FUSSBALL
Tore, Träume, Temperamente: Geleitschutz für einen Schiri und erstklassiges Fairplay
... dass ein Schiri Geleitschutz brauchte.
Recht farbig verlief das Fußball-B-Klasse-Derby Sportfreunde Bundenthal II gegen SC Busenberg (1:0). Schiedsrichter Hermann Matheis aus Gossersweiler zeigte zweimal Gelb-Rot und einmal Rot. Und nach Ende der Partie benötigte der Unparteiische laut Bundenthals Spielleiter Christian Hucke „alles, was an Platzordnung vor Ort war“, um ungeschoren in die Umkleidekabine zu gelangen. Insbesondere Zuschauer aus dem Lager der Busenberger waren mit der Leistung von Matheis nicht zufrieden und suchten die Nähe zum Referee. „Die Leute wollten dem Schiri an den Kragen“, erzählte Bundenthals Spielertrainer Sven Breiner.
Trotz aller dieser Vorfälle betonte Hucke: „Es war ein faires Derby. Zwischen den Vereinen herrscht ein extrem freundschaftliches Verhältnis.“ Busenbergs Vorsitzender Philip Breitsch pflichtete bei: „Zwar wollen wir uns gegenüber der Presse bedeckt halten, aber es war alles in Ordnung zwischen den Mannschaften. Es gibt zwar Klärungsbedarf, doch wir werden das mit dem Verband ausmachen.“
Den Siegtreffer erzielte Manuel Domzol per Strafstoß. „Den kann man, muss man aber nicht geben“, merkte Hucke dazu an. Von da an hätten sich die Busenberger Akteure „sehr undiszipliniert verhalten und jede Entscheidung des Schiedsrichters kritisiert“, befand Breiner. Auch Busenbergs Trainer Swen Wenzel, der sich gegenüber der RHEINPFALZ nicht äußern wollte, habe sich, so Breiner, „nicht gerade sportlich verhalten“. Busenbergs Spielertrainer Felix Burkhard sah in Minute 72 Gelb-Rot. Sein Mitspieler Simon Engel bekam nach Huckes Worten die Rote Karte vor die Nase gehalten, weil er nach einem Foul an ihm „im Fallen geschlagen haben soll“. Den ausgewechselten Lukas Becker bedachte der Schiri mit Gelb-Rot.
Sportgerichtlich hatte der SC Busenberg derweil Erfolg. In zweiter Instanz wurde das Urteil der Gebietsspruchkammer bestätigt, wonach die drei Punkte aus dem am 3. Oktober beim Stand von 3:1 abgebrochenen Spiel gegen den SV Trulben an Busenberg gehen. Dies teilte Trulbens Spielleiter Thomas Schatz auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Der SVT wollte nach der schweren Verletzung eines seiner Spieler nicht mehr weiterspielen, Busenberg dagegen schon.
... dass es beste Beispiele für Fairplay gab.
Das führt uns zu der A-Klasse-Partie am vergangenen Sonntag zwischen der Spielvereinigung Waldfischbach/Burgalben und der SG Thaleischweiler. Es waren knapp 20 Minuten gespielt, und die Gastgeber führten bereits mit 2:0, als sich SGT-Akteur Ronny Schäfer ohne Einwirkung eines Gegners schwer verletzte. Die Gäste fühlten sich nicht in der Lage, die Begegnung fortzusetzen. Für die Waldfischbacher war es keine Frage, der Bitte ihrer Gäste zu entsprechen, das Spiel abzubrechen und nachzuholen. Bestes Fairplay!
Doch nicht nur Waldfischbach/Burgalben tat sich in dieser Hinsicht am Wochenende hervor. „Fairer geht es nicht mehr.“ So kommentierte der Coach des FC Fischbach, Jürgen Becker, das Verhalten der Trainer des TV/SC Hauenstein II, Torsten Riggers und Christian Schäfer. Becker hatte ihnen seine großen personellen Probleme geschildert. Fischbachs A-Klasse-Team hätte nur mit erheblicher Unterstützung aus der zweiten Mannschaft (und somit geschwächt) antreten können, womit das Match der zweiten Mannschaft hätte abgesagt werden müssen, was bereits die zweite Absage von Fischbach II in dieser Runde gewesen wäre. Daraufhin erklärte sich Hauenstein bereit, das Spiel zu verlegen. Becker: „Riggers sagte sofort ja. Ich muss schon sagen: À la bonne heure!“
Gleiches gilt für Trulben, das dem personell gebeutelten FC Dahn entgegenkam und auf Anfrage die für Sonntag terminierte Partie verlegte. SVT-Trainer Eric Groh: „Wir werden das Spiel irgendwann nachholen.“
... dass es zu sechst nicht weiter geht.
Nur 55 Minuten dauerte am Sonntag das C-Klasse-Spiel Rumbach gegen Ludwigswinkel. In Minute 35 verhinderte der Kapitän von Ludwigswinkels Neunerteam, Christoph Herzog, mit einem Handspiel im eigenen Strafraum ein Gegentor. Die Folge: Strafstoß und Rot für Herzog. Mit je acht Akteuren setzten beide Mannschaften die Partie fort, weil Rumbach mit einer sehr fairen Geste freiwillig einen Mann aus dem Spiel nahm. Als sich in der Folge zwei Gästeakteure verletzten, konnten diese noch durch Spieler von der Ersatzbank ersetzt werden. Als dann allerdings ein dritter Spieler verletzungsbedingt passen musste, war kein Ersatz mehr vorhanden. Ludwigswinkel, das zu diesem Zeitpunkt durch sechs Treffer von Georgr-Andrei Bogdan 0:6 zurücklag, stand mit nur noch sechs Feldspielern da. Schiedsrichter Rolf Göttel brach daraufhin die sehr einseitige Partie ab.