Pirmasens
Tore, Träume, Temperamente: Ein saurer Trainer und unglückliche Lorscheider-Brüder
Unserem Mitarbeiter Helmut Igel fiel bei den Fußballspielen am Wochenende auf, ...
... dass Bundenthal erneut 2:10 verlor.
Bei zweistelligen Niederlagen denkt der geneigte Experte des südwestpfälzischen Fußballs eher ans punktlose B-Klasse-Schlusslicht FC Dahn (sorry Dahner, auch wenn es wehtut) als an die Sportfreunde Bundenthal, die in der Landesliga immerhin zehn Zähler geholt haben. Doch die Bundenthaler kassierten tatsächlich am Sonntag im elften Saisonspiel beim SV Rodenbach mit einem 2:10 die bereits zweite zweistellige Niederlage und rutschten deshalb auf den drittletzten Tabellenplatz ab.
„Wir haben hier alles falsch gemacht“, sagte kurz nach dem Schlusspfiff der Trainer der Sportfreunde, Stefan Nagy. Schlimm sei, dass „das die Spieler nicht stört“. Gefühlte „1000 kapitale Einzelfehler“ machte der ehemalige Oberligaspieler des SC Hauenstein für das bisherige schlechte Abschneiden seiner Elf verantwortlich. Nagy monierte mangelnden Einsatz und Zweikampfführung: „Wir haben in Rodenbach noch nicht eine einzige Gelbe Karte kassiert.“ Bundenthal befinde sich „im Abstiegskampf“.
Allerdings nicht im Konkurrenzkampf innerhalb des Teams. Es mache sich negativ bemerkbar, dass ob des dünnen Kaders fast jeder wisse, dass er sowieso spiele. „Da fehlen mir nicht selten die Argumente“, klagte Nagy. „Der Einsatz hat gefehlt, und wir haben richtig schlecht gespielt“, stellte auch Sportfreunde-Vorsitzender Albert Burkhart-Muck fest.
Vor fünf Wochen hatte Bundenthal in Hohenecken mit 2:10 verloren. Jetzt soll am Samstag im Kerwespiel gegen Hauenstein die Wende zum Guten geschafft werden.
...dass ein Torhüter zwei Eigentore machte.
Eigentlich ist Hans-Jürgen Lorscheider der Torhüter des SV Gersbach. Doch er kann auch gut im Feld spielen. Und weil er sich mit einer Armverletzung herumplagt, gab er in der B-Klasse-Partie am Sonntag beim SV Trulben den Libero. Vorne weg: Es war nicht Lorscheiders Tag. Es stand 1:1, als ein Eckball vor das von Christian Schulz gehütete SVG-Gehäuse segelte. Lorscheider wollte den Ball „klären“ und donnerte ihn ins kurze Eck des eigenen Tores – 2:1 für Trulben. Nur vier Minuten später: Lorscheider versucht in Bedrängnis erneut, dieses Mal per Kopf, den Ball aus der Gefahrenzone zu bugsieren. Sie ahnen es: Der Kopfball ging in die falsche Richtung und schlug erneut im eigenen Kasten ein. „Unhaltbar“, wie Gersbachs Spielertrainer Hans Teegen anmerkte.
Damit nicht genug mit Lorscheider-Eigentoren in dieser denkwürdigen Partie. Doch dieses Mal war Erik Lorscheider, der Bruder von Hans-Jürgen, an der Reihe. Er fälschte einen Schuss von Marc Cronauer ins eigene Tor ab. Schiedsrichter Marco Kochert: „Ich habe überlegt, ob ich das Tor als Eigentor werten soll. Ich habe mich dann zugunsten von Cronauer entschieden.“ Ob zwei oder drei Lorscheider-Eigentore: Am Ende verlor Gersbach mit 3:9.
... dass ein Autodefekt einen Anpfiff verhinderte.
Ob es die Benzinpumpe oder das Getriebe war, das wissen wir nicht: Fakt ist: Das Auto war kaputt. Deshalb konnte der Schiedsrichter, der zur B-Klasse-Partie SG Ruppertsweiler/Obersimten II gegen SpVgg Waldfischbach/Burgalben II eingeteilt war, nicht anreisen. „In der Kürze der Zeit konnte kein Ersatz beschafft werden“, erläuterte der stellvertretende Kreis-Schiedsrichterobmann, Alexander Seiberth (Zweibrücken), wieso die Partie ausfiel. „Wir alle wissen, dass bei uns in der Gegend Schiedsrichtermangel herrscht, von daher ist es zwar ärgerlich, aber auch nachvollziehbar, dass es ab und zu leider zu solchen Absagen kommt“, äußerte sich der FC Ruppertsweiler auf seiner Facebookseite. Ein sehr löbliches Statement.