vor den generellen Absagen gelegen hat.

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