FUSSBALL
Tore, Träume, Temperamente: Von der tollen Quote eines Vorstandsenkels und einer Gegentor-Flut
... dass es keinen elften Kerwe-Torschützen gab.
Mit sage und schreibe 10:0 schlug der ASV Lug/Schwanheim zur Luger Kerwe den SC Ramberg. Beim Sieger, der mit optimalen 15 Punkten aus fünf Spielen und bereits sieben Punkten Vorsprung die Tabelle der Fußball-B-Klasse Südpfalz West anführt, waren alle vollauf zufrieden – bis auf Innenverteidiger Jannik Wachlinger.
Als es in der 83. Spielminute beim Stand von 10:0 einen Elfmeter für den ASV gab, ermunterten ihn seine Mitspieler, den Strafstoß auszuführen, sich als zehnter Spieler des Tages in die Torschützenliste einzutragen (nur Yannick Stolzer traf zweimal) und das 11:0 zu machen. Der 28-Jährige sagte nicht Nein.
Nun, „es war kein Krumpel-Elfmeter“, wie sein Trainer Frank Heberle im Nachhinein betonte. Doch ausgerechnet bei Wachlingers Versuch, aus elf Metern ein Tor zu erzielen, reagierte Rambergs Keeper Lucas Hafner fantastisch und wehrte den Schuss Wachlingers ab. Der älteste Spieler des Spitzenreiters wurde anschließend gebührend gefoppt und stellte, wie Heberle berichtet, eine Kiste Bier in die Kabine.
... dass die Quote eines Vorstandsenkels toll ist.
„Er war weg, ist jetzt wieder da und unheimlich wichtig für uns.“ So charakterisiert Florian Skobniuk, der Kapitän des C-Klässlers SV Rot-Weiß Pirmasens, seinen Mitspieler Marcus Herrlich. Dieser schoss am Sonntag sämtliche Tore zum 5:2-Sieg seiner Mannschaft beim SV 53 Rodalben und bezeichnet seine Rückkehr an den Sommerwald als „Herzensangelegenheit“. Schließlich waren die beiden Großväter des 28-jährigen Top-Torjägers, Kurt Kircher und Günther Herrlich, beide Vorsitzende des Sportvereins im Pirmasenser Nordosten gewesen.
„Ich weiß, wie der Verein tickt“, erzählt Herrlich, der bereits dreimal Torschützenkönig einer C-Klasse gewesen war. Und Herrlich, kürzlich erneut Vater geworden, ist gereift. Galt er früher als „Hitzeblitz“, so hat er nun seine Emotionen auf dem Platz viel besser im Griff, wie auch Skobniuk bescheinigt. Und er sei auch bescheidener geworden. Herrlich: „Ich weiß, dass ich mich bei meinen Mitspielern für meine Tore bedanken muss. Ohne ihre Vorarbeit könnte ich gar nichts machen.“
Gleichwohl dürfen die fünf Treffer vor 120 Zuschauern im Lindersbach-Stadion in der Rubrik Ausnahmeleistung verbucht werden, denn schließlich sind die Rodalber alles andere als Kanonenfutter, sondern eine Mannschaft, die zum Kreis der Titelkandidaten zählt. Sieben Chancen habe er in Rodalben bekommen, fünf davon in Tore umgewandelt, berichtet Herrlich – eine tolle Quote!
... dass auch Schiris mal zu spät kommen.
Die beiden Mannschaften waren bereit, nur der Schiedsrichter der für Sonntag, 14.15 Uhr, angesetzten C-Klasse-Partie SV Lemberg II gegen FC Fischbach II fehlte. Die Gastgeber riefen daraufhin kurz nach zwei bei dem für diese Partie eingeteilten Referee Helmut Müller an. Der Erlenbrunner hatte sich schlichtweg vertan und gedacht, die Begegnung würde erst um 15 Uhr beginnen. „Alles nicht dramatisch“, bewertete Lembergs Spielertrainer Alexander Beuerle die Verspätung. Schließlich kam Müller, nachdem er von seinem Irrtum informiert worden war, superschnell nach Lemberg und pfiff die Partie mit nur 15 Minuten Verspätung um 14.30 Uhr an.
... dass einer noch mehr Tore als Dahn kassiert.
Mit 0:10 verlor am Sonntag der TuS/DJK Pirmasens in der B-Klasse beim SC Busenberg. Das hat zwei Gründe: zum einen die für B-Klasse-Verhältnisse überragende Qualität eines Felix Burkhard, der gleich siebenmal das runde Ding in den TuS/DJK-Kasten bugsierte, zum anderen großes Verletzungspech bei den Pirmasensern. „Zehn Spieler waren verletzt, zudem fielen einige aus anderen Gründen aus“, berichtet TuS/DJK-Spielleiter Wolfgang Sammel. Aktuell hat „die TuS“ bereits 29 Gegentore in nur fünf Partien kassiert (5,5 im Schnitt), eines mehr als der FC Dahn, der in den letzten Jahren stets die B-Klasse-Negativrekorde in Sachen Gegentore aufstellte.
„Ganz und gar nicht“, so Sammel, sei die derzeitige Misere mit dem Neubau eines Rasenspielfeldes am Blocksberg zu begründen, weshalb derzeit keine echten Heimspiele ausgetragen werden könnten. Wie Sammel erklärte, würden in 2021 noch keine Heimspiele auf dem neuen Grün in der Prälat-Schäffler-Sportstätte ausgetragen. Der TuS/DJK weicht auf den Kunstrasenplatz im Sportpark Husterhöhe aus. Jetzt soll mit Nachwuchskräften die Wende zum Besseren geschafft werden. Und nicht in jedem Spiel steht ein Burkhard auf der gegnerischen Seite…..