Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Tore, Träume, Temperamente: Kurioser Schiri-Fehler bei Petersberg gegen Lemberg

Die FKP-Fans (von links) Kasjan, Luis und Bryan.
Die FKP-Fans (von links) Kasjan, Luis und Bryan.

Die neueste Ausgabe von Helmut Igels Kolumne „Tore, Träume, Temperamente“ zum Amateurfußball in der Südwestpfalz.

FKP-Fans: Sogar aus Wiesbaden

Sie kommen aus Waldfischbach-Burgalben, Neustadt und gar aus Wiesbaden zu den Spielen des FK Pirmasens angereist. Mit im Gepäck: eine große Trommel und ein Megafon. Besonders wenn der Fußball-Oberligist in der Offensive am Ball ist, machen die „Fanatikos Pirmasens“ so richtig Alarm. „La, la Pirmasens“ lautet einer ihrer Schlachtrufe, begleitet vom ohrenbetäubenden Lärm der Trommel. Auch wenn an der Qualität der Unterstützung noch gearbeitet werden darf, so verleiht das Grüppchen, das sich da im städtischen Stadion auf der Husterhöhe einfindet, den Begegnungen ein kleines Plus an Stimmung. „Wer weiß, vielleicht sind wir ja auch deswegen so erfolgreich in dieser Saison“, sagt Bryan (17), der aus Pirmasens stammt und in Wiesbaden wohnt. Insgesamt 17 FKP-Fans im Alter von 13 bis 40 Jahren haben sich zur Unterstützung des Klubs zusammengeschlossen. In wechselnden Grüppchen sind sie bei Heim- und zuweilen auch bei Auswärtsspielen des Tabellenführers vor Ort.

SV Lemberg: Bei einem Schiri gibt’s Gelb-Rot doch noch

Gelb-Rot als Bestrafung in den Amateurklassen (Verbandsliga bis D-Klasse) des Südwestdeutschen Fußballverbands: Das ist seit einer Reform vor mehr als einem Jahr nicht mehr möglich. Gab es am Wochenende aber dennoch und zwar im A-Klasse-Spiel zwischen dem FK Petersberg und dem SV Lemberg (5:1).

Die Chronologie: Lembergs Trainer Fabian Rösinger sieht beim Coaching nach 32 Minuten an der Außenlinie wegen eines zu laut gerufenen „Hey“ nach einem harten Einsteigen eines Petersbergers die Gelbe Karte. In der 65. Minute ruft der in der Nähe von Rösinger stehende, vom SVL gestellte Linienrichter bei einem Spielerwechsel eher flapsig: „Der muss auf dem kürzesten Weg vom Platz gehen.“ Daraufhin begibt sich Hauptschiedsrichter Patrick Singer, der aus einem anderen Fußballkreis kommt, zu Rösinger und zeigt ihm Gelb-Rot, da er ihn als Rufenden identifizierte. „Ich habe dann mehrmals versucht, ihm zu erklären, dass es keine Gelb-Rote Karte mehr gibt, aber vergeblich“, erzählte Rösinger. Nach Gelb folgt im Amateurbereich entweder eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe oder eben Rot.

„Die Entscheidung des Schiedsrichters war schlicht falsch“, nahm Sascha Geisler, der Schiedsrichter-Obmann des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken, auf RHEINPFALZ-Anfrage zu dem Fall Stellung. Statt Gelb-Rot hätte der Schiri Rot zeigen müssen, da in diesem Fall eine Zeitstrafe nicht greife. Er habe bereits mit dem Schiedsrichter-Obmann des benachbarten Fußballkreises „kommuniziert“, berichtete Geisler. Lemberg verzichtet auf einen Protest gegen die Wertung der Partie, „weil die Petersberger nichts für die Fehlentscheidung können“, sagte Rösinger. Also mal keine Arbeit für die Gebietsspruchkammer.

TuS/DJK: Keinen Termin mit Münchweiler gefunden

Am Samstag sollte in der Fußball-B-Klasse Ost die Partie TuS/DJK Pirmasens gegen FV Münchweiler ausgetragen werden. Dass der Gast dann nicht antrat, hatte eine Vorgeschichte.

Bei der Rundenbesprechung vereinbarten die Parteien, dass die Partie auf Wunsch der Münchweilerer von Sonntag auf Samstag vorverlegt wird. Sechs Tage vor dem Match meldete sich Münchweiler und bat „die TuS“, die Partie erneut zu verlegen, weil sechs Spieler der ersten Mannschaft just an jenem Samstag zu einer Taufe eingeladen seien. TuS/DJK-Spielleiter Wolfgang Sammel prüfte, ob eine Verlegung machbar ist. Er erteilte eine Absage, „weil sich bereits mehrere unserer Spieler mit Familie für den vermeintlich freien Sonntag etwas vorgenommen hatten“. Auch eine Verlegung der Partie in den November oder Dezember war für Sammel keine Option, „weil unser neuer Rasen Schaden nehmen könnte“.

Zuletzt habe sich die Fußballvereinigung von der Rodalb am Freitag, am Tag vor dem Spieltermin, bei ihm gemeldet und erklärt, dass sie nur „fünf Spieler zur Verfügung hätte“, berichtet Sammel. Danach sei nur noch die Absetzung des Spiels durch Klassenleiter Marco Kochert gekommen. Münchweilers Spielleiter Wolfgang Göller: „Das war eine unglückliche Situation. Wir stehen doch erst am Anfang der Runde. Da hätte sich doch bestimmt binnen eines Dreivierteljahres noch ein Ausweichtermin finden lassen. Ich bin enttäuscht vom TuS/DJK, bei dem ich jahrzehntelang Mitglied war.“ Sammel entgegnet: „Wir wollen immer eine Einigung mit unseren Gegnern. Aber in diesem Fall war dies einfach nicht möglich, da wir bis auf die B-Jugend alle Nachwuchsklassen besetzt haben und unser Platz permanent bespielt wird. Und am Freitag wollten und konnten wir auch nicht spielen, weil wir am Mittwoch bereits ein Pokalspiel hatten.“

ASV Lug/Schwanheim: In fünf Minuten ein Kerwe-Hattrick

Besser als der ASV Lug/Schwanheim und insbesondere Paul Fitzthum kann man die Kerwe als Fußballer nicht feiern. Der Grund: Der ASV fuhr als A-Klasse-Aufsteiger zur Luger Kerwe einen 5:1-Heimsieg gegen Bavaria Wörth ein, und der 22-jährige Lehramtsstudent (Sport und Deutsch) schoss drei seiner nun insgesamt sechs Saisontore. Damit nicht genug. Fitzthum erzielte die Treffer mit einem Hattrick. Immer noch nicht genug: Der Siebeldinger brachte das Runde dreimal in nur fünf Minuten - genau gesagt in den Minuten 40, 43 und 44 – im gegnerischen Kasten unter. „Das hatte ich bisher noch nie geschafft“, erzählte der seit Jugendtagen für den ASV aus der Verbandsgemeinde Hauenstein stürmende Rechtsaußen. Spektakulär waren die Treffer nicht. Zwei erzielte er nach einem Konter – „es waren zwei identische Tore“ –, eines markierte er „nach schöner vorhergehender Kombination meiner Mitspieler“. Die Kerwe fühlte sich danach noch ein bisschen besser an.

Helmut Igel
Helmut Igel
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