Pirmasens Tore, Träume, Temperamente:

Neunmal zeigte Schiedsrichter Tariq Sajid im Spiel SV Wiesbach gegen SV Großsteinhausen II nach einem Tor in Richtung Anstoß. Dennoch endete diese Partie der Fußball-B-Klasse West 3:4, da der Unparteiische zwei Tore wieder annullierte. Als Wiesbach 2:0 führte, flog der Ball ins Seitenaus. Großsteinhausen übernahm den Einwurf, der zu einem weit nach vorne geschlagenen Ball führte, und Markus Jäntsch markierte das Anschlusstor für den SVG. Dann protestierten die Wiesbacher, dass es eigentlich für sie und nicht für Großsteinhausen hätte Einwurf geben müssen. Sajid befragte den Großsteinhausener Jörg Stucky, ob er zuletzt den Ball berührt habe und ob es deswegen Einwurf für Wiesbach hätte geben müssen. Stucky sagte, dass er nicht habe erkennen können, ob nach ihm ein weiterer Spieler am Ball gewesen sei. Das war Grund genug für Sajid, das Tor zu annullieren. Es blieb beim 2:0. In der Folge dominierte Großsteinhausen und ging seinerseits mit 4:2 in Führung. Wiesbach verkürzte fünf Minuten vor dem Ende auf 3:4 und warf nun alles nach vorne. Mit Erfolg: Thorsten Martin sorgte nach einem Flipperball, so schildert es SVW-Vorsitzender Holger Arenth, für den 4:4-Ausgleich – hätte da nicht Großsteinhausens Torwart Markus Schnur beim Schiedsrichter protestiert, er sei im Fünf-Meter-Raum unfair angegangen worden. Während die Wiesbacher zufrieden in Richtung Mittelkreis gingen, befragte Sajid den Torschützen Martin, ob er den Torwart behindert habe. Der sagte zwar Nein, er sei doch mindestens drei Meter von ihm weg gewesen, als er das (vermeintliche) 4:4 geschossen habe, und dennoch befand der 23. Mann: kein Tor! Sajid ließ sich nicht umstimmen und setzte das Spiel mit Freistoß für Großsteinhausen fort. Arenth: „Das war sehr bitter für uns, zumal wir im Abstiegskampf jeden Punkt sehr nötig haben.“ Rund 70 Minuten waren am Sonntag in der C-Klasse Ost in der Partie SC Busenberg II gegen TuS Erfweiler gespielt (Stand: 0:0), als Pascal Hoffmann aufs Busenberger Tor schoss. Als der Erfweilerer den einen Moment ohne Bodenkontakt war, wurde er von einem Gegenspieler unterlaufen und knallte hart mit dem Kopf auf den Boden. Hoffmann klagte über Rückenschmerzen und Kribbeln in den Beinen. Das waren für einen zufällig anwesenden Rettungssanitäter Anzeichen einer schlimmen Rückenverletzung. Er alarmierte den Notarzt und bestellte den Rettungshubschrauber, um einen schonenden Transport zu garantieren. Hoffmann wurde dann auch mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Mittlerweile hat sich die Rückenverletzung als nicht so schwerwiegend entpuppt, doch Hoffmann erlitt laut TuS-Trainer Rainer Meyer innere Blutungen, die behandelt werden mussten. Das Spiel wurde einvernehmlich vorzeitig beendet. Tore zu schießen ist die Hauptaufgabe von Felix Burkhard bei A-Klasse-Spitzenreiter FC Dahn. Am Sonntag beim 12:1-Sieg in Ruppertsweiler brachte der Mann mit der Erfahrung von 13 Oberligaeinsätzen gleich sechsmal den Ball im Tor des Tabellenvorletzten unter. Binnen vier Minuten (12., 15. und 16. Minute) erzielte der 23-Jährige einen Hattrick. „Natürlich habe ich mich über die sechs Tore gefreut, wobei mir der Ball mehrfach perfekt aufgelegt wurde“, sagte Burkhard, „aber noch mehr freute mich das 2:2 von Weselberg gegen den MTV“. Denn so nahmen sich die zwei härtesten Titelkonkurrenten Dahns die Punkte gegenseitig weg. Weil Zuschauer am Rande des Verbandspokal-Halbfinals zwischen dem FC Fehrbach und Schott Mainz ein den MTV Pirmasens verunglimpfendes Transparent zur Schau gestellt hatten, erstattete der MTV Anzeige beim Südwestdeutschen Fußball-Verband. Wie Verbandsspielleiter Jürgen Veth auf Anfrage mitteilte, habe sich der FC als Hausherr von der Aktion distanziert und angegeben, davon keine Kenntnis gehabt zu haben. Veth: „Vermutlich werde ich die Verbandsspruchkammer die Angelegenheit klären lassen.“