FUSSBALL
Tore, Träume, Temperamente: Platzverweise für vier Spieler und den Trainer
... dass ein Top-Torjäger gar nicht trainiert.
Dass ein Fußballer in einem Spiel fünf Tore inklusive eines Hattricks erzielt, ist in den unteren Amateurklassen zwar nicht gerade an der Tagesordnung, aber auch nicht die ganz große Ausnahme. Dennoch ist der Fünferschlag des Dominik Reitz beim 9:0-Sieg der SG Heltersberg/Geiselberg im B-Klasse-Derby in Burgalben was Besonderes. Denn der Zwillingsbruder von FKP-Regionalligakeeper Benjamin Reitz trainiert nach eigenen Worten „in der Regel überhaupt nicht“.
Der 23-jährige Stürmer ist Berufskraftfahrer im Fernverkehr und kann deshalb nur sporadisch am Mannschaftstraining teilnehmen. Doch seine Ausbildung beim FK Pirmasens, bei dem er noch als A-Junior spielte, kommt dem Geiselberger noch heute zu Gute und lässt ihn auch ohne Training in der B-Klasse sehr torgefährlich sein. „Er ist schnell, verfügt über einen guten Abschluss und hat nur ein Ziel: Tore schießen“, charakterisiert SG-Trainer Lars Groth die Nummer eins der B-Klasse-Torjägerliste.
Reitz selbst macht um seine zehn Saisontore in nur fünf Begegnungen kein Aufhebens. Er freue sich, wenn er „der Mannschaft helfen“ kann. Das tut er in der Tat. Die Holzland-Spielgemeinschaft hat ihre fünf Saisonspiele alle gewonnen.
... dass es in einem Spiel fünf Platzverweise gab.
„Es war ein intensives Kampfspiel.“ So beschreibt Reiner Wadle, der Trainer der Spielvereinigung Waldfischbach/Burgalben, die A-Klasse-Partie am Sonntag gegen Palatia Contwig (3:2). Bei deren Abpfiff standen nur noch 18 statt der üblichen 22 Spieler auf dem Rasen. Kampfspiel eben. Schiedsrichter Robin Küntzler zog zweimal Gelb-Rot und dreimal Rot.
Bei der Nachbetrachtung waren sich Wadle und Peter Ehrmanntraut, der zuschauende Palatia-Vorsitzende, einig, dass die beiden Ampelkarten für Niclas Betz (Contwig) und Lukas Wagner (Waldfischbach/Burgalben) durchaus zu vertreten gewesen seien – „auch wenn eine neuerliche, vielleicht dann letzte Ermahnung in beiden Fällen eine Option gewesen wäre“, ergänzt Wadle.
Gar nicht einverstanden war indes Ehrmanntraut mit Rot für Contwigs Verteidiger Nikolaus Sefrin kurz vor dem Seitenwechsel: „Wenn der Schiedsrichter da Rot gibt, muss er auch Elfmeter für Waldfischbach geben. Und das hat er nicht getan.“ Wadle hatte besagte Szene nach eigenen Worten „nicht genau gesehen“.
Unstrittig war indes die zweite Rote Karte, die sich Moritz Neupert in der Nachspielzeit einhandelte, als er hart einstieg. Vielleicht hatte Neupert noch zu viel Adrenalin im Blut, denn nur eine Minute zuvor hatte er einen Strafstoß zum 3:2 für seine Mannschaft genutzt. „Das war ein billiger Elfer. Ein reiner Witz“, ärgerte sich Ehrmanntraut über des Schiris Pfiff. Es sei gar nicht zu erkennen gewesen, wieso der Unparteiische auf Elfmeter entschieden habe. Dabei hatte die Palatia zuvor in Unterzahl einen 0:2-Rückstand wettgemacht.
Auch bei Contwigs Trainer Max Blum lagen die Nerven blank. Er leistete sich ein verbales Scharmützel mit dem Schiedsrichter. Das hatte zur Folge, dass er (zunächst) die Gelbe Karte zu sehen bekam. Als Blum dann weiter verbal nachtrat, zückte Küntzler Rot.
Mit von der Partie war übrigens André Groß. Trainer Wadle wechselte den 48-Jährigen, mit dem er früher beim FK Clausen in der Verbandsliga spielte, zehn Minuten vor Ende der Partie ein.