Fussball
Tore, Träume, Temperamente: „Käseweiße Buwe“ und eine launige Fahrgemeinschaft
... dass ein Team nicht weiterspielen konnte.
Im A-Klassen-Spiel SpVgg Waldfischbach/Burgalben gegen FK Petersberg waren am Sonntag beim Stand von 2:1 etwa 35 Minuten gespielt, als es im Mittelfeld zu einem hart geführten Zweikampf kam. Dabei verletzte sich der junge Marcel Kerchner schwer. „So etwas habe ich in 50 Jahren noch nicht gesehen“, sagte Petersbergs Sportvorstand Martin Rohr. Kerchners Fuß habe nach dem „unnötigen Foul“ in die „falsche Richtung“ gezeigt, es bestand der Verdacht auf Schien- und Wadenbeinbruch. „Das war schon sehr heftig“, befand Rohr.
Kerchners Mitspieler waren geschockt ob der schlimmen Verletzung. „Die Buwe waren käseweiß“, versuchte Rohr die Szenerie wiederzugeben. Die Petersberger Spieler sahen sich danach nicht mehr in der Lage, die Partie fortzuführen, weshalb abgebrochen wurde. Ob das Spiel neu angesetzt wird, ist offen.
... dass ein Team nicht weiterspielen wollte.
Während die Petersberger Mannschaft nach der schweren Verletzung ihres Mitspielers geschockt war, sah sich eine andere Mannschaft durch den Schiedsrichter benachteiligt und ging deshalb vom Platz. Auf dem Hartplatz des TuS/DJK Pirmasens spielten die Gastgeber in der B-Klasse gegen den SV Gersbach. Zumindest etwa 70 Minuten. Dann verließen die Gästespieler nach Aufforderung ihres Spielertrainers Hans Teegen das Feld. „Der Schiedsrichter hat uns klar benachteiligt“, begründete Teegen seine Aktion. Der Unparteiische Selamet Öztürk habe bei einer vergleichbaren Aktion einen Spieler des TuS/DJK mit Gelb verwarnt, einem Gersbacher Akteur jedoch Rot gezeigt.
Auf dem Platz war es dann zu Tumulten gekommen, „jedoch ohne Tätlichkeiten“, wie TuS/DJK-Spielleiter Wolfgang Sammel betont. Er habe mit seiner Aufforderung vermeiden wollen, dass es im weiteren Verlauf der Begegnung zu „Verletzungen oder Tätlichkeiten kommt“, sagte Teegen. Und er habe dabei bereits an die nächsten Spiele gedacht. Der Schiedsrichter, von dem Teegen nicht besonders viel hielt, habe zudem einen Zuschauer, der nach Teegens Aussage auch als Schiedsrichter tätig ist, beleidigt.
Sammel schilderte, dass nach einem Zweikampf ein Gersbacher Spieler „einem unserer Spieler mit 20 Metern Anlauf in den Rücken gesprungen“ sei. Nach Rot für diese Aktion habe vor allem Teegen auch Rot für einen TuS/DJK-Akteur gefordert. Dieser sei aber nur mit Gelb bedacht worden. Das habe zu Diskussionen geführt, die in den Spielabbruch mündeten. Teegen geht davon aus, „dass das Spiel wohl für den TuS gewertet wird“.
... dass man ruhig zusammen fahren darf.
Michael Müller, Co-Trainer des Landesligisten SG VB Zweibrücken/SV Ixheim, wohnt in Höheinöd. Genauso wie SG-Trainer Alexander Joniks und Jarek Herborn. Letzterer kickt jedoch aktuell für die Sportfreunde Bundenthal. Als nun deren Gastspiel in Zweibrücken anstand, meldete sich Herborn bei Müller und fragte, ob er denn nicht in Fahrgemeinschaft mit dem Co-Trainer anreisen könne.
„Da gab es für mich kein Überlegen. Das war doch selbstverständlich“, äußerte sich Müller. Also fuhren die beiden Zweibrücker Trainer und der gegnerische Stürmer am Sonntag von der Sickingerhöhe gemeinsam via Rosenstadt. „Es wurde dabei aber weder über Taktik noch über die Aufstellung geredet“, erzählte Müller.
Herborn stand in der Bundenthaler Anfangsformation, holte sich in Minute 28 die Gelbe Karte ab und wurde in der 76. Minute ausgewechselt. Die Sportfreunde aus dem Wasgau gewannen die Partie durch ein spätes Tor von Kevin Rose mit 2:1. Und obwohl Herborn Gelb kassiert hatte und trotz null Punkten für die Zweibrücker SG „habe ich ihn wieder da abgesetzt, wo ich ihn aufgesammelt hatte“, erklärte Michael Müller humorvoll.