FUSSBALL
Tore, Träume, Temperamente: Eine 16-Jährige aus Leimen und ihr Spiel gegen Bayern München
... dass Amelie gegen Bayern gespielt hat.
Wer in der Fußball-Südwestpfalz kann schon von sich sagen, dass er mal ein Pflichtspiel gegen den FC Bayern München bestritten hat? Das können nur sehr wenige. Die erst 16 Jahre junge Amelie Matheis aus Leimen gehört dazu. Sie traf am Samstag mit der SV Elversberg im DFB-Pokal auf den amtierenden Deutschen Frauenmeister. 35 Minuten verteidigte sie in der Fünfer-Abwehrkette der Saarländerinnen meist gegen Europameisterin Giulia Gwinn.
„Das war echt cool, ein richtig geiles Erlebnis“, ist die Schülerin des Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasiums begeistert. Schließlich sei der Bundesliga-Tabellenführer bestückt mit Spielerinnen auf Weltklasse-Niveau, derweil Elversberg in der Zweiten Liga auf Position neun rangiert. „Ich habe in der Woche vor dem Spiel im Training richtig Gas gegeben, denn ich wollte unbedingt spielen“, erzählt der Teenager aus Leimen. Und in der 55. Minute war es dann so weit. „Bist du bereit?“, habe sie ihr Trainer Kai Klankert gefragt. Und wie bereit Amelie war. Beim Stand von 0:4 wurde sie eingewechselt, am Ende hieß es vor 1668 Zuschauern 0:6. „Da müssen wir zufrieden sein, denn es ist nicht zweistellig geworden“, befand Amelie Matheis. Und: Ihre Gegenspielerin Gwinn hat kein Tor gemacht.
Sei sie vor dem Spiel noch recht entspannt gewesen, so habe sie „direkt vor dem Spiel doch weiche Knie bekommen“, beschrieb ihre Mutter Jessica Matheis die Gefühlslage der Zwölftklässlerin, die stolz sagt: „Das war der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere.“
... dass ein neuer Rasen für Euphorie sorgt.
Die Voraussetzungen für den SV Erlenbrunn waren perfekt: Kerwe, bestes Fußballwetter, das erste Spiel auf dem nigelnagelneuen Rasen, mit 200 Zuschauern ein sehr guter Zuspruch für ein B-Klasse-Match, und dann markierte Daniel Haag in der sechsten Minute auch noch das 1:0 für den SVE gegen den favorisierten SV Trulben. Doch Trulben entpuppte sich als Spielverderber, nutzte Abwehrfehler der „Erlehöfer“ und gewann das für die Gastgeber (nach Jahrzehnten auf Sand und Asche) historische Spiel noch mit 5:1.
Dennoch: „Die Euphorie in den letzten beiden Wochen, als die Aktiven bereits auf dem Platz trainieren durften, war riesig“, schwärmt SVE-Sportvorstand Bernd Metzmann. „20 Mann“ seien zum Training gekommen und zum ersten Mal seit Jahren habe der Trainer in Erlenbrunn (Oliver Reich) Spieler aus seinem Kader streichen müssen, „weil nur 18 Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen dürfen“. Jeder Spieler habe „auf seinen Einsatz gebrannt“, berichtete Metzmann. Doch dann sei es eben „anders gekommen, als wir uns das gewünscht haben“.
Trotzdem war niemand in Erlenbrunn allzu sehr enttäuscht, denn das Grün motiviert. Metzmann: „Jetzt muss halt am 10. Oktober in unserem Heimspiel gegen Bundenthal II der erste Sieg her.“