Fußball
Tore, Träume, Temperamente: Österliche Platzverweise in Fehrbach und Clausen
FC Fehrbach: Turbulentes Spiel mit Happy End
Fünfmal Gelb, zwei Zeitstrafen, drei Rote Karten, ein verschossener Elfmeter, ein nicht gegebenes Elfmetertor und ein Siegtreffer durch einen wiederholten Strafstoß in der allerletzten Sekunde: In der Fußball-Bezirksliga war beim Match FC Fehrbach gegen SG Mannweiler/Stahlberg/Dielkirchen mächtig was los.
Der Reihe nach: Sekunden vor dem Pausenpfiff beging Gästekeeper Max Bender eine Tätlichkeit, als ihn ein Fehrbacher beim Abschlag behindern wollte. Fehrbachs mitspielender Spielleiter Christopher Lorett: „Das war ein Blackout.“ Gleichwohl habe Alexander Raab, der Trainer der Spielgemeinschaft aus dem Donnersbergkreis, seine Mannschaft „mit sehr viel Emotion“ angetrieben. „Es war ein schmaler Grat zwischen einer gesunden Härte der Gäste und darüber hinaus“, befand Lorett.
Nach dem Seitenwechsel kassierte der Fehrbacher Marcel Schäfer wegen eines Fouls eine Zehn-Minuten-Zeitstrafe (51.). Raven Duncan Stoppel erzielte das 1:0 (56.). Nach weiteren drei Gelben Karten für die Gäste verschoss Stoppel einen Foulelfmeter. Ein weiterer Spieler des Tabellenletzten sah nach einem verbalen Scharmützel mit dem Schiedsrichter die Rote Karte. Obwohl die SG nun zwei Mann weniger auf dem Feld hatte, schaffte sie den 1:1-Ausgleich (85.), kassierte allerdings in der Folge eine weitere Zehn-Minuten-Strafe. Fehrbach drängte vehement aufs Siegtor.
Beim letzten Angriff wurde Lorett an der Strafraumgrenze gefoult. Der Schiedsrichter erklärte, dass der folgende Freistoß die letzte Aktion der Partie sein werde. Lorett lief an und bugsierte den Ball in Richtung oberes Tordreieck, als ein Feldspieler der Gäste „in klassischer Torwartmanier“, so Lorett, den Ball aus dem Dreieck boxte – ein Handelfmeter und der dritte Platzverweis waren die Folge. Fehrbachs Yannik Bauer schoss, traf und jubelte über den vermeintlichen 2:1-Siegtreffer, den der Schiedsrichter allerdings nicht anerkannte, weil ein Fehrbacher Spieler zu früh in den Strafraum gelaufen sei. Der Elfmeter musste wiederholt werden. Bauer zeigte sich nervenstark und verwandelte in der sechsten Minute der Nachspielzeit den Elfer zum 2:1. Dann war Schluss bei den „Tiroler Jungs“.
Clausen gegen Rieschweiler: Rote Karte für den Trainer
Auf der Bank sah Daniel Preuß, der Spielertrainer der SG Rieschweiler II, im A-Klasse-Match beim FK Clausen die Rote Karte. „Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis“, war der Ex-Oberligaspieler überhaupt nicht einverstanden mit der Entscheidung von Schiedsrichter Benjamin Christmann aus Steinwenden. Dieser habe zudem in seinen Bericht eine „Beleidigung“ von Preuß eingetragen. Gerade dies entspreche „absolut nicht der Wahrheit“, versicherte Rieschweilers Coach.
Auslöser der Roten Karte war ein Zweikampf, bei dem ein Spieler der SGR-Reserve vom Gegner am Kopf getroffen worden war. Preuß, der auf der Ersatzbank eine zehnminütige Zeitstrafe abbrummte, forderte den Schiedsrichter lautstark auf, die Partie zu unterbrechen, damit der „regungslos“, so Preuß, am Boden liegende Spieler behandelt werden kann. Preuß: „Es stand doch 5:0 für Clausen, und der Spieler bewegte sich überhaupt nicht mehr. Ich hätte auch eine Unterbrechung gefordert, wenn da ein Clauser Spieler auf dem Platz gelegen hätte.“
Nun, Schiedsrichter Christmann interpretierte die Angelegenheit anders, ließ das Spiel weiterlaufen und zeigte dann Preuß, dem mit 20 Treffern erfolgreichsten Torschützen seiner Mannschaft (Platz zwei hinter dem Hilster Jan-Luca Hahn/22), die Rote Karte. Damit fehlt Preuß seinem Team für mindestens eine Begegnung im Abstiegskampf der A-Klasse. Und Clausen ist durch den Sieg bis auf zwei Punkte an Rieschweiler II herangerückt.