FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Tore, Träume, Temperamente: Premierentor eines Kanadiers für Hauenstein und Schiri-Notlösung

Helmut Igel
Helmut Igel

RHEINPFALZ-Mitarbeiter Helmut Igel fiel bei den Fußballspielen am Wochenende auf, ...

... dass der Nebel ein Finale verhinderte.

„Ich glaub, ich steh’ im Nebel“, mag sich am frühen Samstagabend Schiedsrichter Klaus Burkhard gedacht haben, als er die Witterungsverhältnisse in Hermersberg auf sich wirken ließ. Und Burkhard, der das Finale der Ü40-Fußball-Kreismeisterschaft zwischen dem SV Hermersberg und der FV Münchweiler pfeifen sollte, sah, dass er fast nichts sah. Es war neblig. So neblig, dass er das Endspiel nicht anpfiff. „Die Regel ist ganz einfach“, erklärt Kreis-Schiedsrichterlehrwart Sascha Geisler. „Wenn man von einem Tor aus das andere nicht sieht, wird ein Spiel abgebrochen oder gar nicht angepfiffen.“

Und dass dies am Samstag so war, bestätigt AH-Kreisspielleiter Wolfgang Hunsicker: „Ich stand direkt hinterm Tor und konnte gerade mal bis zur Mittellinie sehen.“ Eine Besserung der Verhältnisse sei nicht absehbar gewesen. Ergo, so waren sich alle einig: Das Spiel findet nicht statt. Die Ü40-Kicker beider Vereine vereinbarten, die Partie Ende April 2022 nachzuholen. Da ist die Nebelwahrscheinlichkeit gering.

... dass ein 17-Jähriger ein Männerspiel pfiff.

Der Anruf von Marco Kochert, dem Leiter der C-Klasse, Gruppe D, kam am Sonntagmorgen. Er teilte mit, dass zum Spiel der Sportvereinigung Ludwigswinkel gegen den SV Trulben II kein amtlicher Schiedsrichter zur Verfügung steht. Die Alternativen: Entweder die Begegnung verlegen oder sie mit einem Schiri besetzen, den beide Vereine akzeptieren, so denn überhaupt einer gefunden wird. Ludwigswinkels Spielertrainer Jens Keller wusste, dass der erst 17-jährige Noah Weippert gerade eine Ausbildung zum Schiedsrichter absolviert. Dieser war denn auch bereit, die Partie zu leiten. Und Trulben war auch sofort einverstanden mit der Lösung.

Also achtete der Teenager 90 Minuten lang auf die Fußballregeln. „Er hat souverän gepfiffen“, bewertete Keller, dessen Team 1:6 verlor, anschließend Weipperts Leistung bei seiner Premiere als Referee. Allerdings zeigt der Vorfall, dass die Klagen der Schiedsrichter über immer weniger Unparteiische nicht nur Worthülsen sind.

... dass es in einem Spiel drei Premierentore gab.

Nico Rüdiger und Elijah Manchester rutschten am Sonntag in die Startelf des SC Hauenstein im Landesligaspiel beim TSC Zweibrücken. SCH-Coach Niklas Kupper („Ich hatte zehn Ausfälle“) vertraute dem 20-jährigen Rüdiger die wichtige Sechserposition an, der erst 18-jährige Elijah Manchester spielte in der Offensive. Für Manchester war es der zweite Einsatz in der Herren-Landesliga und der erste von Beginn an. Der junge Kanadier aus der Fußballschule Sebastian Schächters hatte am Samstag bereits mit den Verbandsliga-A-Junioren in Worms-Horchheim gespielt und dabei zwei Tore erzielt. „Er hat richtig Qualität“, lobte Kupper den bislang nur Englisch sprechenden Angreifer. Und bodenständig und bescheiden sei er auch noch. Überhaupt habe sich Manchester sehr gefreut, dass er dabei sein durfte.

Der in Pirmasens wohnende Manchester fuhr mit dem Zug nach Zweibrücken, wo er von einem Mitspieler am Bahnhof abgeholt wurde. „Ich habe ihm bereits vor dem Spiel die Kosten für die Fahrkarte ersetzt“, berichtet Kupper. Und es kam, wie es in solch seltenen Novembermärchen kommt. Nico Rüdiger (2) und Elijah Manchester schossen die drei Tore für den Sportclub zum überraschenden 3:0-Sieg bei dem von Ex-Regionalligacoach Peter Rubeck trainierten TSC. Die beiden Nachwuchskräfte hatten bislang noch nie ein Tor in der Herren-Landesliga erzielt. Es waren also echte Premierentreffer.

Eine weitere Besonderheit am Rande: „Ich war während der Partie am Spielfeldrand lauter als Peter“, gestand Kupper. Und wer Rubeck kennt, weiß, dass dies schwierig ist.

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