FUSSBALL
Tore, Träume, Temperamente: Leimen feiert Kerwe-Coup, Fehrbach ärgert sich über Rote Karte
... dass ein AH-Spieler der Matchwinner war.
„Das war ein Supertag.“ Selbst Jochen Hartmann, der mit seinen 38 Jahren einiges erlebt hat in Sachen Fußball (unter anderem 45 Oberligaspiele), kam nach dem völlig überraschenden 2:1-Sieg seines TuS Leimen im Kerwespiel gegen den Titelaspiranten FC Rodalben ins Schwärmen. Matchwinner: Jochen Hartmann.
Dieser hatte in der Saison 2019/2020 sein letztes Spiel in einer Herrenmannschaft bestritten. Als nun die Personalnot bei seinem Heimatverein groß war, ließ sich Hartmann überreden, als Auswechselspieler zur Verfügung zu stehen. Vom eigentlichen B-Klasseteam waren gerade mal elf Mann einsatzbereit, von denen drei angeschlagen waren. Daher rückten zur zweiten Halbzeit mit Hartmann, Benjamin Helfrich und Christoph Sommer drei Kicker aus der starken AH nach. „Da wird der Sieg eingewechselt“, rief der zuschauende Ex-Torjäger der ersten Mannschaft, Ronnie Gütermann, aufs Feld, als Hartmann sein Mini-Comeback feierte.
Die Partie entwickelte sich zu einem echten Derbyfight. Leimens Keeper Oliver Orth hielt prächtig, die sieben verbliebenen jungen Spieler steigerten sich und gingen an ihr Limit. Hartmann: „Sie entwickelten seine riesige Euphorie, die auch mich ansteckte.“ Die Zuschauer unterstützten ihre Mannschaft lautstark. Dann die 80. Minute. Nico Kneis, der bereits das 1:0 erzielt hatte, kam in Strafraumnähe zu einem Einwurf. „Sein Einwurf ist eine Waffe“, betonte Gütermann. Und natürlich wusste Leimens früherer Spielertrainer Hartmann um die Güte der weiten Einwürfe seines Mitspielers. Also postierte er sich am „kurzen“ Pfosten, doppelt abgedeckt von zwei Rodalbern. „Aber ich merkte, dass die im Moment etwas unsortiert waren“, erzählte Hartmann die Geschichte seines Kerwesiegtores nach perfektem Einwurf von Kneis. „Ich habe den Kopf hingehalten und aus zwei Metern eingenickt.“ Damit stand es 2:1. Der Rest war die Verwaltung des Vorsprungs und coronagerechtes Feiern. Eben ein Supertag.
... dass ein Fehrbacher Rot sah.
Keinen Supertag erwischte am Samstag Landesligist FC Fehrbach, der bei den VB Zweibrücken 1:4 verlor – und das „völlig verdient“, wie Fehrbachs Spielleiter Christoffer Lorett sagte. Obwohl Schiedsrichter Lukas Kranczoch aus dem Fußballkreis Rhein-Pfalz überhaupt keinen Anteil an der deutlichen Niederlage der Fehrbacher hatte, so war Lorett mit dessen Leistung sehr unzufrieden.
„Er hat in der zweiten Halbzeit arrogant provoziert“, berichtete Lorett und beispielsweise geäußert: „Ich sitze am längeren Hebel.“ Kranczoch zeigte im zweiten Spielabschnitt sechsmal Gelb und einmal Rot für Jonas Lorett. Dieser habe, so dessen Bruder Christoffer, ein taktisches Foul durch Festhalten des gegnerischen Trikots erfolglos probiert und dann mit einem „Gehfehler“ den Zweibrücker zu Fall gebracht. Alle Spieler, „auch die Zweibrücker“, hätten eine Gelbe Karte erwartet, doch Kranczoch zog Rot.
... dass es drei Punkte ohne Spiel gibt.
Die E-Mail kam am Freitag um 23.55 Uhr bei Klassenleiter Matthias Belzer an. Weil es ihm an Personal mangelte, sagte der FC Höheischweiler das C-Klasse-Spiel seiner zweiten Mannschaft beim PSV Pirmasens ab. Belzer nahm Kontakt zu Höheischweiler auf. Dabei sei ihm mitgeteilt worden, dass Höheischweiler den PSV kontaktiert habe, um eine Verlegung der Partie zu erreichen. Doch da spielte der PSV nicht mit, wollte absolut nicht verlegen, sondern die drei Punkte ohne Spiel haben. Und so kommt es denn jetzt auch. Belzer: „Das Spiel wird zugunsten des PSV gewertet.“ Doch wer ist in diesem Fall wirklich der Verlierer?