FUSBALL
Tore, Träume, Temperamente: Ein Mega-Stein und ein (versuchtes) Foul eines Schiedsrichters
... dass ein junger Schiri die Rote Karte sieht.
Welch hochintensive Fußball-Woche für Noah Weippert aus Ludwigswinkel! Erst pfiff der 17-Jährige, der sich aktuell zum Schiedsrichter ausbilden lässt, ein Herren-Punktspiel, obwohl er noch keine Prüfung abgelegt hat. Der immer größer werdende Schiedsrichtermangel machte dies möglich. Weippert leitete die Partie seines Heimatvereins gegen Trulben II (1:6) sehr ordentlich. Sieben Tage später, am gerade vergangenen Wochenende, wollte Marco Kochert, der Leiter der C-Klasse, Gruppe D, den jungen Mann erneut als Schiri einsetzen und kontaktierte deshalb Jens Keller, den Spielertrainer der Ludwigswinkler. Doch Keller erteilte Kochert eine Absage, denn er hatte andere Pläne mit dem Enkel des ehemaligen Spielleiters Hans-Jürgen Flickinger.
„Ich habe Noah aktivisiert“, erzählt Keller. Daher hatte Weippert bereits eine ärztliche Untersuchung Anfang der vorigen Woche hinter sich gebracht. Und tatsächlich kam Weippert am Sonntag im Match beim FC Ruppertsweiler zum Einsatz. In Minute 58 wechselte Keller den jungen Mann ein. Es folgte ein kleines Drama. Als linker Verteidiger eingesetzt, versuchte Weippert in der 80. Spielminute seinen Gegenspieler mit einer Grätsche zu stoppen. Er verfehlte allerdings Ball und Gegner. Sein Kontrahent zog davon, konnte aber die sich daraus ergebende Torchance nicht nutzen.
Der Unparteiische der Partie holte in der direkt darauf folgenden Spielunterbrechung Weippert zu sich und zeigte ihm wegen (versuchten) groben Foulspiels die Rote Karte. Der allererste Einsatz von Weippert im Herrenfußball im Trikot der Ludwigswinkler war damit nach 22 Minuten abrupt beendet. Eine Sperre von mindestens einem Spiel ist obligatorisch. Aber vielleicht kommt ja wieder ein Anruf von Kochert. Dann darf Weippert am nächsten Sonntag dennoch wieder auflaufen: als Jungschiedsrichter.
... dass eine lange Negativserie endete.
Am 8. März 2020 gewann der FC Fehrbach in der Landesliga mit 4:1 gegen den SC Hauenstein. Es folgte eine große Dürre: zweimal Saisonabbruch und insgesamt 18 Punktspiele ohne Siegesjubel – bis Sonntag, 14. November 2021. Da holten die „Tiroler Jungs“ mit einem 3:0 gegen die SG Eppenbrunn mal wieder drei Punkte.
„Wir hatten einen Schlachtplan, und der ging voll auf“, war Fehrbachs Trainer Jochen Ellermann sehr erleichtert, dass endlich, nach 20 langen Monaten, mal wieder ein Landesligaspiel gewonnen werden konnte. Allen sei „ein Stein vom Herzen gefallen“, merkte der ehemalige Oberligaspieler an. Der „Ho-Lu“ gerufene Lukas Hoffmann, mit bislang vier Treffern erfolgreichster FCF-Torschütze auch in dieser Saison, ging sogar noch weiter. Es sei ein „Mega-Stein“ gewesen. Den Grundstein habe sein Team am Freitag nach dem Training gelegt. „Da haben wir uns wieder einmal für das nächste Spiel eingeschworen. Aber es war irgendwie speziell. Jetzt ist der Knoten geplatzt“, erzählte Hoffmann. Mit „Wille und Teamgeist“ habe seine Elf jenen Dreier eingefahren, der Hoffnung macht, den Verbleib in der Landesliga doch noch realisieren zu können, obwohl der FCF mit nur sechs Punkten aus zwölf Spielen das Tabellenende ziert. „Wir werden wohl alle Punkte mit in die Abstiegsrunde nehmen können“, mutmaßt Ellermann und macht da einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz aus.