FUSSBALL
Tore, Träume, Temperamente: DFB-Pokal-Krimi mit Rodalbern auf dem Rasen und auf den Rängen
... dass der 05-Keeper etwas zu Müller sagte.
6:7 stand es am Sonntag im Elfmeterschießen des DFB-Pokal-Spiels SV Elversberg gegen Mainz 05, als der Torwart des Bundesligisten, Robin Zentner, dem neuen SVE-Spieler Felix Müller den Ball zum nächsten und vielleicht schon entscheidenden Schuss überreichte und ihm dabei ein paar Worte sagte. Zentner (26) und der aus Rodalben stammende Müller (28) hatten mal zwei Jahre zusammen in der Mainzer U23 gespielt. Der RHEINPFALZ verriet Müller hinterher, was Zentner gesagt hatte: „Ich kenne dich ja gut. Ich weiß, wo du hinschießt. Wir beenden hier das Ding.“
Nun, das Ding war mit Müllers Elfer noch nicht zu Ende. Denn der Südwestpfälzer verwandelte in seinem ersten Pflichtspiel für den saarländischen Regionalligisten aus elf Metern. Zwar sprang Zentner tatsächlich in die richtige Ecke, an den gut geschossenen Ball kam er aber nicht dran. Letztlich verlor jedoch die SVE mit 8:9.
Müller, vorige Saison noch Drittliga-Profi in Unterhaching, war mit seiner eigenen Leistung beim Debüt in der Ursapharm-Arena „zufrieden“. In seinem Kopf spukte indes immer noch jene Szene in der vorletzten Minute der regulären Spielzeit durch den Kopf, als er sich im Mainzer Strafraum frei gesprintet hatte und fast am herausstürzenden Zentner vorbei für das 2:1 gesorgt hätte. Müller: „Das wäre ein Lucky Punch gewesen.“ Und das unter den Augen von Vater, Mutter, Bruder, Onkel, Tante und Cousins, die an die Elversberger Kaiserlinde gekommen waren. „Die waren alle da“, freute sich der ehemalige Jugendspieler des FC Rodalben und des FK Pirmasens über die Unterstützung aus der Heimat.
Felix Müller hat nach eigenen Worten „noch viele Freunde“ aus seiner Zeit bei den Nullfünfern (2012 bis 2015), mit deren zweiter Mannschaft er in die Dritte Liga aufstieg. „Mein bester Freund, Alexander Hack, saß am Sonntag bei Mainz auf der Bank“, erzählte Müller. Mit dem aktuellen Mainzer Trainer Bo Svensson hatte er ebenfalls in einem Team gestanden, und der heutige Sportdirektor Martin Schmidt war sein erster Trainer in Mainz gewesen. Bei seinem jetzigen Verein, der SV Elversberg, fühle er sich richtig wohl, auch wegen der Nähe zum Heimatort Rodalben und zu seiner Familie: „Das tut mir gut.“
... dass im August ein Platz unbespielbar war.
Einige Etagen tiefer, in den „Niederungen“ des Kreispokals Pirmasens/Zweibrücken, schossen sich die Akteure den Frust über die lange Corona-Zwangspause von der Fußballerseele. In 28 Partien fielen 185 Tore – im Schnitt 6,6 pro Spiel. Keine Begegnung musste, was im August ja auch ziemlich selten ist, witterungsbedingt ausfallen, außer die der SG Bruchweiler II gegen den SVN Zweibrücken II.
„Unser Platz war unglaublich nass und schwierig gewesen“, begründete SGB-Vorsitzender Jan Wagenblatt die Absetzung der Partie am Sonntag. Bereits in der Woche zuvor hätten die SGB-Kicker nicht das Grün im Tal des Dumbachs nutzen können, weil dadurch der Rasen massiv beschädigt worden wäre. Selbst die AH-Abteilung habe sich auf ein „trockenes Eckchen“ beschränkt und das eigentliche Training ausfallen lassen. Mit Fotos überzeugte Wagenblatt Pokalspielleiter Alexander Beuerle vom schlechten Zustand des Grüns in Bruchweiler. Beuerle setzte die Partie ab.
Auch der SVN Zweibrücken zeigte Verständnis, erklärte allerdings, dass es ihm keineswegs gelingen würde, das Spiel an einem Werktag im über 50 Kilometer entfernten Bruchweiler auszutragen. Ergo kam die SGB den Niederauerbachern entgegen und erklärte sich bereit, das Heimrecht zu tauschen. Am 17. August wird jetzt in Zweibrücken nachgeholt.
... dass die Rumbacher Verständnis zeigen.
„Wir haben nicht genügend Spieler zur Verfügung.“ Diese Botschaft versandte der TSC Zweibrücken an den TuS Rumbach. Die zweiten Mannschaften der beiden Vereine sollten sich am Sonntag in der zweiten Kreispokalrunde gegenüberstehen. Der TSC bat darum, die Partie an einem anderen Tag auszutragen. Der TuS hätte dem Wunsch nicht entsprechen müssen, hätte ablehnen und kampflos weiterkommen können.
Tat er aber nicht. „Jeder kann mal in solch eine missliche Situation kommen“, sprach Rumbachs Trainer Christian Breiner aus eigener Erfahrung. Ein Termin muss noch gefunden werden.
Nicht auf eine Terminverschiebung einigen konnten sich indes der SV Ixheim II und der SVN Zweibrücken I. Die Konsequenz: Der SVN steht, ohne gespielt zu haben, in der nächsten Runde.