Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Tore, Träume, Temperamente: Ein Heimspiel beim Gegner und eine Doch-Nicht-Verlegung

Helmut Igel
Helmut Igel

Unserem Mitarbeiter Helmut Igel fiel bei den Fußballspielen am vergangenen Wochenende auf, ...

... dass ein Gastverein Platzgeld kassierte.

Der TuS Rumbach hatte am Sonntag in der Fußball-C-Klasse Ost ein etwas anderes Heimspiel. Zwar stand der TuS bei der Auflistung der Partie gegen die SG Bruchweiler vorne, was bedeutet, dass er Heimrecht hat, die Partie fand jedoch auf dem Rasenplatz in Bruchweiler statt. Das Platzgeld „von den 60 bis 70 Zuschauern“, so die Schätzung des SGB-Vorsitzenden Jan Wagenblatt, kassierten – mit Hilfe der Bruchweilerer – die Rumbacher, die dann den Schiedsrichter bezahlten. Die obligatorischen Würstchen und die Getränke verkauften indes die „Gäste“ im und am Sportheim.

Die Lösung: Rumbach, das sein Fußballfeld im Langenthal wegen des Umbaus von einem Hart- in einen Rasenplatz derzeit nicht nutzen kann, verlegte sein Heimspiel gegen Bruchweiler nach Bruchweiler. „Wir haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis mit Rumbach, weshalb wir die Anfrage, ob Rumbach bei uns spielen kann, sofort positiv beschieden habe“, erklärte Wagenblatt die Situation. Letzten Endes gewann Bruchweiler sein „Auswärtsspiel“ zum Auftakt der Rückrunde mit 2:1. Im echten Heimspiel zu Saisonbeginn hatte Bruchweiler noch mit 8:0 triumphiert.

... dass der SCH eine 3:0-Führung verspielte.

Nach sechs Spielen ohne Sieg schien der SC Hauenstein in der Landesliga West mal wieder einen Dreier einzufahren. Nach 54 Minuten führte der Verbandsliga-Absteiger mit 3:0 beim VfB Reichenbach und bis zur 82. Minute immerhin noch mit 3:1. Doch dann brachen alle Dämme. Die Mannen des verletzt zuschauenden Spielertrainers Niklas Kupper kassierten noch drei Gegentreffer in der 82., 86. und 90. Minute, verloren daher noch mit 3:4! „Der verletzungsbedingte Ausfall von Philipp Weishaar war der Bruch im Spiel“, sagte der sportliche Leiter des SCH, Alexander Hornung. Die entscheidenden Zweikämpfe seien verloren worden, der Zugriff im Mittelfeld und „die körperliche Präsenz“ hätten gefehlt. Der Ex-Regionalligist ist jetzt den Abstiegsrängen (nur noch drei Punkte Polster) deutlich näher als einer Position im oberen Mittelfeld.

... dass eine Zusage zurückgezogen wurde.

So hundertprozentig genau wusste es selbst gestern niemand: Wird das A-Klasse-Spiel SVN Zweibrücken gegen SV Obersimten nun verlegt oder entscheidet ein Sportrichter über eine Spielwertung? Der im Moment einzig unumstößliche Fakt: Die Partie fand nicht statt.

Der Reihe nach: Am Samstagvormittag rief SVO-Vorsitzender Marc Schunk den SVN-Vorsitzenden Reiner Seibert an und fragte ihn, ob die Partie nicht verlegt werden könne, weil Obersimten in argen personellen Nöten sei. Seibert stimmte daraufhin einer Verlegung zu.

Nachdem er dies in die Whatsapp-Gruppe der Niederauerbacher Fußballer eingestellt habe, hätten jedoch Torhüter und Vorstandsmitglied Robin Koch (26) sowie Spielertrainer Andreas Hergert (33), Einwände geltend gemacht, berichtet Seibert. Hergert selbst und auch einige Spieler hätten zum zunächst ins Auge gefassten Ausweichtermin am ersten Dezember-Wochenende nicht zur Verfügung gestanden. Auch der zweite Termin am 22. Februar 2020 passte nicht in die Planungen der Zweibrücker.

Also setzte sich Koch – auch im Auftrag des Trainers – mit Klassenleiter Reiner Ehrgott (Pirmasens) in Verbindung und sagte, dass der SVN einer Verlegung doch nicht zustimme und wie geplant spielen wolle. Koch teilte dies Ehrgott auch schriftlich mit. Da ihm Schunk klargemacht habe, dass der SVO auf keinen Fall eine Mannschaft stellen könne, setzte Ehrgott die Partie ab. „Am Samstagmorgen hatten sich noch zwei weitere Spieler mit einer Verletzung und einem Infekt abgemeldet“, berichtet Schunk. Er forderte Verständnis für die Situation der Obersimter: „Wir sind doch alle Amateure und müssen aufeinander zugehen.“

Die Bereitschaft des SVN, sich auf eine Spielverlegung einzulassen, sei indes durch das nicht gerade als freundschaftlich zu bezeichnende Verhältnis mit den Obersimtern gemindert gewesen, merkte Koch an. Am Rande des im Sommer ausgetragenen Aufstiegsspiels zwischen der SG Thaleischweiler und dem SVO in Großsteinhausen sei es zu Differenzen zwischen SVN-Akteuren und SVO-Mitgliedern gekommen.

Am Sonntag versammelten sich trotz der Absetzung der Begegnung die Niederauerbacher Spieler zum Heimspiel. Hergert: „Wir wollten auf keinen Fall einen Fehler machen.“ Weder Schiedsrichter noch Spieler aus Obersimten erschienen.

Nun bleibt abzuwarten, wie die Entscheidung der Gebietsspruchkammer ausfällt. Drei Punkte ohne Match für den SVN oder Neuansetzung – das ist hier die Frage.

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