Pirmasens Tore, Träume, Temperamente:

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„Nein, ich bin der Vater von Dominik Rohracker.“ In oberbayerischem Tonfall beantwortete Klaus Rohracker am Samstag nach der von ihm besuchten Pressekonferenz zum Fußball-Regionalligaspiel des FK Pirmasens gegen die SV Elversberg die Frage, ob er nicht ein Bruder von Michael Wiesinger sei. Denn er hatte schon eine gewisse Ähnlichkeit mit dem am Stier-Podium sitzenden SVE-Chefcoach. „Ich kenne ihn aber von früher“, sagte der Papa von FKP-Spieler Dominik Rohracker, der den Champions-League-Sieger von 2001 dann freundschaftlich abklatschte. „Sein Jugendtrainer hat bei mir um die Ecke gewohnt, zudem hat Wiesinger in den Burghauser Stadtteilen Emmerting und Gendorf das Fußballspielen gelernt“, erzählt Rohracker, der wie Wiesinger und Sohn Dominik auch in Burghausen geboren ist. „In der einen oder anderen Situation war er zu hektisch, natürlich kann er besser sein“, lautete des Vaters Manöverkritik für den FKP-Offensivspieler. Er gab aber auch zu, inzwischen nur noch „ganz selten bei seinen Spielen“ seines Sohnes zuzuschauen. Der 55-Jährige braucht selbst viel Trainingszeit für seinen Sport, denn er ist für sein Alter ein Top-Triathlet. Vor knapp zwei Wochen erfüllte er sich einen Traum und beendete in 10:54 Stunden die Ironman-Weltmeisterschaft unter den Extrem-Bedingungen auf Hawaii, was in der Altersklasse M55 den 20. Platz bedeutete. Den Ironman Austria hatte er dieses Jahr gar in 9:45 Stunden absolviert. Und so durfte sich Dominik Rohracker nach der 0:1-Niederlage zumindest über den Besuch seiner Familie freuen. Zusammen mit Mutter Genoveva und Schwester Julia gab’s in seiner Saarbrücker Wohnung noch einen Dia-Abend mit Papas Bildern von Hawaii. Nach nur fünf Minuten stand es in der Partie SG Waldfischbach II gegen SV Höhmühlbach II bereits 3:0, zur Halbzeit 13:0 und nach einer Stunde führten die Gastgeber gar mit 17:0. Dann brach der Schiedsrichter auf Bitten der Gäste die sehr einseitige Begegnung ab. Höhmühlbachs Reserve, mit null Punkten Schlusslicht der C-Klasse Mitte, hatte die Begegnung mit nur acht Spielern begonnen. Zwar standen 13 Akteure auf dem Spielberichtsformular, doch nur acht Kicker waren in Waldfischbach erschienen – die restlichen fünf fehlten aus „unbekannten Gründen“, so Höhmühlbachs Spielleiter Oliver Jag. Nur weil Manuel Gödel, der die zweite Mannschaft Höhmühlbachs betreut, seine Zweitmannschaftskicker gebeten habe, das Spiel dennoch zu bestreiten, habe der Schiedsrichter angepfiffen. Der Referee hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass er das Spiel abbrechen würde, wenn es lächerlich werde, berichtet Sebastian Hawinkels, der Coach der SGW II. Hawinkels zollte den deutlich unterlegenen Gästen „Respekt“ dafür, dass sie überhaupt antraten. Im Spiel selbst sei es „einfach“ gewesen, gegen nur acht Widersacher zu Toren zu kommen. Jag indes forderte „dringend ein Gespräch von Vertretern der ersten und zweiten Mannschaft mit der Vorstandschaft“. Entweder erklärten sich die Spieler bereit, künftig zuverlässig zur Verfügung zu stehen „oder wir müssen mit unserer zweiten Mannschaft einen Schlussstrich ziehen“. Da immer wieder Reservespieler des B-Klasse-Teams in der zweite Garnitur aushelfen mussten, damit diese genügend Spieler zur Verfügung hat, hätten zuletzt auch die dringend erforderlichen Alternativen bei nötigen Spielerwechseln in der ersten Mannschaft gefehlt, merkte Jag an. Spieltag Nummer 14 lieferte auch zwei Beispiele dafür, dass in Überzahl agierende Mannschaften nicht unbedingt auch ihre Spiele gewinnen. So führte der FC Dahn in der Bezirksliga gegen elf Akteure der TSG Kaiserslautern noch mit 2:1 und verlor nach einem Platzverweis für die TSG noch mit 2:3. „Wir haben mehrere beste Chancen ausgelassen“, klagte Dahns Trainer Hans-Werner Schäfer. Mit 0:2 lag der SV Hochstellerhof in der A-Klasse beim SV Großsteinhausen zurück, als ein SVG-Spieler Gelb-Rot sah. Aufholjagd? Von wegen! Großsteinhausen traf in Unterzahl noch fünfmal und gewann mit 7:0. Eine vierstündige Operation und ein Vereinswechsel sind die Folgen eines brutalen Fouls, das ein Spieler des SV Rot-Weiß Pirmasens vor neun Tagen in der B-Klasse-Partie gegen den SV Hinterweidenthal II beging (wir berichteten). Dem Gefoulten, dem in Hauenstein lebenden Finanzbeamten Felix Dauenhauer, wurden im Pirmasenser Krankenhaus zwei Titanplatten in den Oberarm eingesetzt. Dauenhauer hatte einen komplizierten Armbruch erlitten, nachdem er aufgrund des Fouls in und unter die Bande gerutscht war. „Wir haben Felix Dauenhauer im Krankenhaus besucht und uns noch mal bei ihm entschuldigt“, berichtet Thomas Hunger, der Spielleiter der Rot-Weißen. Der Übeltäter habe inzwischen den Verein verlassen. Hunger: „Fouls kommen vor, aber das war schon ein ziemlich übles. Das wollen wir nicht tolerieren. Er hat nun die Konsequenzen gezogen.“

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